Montag, 26. April 2010

Tausend tolle Sachen, die gibt es überall zu seh'n

Tataaaaa, nun ist seit meinem letzten Eintrag schon wieder einige Zeit vergangen, also wird es Zeit, meinen Blog mal wieder mit Erlebnissen zu füttern. Schließlich ist wieder eine ganze Menge passiert.
Am Sonntag, nachdem Mama und Papa wieder weg waren, bin ich zusammen mit Franzi, Susi und ihrem Freund nach Styrsö gefahren, von wo aus wir über eine Brücke nach Donsö gegangen sind. Dies sind 2 der vielen Inseln im südlichen Schärengarten Göteborgs. Bei strahlendem Sonnenschein haben wir einen wunderbaren Frühlingstag genossen, an dem ich eine Menge Sommersprossen bekommen habe =).
Unter der Woche ist nicht viel Spannendes passiert, außer, dass ich ganz spontan und fast ohne Vorbereitung eine Konfi-Stunde gemacht habe, mit meiner Kindergruppe jetzt ein Puppentheater zu Jona bastel und einübe, beim Frisör war, der mir die Haare etwas zu kurz geschnitten hat, mich zu einem Sprachtest angemeldet hab und wir eine kircheninterne Art Fortbildung hatten.
Letzte Woche Montag habe ich den Nachmittag in der Sonne verbracht, und zwar nicht irgendwo, sondern auf den Felsen am See - typisch Schweden eben.
Am Dienstag hatten wir vormittags ein Volontärtreffen in Göteborg, was ok, aber leider auch nicht besser war. Dort haben wir einen Vortrag zum Thema Israel-Palestina gehört, der zwar interessant war, aber irgendwie hatte ich etwas anderes erwartet. Nun gut. Nach dem Treffen bin ich noch mit Sofie und Franzi in der Stadt essen gewesen, was den Vormittag bedeutend aufgewertet hat.
Donnerstag stand dann ein Fototermin an. Vorher mussten jedoch unsere Konfis ihre Konfirmationsgewänder anprobieren, die von der Kirche gestellt werden. Anschließend hieß es dann "bitte lächeln" und schon war das Gruppenfoto (auf dem ich auch zu sehen bin ;) ) im Kasten. Nach der Konfirmandeneinheit wurde der Tag erst richtig gut. Da der Fototermin in Starrkärr war und wir (Jugendleiter, Johan und ich) nicht alle in Johans Auto passten, sollte Solveig, die in Starrkärr arbeitet und gerade auf dem Weg nach Hause war, uns schnell nach Nol zur Kirche bringen. Wie meine lieben Jugendleiter nun mal so sind, fragten sie Solveig, ob sie uns nicht mal ihr Haus zeigen könnte, da sie ja in Starrkärr wohnt und das praktisch direkt um die Ecke wäre. Also sind wir auf zu Solveig. Dort fast angekommen waren wir alle begeistert von der Lage des Hauses und Solveig stimmte uns zu und ergänzte, dass es wunderbar wäre, wenn abends die Elche vor dem Haus langliefen.... ELCHE VOR DEM HAUS! Da war ich hin und weg =), worauf Solveig mich sofort eingeladen hat, mal bei ihr zu übernachten und Elche zu gucken..... Nächste Woche Montag ist es dann soweit. Drückt mir alle die Daumen, dass die Elche auch an diesem Abend vor dem Haus langspazieren!!!!!!! Bin schon so aufgeregt.....vielleicht krieg ich meinen Elch ja doch noch zu Gesicht - und zwar so richtig und nicht nur vom Zug aus.....Ach, wie ich mich schon freue!!!!!
Freitag früh klingelte mein Wecker praktisch mitten in der Nacht. Da im Moment ziemlich viele Staus auf der Straße nach Göteborg sind, musste ich ja etwas mehr Zeit einplanen. Warum? Na, weil ich nach Malmö zu Jenne wollte und einen frühen Zug gebucht hatte, um auch wirklich was vom Tag in der drittgrößten Stadt Schwedens zu haben. Also, auf auf große Fahrt. Je weiter man in den Süden kam, konnte man, mal abgesehen von der Landschaft, einen großen Unterschied feststellen - dort waren viele Bäume schon grün und es sah mit der Sonne wirklich frühlingshaft aus. Hier in der Göteborger Gegend hingegen lässt das Grün noch schön auf sich warten - aber immerhin die Frosizien beginnen nun zu blühen. Das aber nur am Rande. In Malmö machte ich mich ein wenig auf Entdeckungstour (schließlich hatte ich mich ja in meinem Reiseführer ein wenig informiert), bevor ich mich so um 12.30 Uhr mit