Diese Farben.... Dieses Grün..... Dieser Duft.... Diese Sonne..... Ja, meine Lieben, es ist Sommer - oder so ähnlich! Nach einigen kräftigen Regenschauern in der vergangenen Woche ist nun endlich alles grün. Sogar die letzten Bäume im Widerstand gegen den Frühling haben sich nun ihr grünes Kleid angezogen. Und nach dem Regen kam die Wärme. Über 25°C und Sonnenschein, gemischt mit Gewittern und 3-stündigem Stromausfall. Die Kirschbäume stehen in voller Blüte und auch die Apfelbäume beginnen so langsam zu blühen. Die meisten Frühblüher sind nun verschwunden, nur die Tulpen zeigen sich noch in voller Schönheit. Und es riecht nach schwedischem Sommer - das mag komisch klingen, aber ich finde, in Schweden riecht die Luft anders als in Ostfriesland. Nicht besser oder schlechter, einfach nur anders - aber gut!
Mit dem Duft des Sommers kommen aber auch die Gedanken an den immer näher rückenden Abschied. Eigentlich ist noch mehr als 1 Monat Zeit, aber so leicht gerate ich in Panik. Es gibt noch so viel, was ich hier gerne machen würde, aber die Zeit rennt mir davon! Und in der Kirche hören die Gruppen so nach und nach auf, was Abschied nehmen von lieb gewonnenen Menschen heißt.... tja, wer hat gesagt, dass immer alles einfach ist?
Seit meinem letzten Eintrag ist schon wieder unglaublich viel passiert. Am Montag, den 10.5. war ich das erste Mal in meinem Leben in einem Fußballstadion und habe mir mit Nils das Derby Gais gegen IFK Göteborg angesehen. Das Spiel an sich war leider nicht so super spannend (0-0 Endstand, trotz eines Fast-Tores in der Nachspielzeit), aber es gab ja genug dumherum zu sehen =). Uns gegenüber saßen die Zuschauer in der Sonne, was manchmal dazu führte, dass alle gleichzeitig ihre Hand zum Sonnenschutz hoben, wenn sich das Spiel in Sonnenrichtung bewegte. Ein sehr amüsanter Anblick. Und statt eine Trage für die Verletzten wurde eine Art Kartoffelkarre aufs Spielfeld geschoben, um die Spieler "abzutransportieren". Schon lustig!
Am darauffolgenden Dienstag war der große Tag des Sprachtestes. Völlig motiviert, nervös und in der Gewißheit, dass die anderen Prüflinge ja "nur" in einem Kurs schwedisch gelernt hatten, um hier dann zu studieren, begaben wir (Susi und ich) uns zur Uni und begannen den Test. Leseverständnis, Text verfassen, mündliche Prüfung. Jap, was soll ich sagen..... der Test war super schwer und wir beiden waren so ziemlich die einzigen Prüflinge, die seit weniger als einem Jahr schwedisch lernen. Mein englischer Mitprüfling in der mündlichen Prüfung zum Beispiel lernt seit 5 Jahren schwedisch, hat eine schwedische Freundin, die ihm auch bei der Vorbereitung der Themen geholfen hat, hat hier schon als Ingenieur gearbeitet und tja, was soll ich sagen, natürlich sprach er einfach viel besser und fließender als ich. Aber nun gut. Warten wir mal auf das Ergebnis......ich glaub ehrlich nicht, dass ich das bestanden habe. Das wär ein Wunder! Und auch ein bischen lustig! Abwarten.....
Am Donnerstag war es dann wieder soweit: HEIMATBESUCH. Dieses Mal war es Mareike die sich ins Land von Elchen, Wallander und Knäckebrot gewagt hat. Mit einer knappen Stunde Verspätung landete sie hier und am Bahnhof in der Innenstadt trafen wir uns - ein großartiges Wiedersehen! Zunächst schlossen wir ihr Gepäck ein, denn ein Koffer kann beim Sightseeing ein wenig hinderlich sein =). Dann ging's los! Natürlich der obligatorische Göteborgsspaziergang, aber etwas verkürzt, endete, da das Wetter nicht gerade zum draussen-sitzen einlud, im Café Villekulla. Kaffee und Kuchen und dann nach Hause. Essen kochen, quatschen, Neuigkeiten austauschen - herrlich!