Jenne traf. Natürlich hieß es dann erst einmal FIKA, dann noch ein wenig Stadt begucken und ab zu Jenne ins Ghetto - denn Jenne wohnt in einem Problembezirk Malmös - und anschließend machten wir noch einen langen Spaziergang zum Outlet einer Bastelartikelkette. Typisch schwedisch war den Abend "fredagsmys", also frei übersetzt Freitags-Gemütlichkeit, mit lustigen Internet-Filmchen angesagt. Am nächsten Tag fuhr ich nach Lund, sah mir ein wenig die Stadt an und machte mich dann auf den Weg zu Katharina, einer ehemaligen Pädagogin meiner Gemeinde. Denn mein Mentor und einige Jugendlichen aus der Kirche statteten ihr einen Überraschungsbesuch ab. Zunächst gab es natürlich eine Fika, dann hat ihr Mann uns das christliche Studentenwohnheim und die Kirche, in denen er arbeitet, gezeigt und gemeinsam machten wir uns auf eine Sightseeingtour durch Lund. Lund ist eine wirklich schöne Stadt, an diesem Tag durch die Sonne und die vielen Menschen wahrscheinlich noch schöner als sonst. Hätte ich noch nicht studiert, könnte ich mir gut vorstellen, dort zu studieren (mal abgesehen davon, dass ich dann nicht Lehrerin (zumindest in Deutschland) werden könnte ;) ). Das Highlight für mich war der Kollektomat im Dom. Ein Kollektomat sieht aus wie ein gewöhnlicher Bankautomat, nur das man dort nicht Geld abhebt, sondern bezahlt. Auf einem Touchscreen kann man wählen, wofür man spenden will, z.B. für die Orgel, dann zieht man seine Bankkarte durch, gibt den Pincode ein und schließlich bestimmt man die Summe, die man als Kollekte geben will. Schon witzig. Aber da hier fast jeder mit Karte bezahlt und kaum jemand Bargeld dabei hat (ja, auch ich hab mich angepasst), ist das gar keine so dumme Idee. In ein paar Jahren wird es das sicherlich auch in anderen, kleineren Kirchen geben.
Wieder in Malmö angekommen, traf ich mich mit Jenne und gemeinsam machten wir uns auf den Weg ans Meer, vorbei am Turning Torso, einem vom Grund bis zum Dach um 90° gedrehten Hochhaus, holten uns ein Eis und genossen mit Blick auf die Öresund-Brücke die Sonne (die zum ersten leichten Sonnenbrand und noch mehr Sommersprossen führte). Am Abend machten wir mit einer Freundin von Jenne Raclette, tranken den ein oder anderen Sekt und stürzten uns dann ins Malmöer Nachtleben. Doch aus der Disco, die in einer ehemaligen Kirche liegt, drang komische Musik, in der "Stammdisco" von Jenne und ihrer Freundin war gähnende Leere, sodass wir in eine kleine, aber dafür kostenlose Disco gingen. Zwar kannte ich die Musik dort kaum, aber trotzdem war sie gut tanzbar und der Abend ein gelungener.
Sonntag schliefen wir natürlich erstmal aus und gingen dann in Jennes Gemeinde, die glücklicherweise direkt gegenüber von ihrem Haus liegt. Dort fand ein Aktivitetsnachmittag statt, mit gemeinsamem Singen, Fika, Basteln und Gottesdienst. Total spannend, mal in eine andere Gemeinde reinzuschnuppern, die Arbeit dort zu sehen und somit Unterschiede festzustellen. Ein sehr netter Nachmittag! Eine nette Gemeinde, aber meine ist toller =), was aber wahrscheinlich jeder von seiner Gemeinde sagen würde. Nach der Arbeit gönnten wir uns noch eine leckere Pizza und dann machte ich mich auf den Heimweg. Da mein Zug Verspätung hatte - ja, das ist hier auch nicht anders als in Deutschland - war ich erst um 20 vor 12 zuhause. Aber nun gut.
An dieser Stelle nochmal ein fettes Danke an dich, meine liebe Jenne! War richtig duffte bei dir! "Danke an die Handynummer" (*hahaha*, das müsst ihr nicht verstehen, kleiner Insider ;) )
Heute war nun der erste Tag, an dem die Luft so richtig warm, und damit meine ich 19°C, war. Wir hatten zwar schon oft sonniges Wetter und die Sonne hat wirklich schon Kraft, allerdings war die Luft dabei immer noch richtig kalt. Nun aber war es heute auch ohne Sonne frühlingshaft warm. Der Frühling kommt mehr und mehr =)

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