Der nächste Tag empfing uns mit einer strahlenden Sonne, also auf in die große Stadt. Das Wetter nutzen wir aus, dachten wir uns, und begaben uns auf die Wasserstraßen der Stadt. Das soll heißen, wir machten, typisch Tourist, eine Paddan-Tour, eine solche Bootstour, die Susi und ich Anfang unseres Schwedenabenteuers schon einmal gemacht haben. Dieses Mal klappte es leider nicht mit dem Studentenpreis, denn den geforderten Ausweis konnten wir nicht (mehr) vorlegen =(. Dennoch war die Tour, wie auch beim letzten Mal, ein Knaller, für mich dieses Mal nicht ganz so wie beim ersten Mal, da ich die Kuriositäten, wie die niedrige Brücke, ja schon kannte, aber trotzdem war's eine gelungene Stadtrundfahrt. Auf dem Foto könnt ihr übrigends Mareike auf dem Boden des Bootes liegen sehen, während wir unter dieser tiefen Brücke durch fahren.
Nach der Bootstour machten wir noch ein wenig mehr Sightseeing und eine kleine, leider weniger erfolgreiche Shoppingtour.
Samstag war nichts mehr vom Sonnenschein des vorherigen Tages zu sehen - im Gegenteil - es goss, was nur rauswollte. Und was macht man bei Regen in der Großstadt? Richtig! Man geht ins Museum! So führte uns der Weg zunächst ins Världskulturmuseet (Weltkulturmuseum) und anschließend ins Design-Museum. Und da so ein Museumsbesuch ganz schön hungrig macht, musste natürlich eine Fika her. Dieses Mal im Café Husaren mit den größten kanelbullar der Stadt....mumms! Mittlerweile hatte der Himmel sich entleert und es war wieder trocken, sodass wir noch einen ausgiebigen Stadtspaziergang entlang der Linnégatan und ihren Nebenstraßen und durch den Slottsskogen machten. Dieser Spaziergang endete in einem richtig guten italienischen Restaurant =). Mit gut gefülltem Magen trafen wir uns schließlich mit Jenne, Anne (die beiden waren gerade zu Besuch) und Franzi. Unser gemeinsame Weg führte in eine Kneipe, in der das Bier mit 32 Kronen vergleichsweise günstig war. Doch ziemlich geschafft vom Tag machten wir uns relativ bald auf den Weg nach Hause.
Sonntag war Nödinge-Tag. Wir ließen es ruhig angehen - schliefen etwas länger, frühstückten ausgiebig, machten einen großen Spaziergang um den See, backten Kladdkaka (schwedischer Schoko-Klitsch-Kuchen - unbeschreiblich gut!), tranken Tee, guckten einen Film und aßen Taccos.... so sollte ein Sonntag immer sein!
Montag war es dann schon wieder vorbei...... die Zeit ist mal wieder gerannt.... Am Vormittag hieß es für Mareike: Heimreise.... aber was bleibt sind Erinnerungen an ein sehr schönes Wochenende! Ein dickes Dankeschön dafür!!!!!
Der Rest der Woche sah folgendermaßen aus: Dienstag: arbeiten, wie gewöhnlich, meine letzte Personalversammlung der ganzen Mitarbeiter, Mittwoch: Abschlussfest der einen Kindergruppe, wichtige Entscheidung zu treffen: Soll ich mein Referendariat in Husum antreten (von S-H hatte ich am Samstag einen Referendariatsplatz in Husum bekommen) oder doch ins Studienseminar Aurich gehen (von dort kam am Mittwoch eine Zusage). Meine Wahl fiel schlussendlich auf Husum und ich bin richtig glücklich mit der Entscheidung. Seitdem ich weiß, wie es weitergeht, fällt es mir wesentlich leichter über den Abschied hier nachzudenken, denn ich weiß nun, dass ein weiterer toller Lebensabschnitt auf mich wartet! Donnerstag: Besichtigung der Freizeitanlage, auf der wir unser großes Sommerlager verbringen werden.....uj, wie schön es dort ist....direkt an einem Naturschutzgebiet gelegen, 10 Minuten Fußweg zum Strand, großes Gelände.....wenn nun noch das Wetter mitspielt, wird das ein Bomben-Lager!!!!!!
Das wars erstmal von mir soweit! Es grüßt euch ganz herzlich eine glückliche Frauke, die bald in Husum wohnen wird!