Montag, 26. April 2010

Tausend tolle Sachen, die gibt es überall zu seh'n

Tataaaaa, nun ist seit meinem letzten Eintrag schon wieder einige Zeit vergangen, also wird es Zeit, meinen Blog mal wieder mit Erlebnissen zu füttern. Schließlich ist wieder eine ganze Menge passiert.
Am Sonntag, nachdem Mama und Papa wieder weg waren, bin ich zusammen mit Franzi, Susi und ihrem Freund nach Styrsö gefahren, von wo aus wir über eine Brücke nach Donsö gegangen sind. Dies sind 2 der vielen Inseln im südlichen Schärengarten Göteborgs. Bei strahlendem Sonnenschein haben wir einen wunderbaren Frühlingstag genossen, an dem ich eine Menge Sommersprossen bekommen habe =).
Unter der Woche ist nicht viel Spannendes passiert, außer, dass ich ganz spontan und fast ohne Vorbereitung eine Konfi-Stunde gemacht habe, mit meiner Kindergruppe jetzt ein Puppentheater zu Jona bastel und einübe, beim Frisör war, der mir die Haare etwas zu kurz geschnitten hat, mich zu einem Sprachtest angemeldet hab und wir eine kircheninterne Art Fortbildung hatten.
Letzte Woche Montag habe ich den Nachmittag in der Sonne verbracht, und zwar nicht irgendwo, sondern auf den Felsen am See - typisch Schweden eben.
Am Dienstag hatten wir vormittags ein Volontärtreffen in Göteborg, was ok, aber leider auch nicht besser war. Dort haben wir einen Vortrag zum Thema Israel-Palestina gehört, der zwar interessant war, aber irgendwie hatte ich etwas anderes erwartet. Nun gut. Nach dem Treffen bin ich noch mit Sofie und Franzi in der Stadt essen gewesen, was den Vormittag bedeutend aufgewertet hat.
Donnerstag stand dann ein Fototermin an. Vorher mussten jedoch unsere Konfis ihre Konfirmationsgewänder anprobieren, die von der Kirche gestellt werden. Anschließend hieß es dann "bitte lächeln" und schon war das Gruppenfoto (auf dem ich auch zu sehen bin ;) ) im Kasten. Nach der Konfirmandeneinheit wurde der Tag erst richtig gut. Da der Fototermin in Starrkärr war und wir (Jugendleiter, Johan und ich) nicht alle in Johans Auto passten, sollte Solveig, die in Starrkärr arbeitet und gerade auf dem Weg nach Hause war, uns schnell nach Nol zur Kirche bringen. Wie meine lieben Jugendleiter nun mal so sind, fragten sie Solveig, ob sie uns nicht mal ihr Haus zeigen könnte, da sie ja in Starrkärr wohnt und das praktisch direkt um die Ecke wäre. Also sind wir auf zu Solveig. Dort fast angekommen waren wir alle begeistert von der Lage des Hauses und Solveig stimmte uns zu und ergänzte, dass es wunderbar wäre, wenn abends die Elche vor dem Haus langliefen.... ELCHE VOR DEM HAUS! Da war ich hin und weg =), worauf Solveig mich sofort eingeladen hat, mal bei ihr zu übernachten und Elche zu gucken..... Nächste Woche Montag ist es dann soweit. Drückt mir alle die Daumen, dass die Elche auch an diesem Abend vor dem Haus langspazieren!!!!!!! Bin schon so aufgeregt.....vielleicht krieg ich meinen Elch ja doch noch zu Gesicht - und zwar so richtig und nicht nur vom Zug aus.....Ach, wie ich mich schon freue!!!!!
Freitag früh klingelte mein Wecker praktisch mitten in der Nacht. Da im Moment ziemlich viele Staus auf der Straße nach Göteborg sind, musste ich ja etwas mehr Zeit einplanen. Warum? Na, weil ich nach Malmö zu Jenne wollte und einen frühen Zug gebucht hatte, um auch wirklich was vom Tag in der drittgrößten Stadt Schwedens zu haben. Also, auf auf große Fahrt. Je weiter man in den Süden kam, konnte man, mal abgesehen von der Landschaft, einen großen Unterschied feststellen - dort waren viele Bäume schon grün und es sah mit der Sonne wirklich frühlingshaft aus. Hier in der Göteborger Gegend hingegen lässt das Grün noch schön auf sich warten - aber immerhin die Frosizien beginnen nun zu blühen. Das aber nur am Rande. In Malmö machte ich mich ein wenig auf Entdeckungstour (schließlich hatte ich mich ja in meinem Reiseführer ein wenig informiert), bevor ich mich so um 12.30 Uhr mit Jenne traf. Natürlich hieß es dann erst einmal FIKA, dann noch ein wenig Stadt begucken und ab zu Jenne ins Ghetto - denn Jenne wohnt in einem Problembezirk Malmös - und anschließend machten wir noch einen langen Spaziergang zum Outlet einer Bastelartikelkette. Typisch schwedisch war den Abend "fredagsmys", also frei übersetzt Freitags-Gemütlichkeit, mit lustigen Internet-Filmchen angesagt. Am nächsten Tag fuhr ich nach Lund, sah mir ein wenig die Stadt an und machte mich dann auf den Weg zu Katharina, einer ehemaligen Pädagogin meiner Gemeinde. Denn mein Mentor und einige Jugendlichen aus der Kirche statteten ihr einen Überraschungsbesuch ab. Zunächst gab es natürlich eine Fika, dann hat ihr Mann uns das christliche Studentenwohnheim und die Kirche, in denen er arbeitet, gezeigt und gemeinsam machten wir uns auf eine Sightseeingtour durch Lund. Lund ist eine wirklich schöne Stadt, an diesem Tag durch die Sonne und die vielen Menschen wahrscheinlich noch schöner als sonst. Hätte ich noch nicht studiert, könnte ich mir gut vorstellen, dort zu studieren (mal abgesehen davon, dass ich dann nicht Lehrerin (zumindest in Deutschland) werden könnte ;) ). Das Highlight für mich war der Kollektomat im Dom. Ein Kollektomat sieht aus wie ein gewöhnlicher Bankautomat, nur das man dort nicht Geld abhebt, sondern bezahlt. Auf einem Touchscreen kann man wählen, wofür man spenden will, z.B. für die Orgel, dann zieht man seine Bankkarte durch, gibt den Pincode ein und schließlich bestimmt man die Summe, die man als Kollekte geben will. Schon witzig. Aber da hier fast jeder mit Karte bezahlt und kaum jemand Bargeld dabei hat (ja, auch ich hab mich angepasst), ist das gar keine so dumme Idee. In ein paar Jahren wird es das sicherlich auch in anderen, kleineren Kirchen geben.
Wieder in Malmö angekommen, traf ich mich mit Jenne und gemeinsam machten wir uns auf den Weg ans Meer, vorbei am Turning Torso, einem vom Grund bis zum Dach um 90° gedrehten Hochhaus, holten uns ein Eis und genossen mit Blick auf die Öresund-Brücke die Sonne (die zum ersten leichten Sonnenbrand und noch mehr Sommersprossen führte). Am Abend machten wir mit einer Freundin von Jenne Raclette, tranken den ein oder anderen Sekt und stürzten uns dann ins Malmöer Nachtleben. Doch aus der Disco, die in einer ehemaligen Kirche liegt, drang komische Musik, in der "Stammdisco" von Jenne und ihrer Freundin war gähnende Leere, sodass wir in eine kleine, aber dafür kostenlose Disco gingen. Zwar kannte ich die Musik dort kaum, aber trotzdem war sie gut tanzbar und der Abend ein gelungener.
Sonntag schliefen wir natürlich erstmal aus und gingen dann in Jennes Gemeinde, die glücklicherweise direkt gegenüber von ihrem Haus liegt. Dort fand ein Aktivitetsnachmittag statt, mit gemeinsamem Singen, Fika, Basteln und Gottesdienst. Total spannend, mal in eine andere Gemeinde reinzuschnuppern, die Arbeit dort zu sehen und somit Unterschiede festzustellen. Ein sehr netter Nachmittag! Eine nette Gemeinde, aber meine ist toller =), was aber wahrscheinlich jeder von seiner Gemeinde sagen würde. Nach der Arbeit gönnten wir uns noch eine leckere Pizza und dann machte ich mich auf den Heimweg. Da mein Zug Verspätung hatte - ja, das ist hier auch nicht anders als in Deutschland - war ich erst um 20 vor 12 zuhause. Aber nun gut.
An dieser Stelle nochmal ein fettes Danke an dich, meine liebe Jenne! War richtig duffte bei dir! "Danke an die Handynummer" (*hahaha*, das müsst ihr nicht verstehen, kleiner Insider ;) )
Heute war nun der erste Tag, an dem die Luft so richtig warm, und damit meine ich 19°C, war. Wir hatten zwar schon oft sonniges Wetter und die Sonne hat wirklich schon Kraft, allerdings war die Luft dabei immer noch richtig kalt. Nun aber war es heute auch ohne Sonne frühlingshaft warm. Der Frühling kommt mehr und mehr =)

Sonntag, 11. April 2010

LACH- UND SACHGESCHICHTEN

HEUTE MIT
* der Familienbande
* einer erstaunlichen Entdeckung
* dem erwachenden Schweden
und natürlich



mit der Maus und dem Elefanten



Familienbande
Ostermontag, ungefähr halb 3 war es soweit: Mama und Papa standen vor der Tür!!!!! Wie herrlich!!!!! Es war schon wieder fast 4 Monate her seit ihrem letzten Besuch. Daher war es super-schön, die beiden wieder hier zu haben. Natürlich musste das mit einer ordentlichen Tasse Ostfriesentee und passend dazu natürlich selbstgebackenen Kanelbullen begossen werden :) Der Abend verging rasend schnell, schließlich hatten wir ja auch ne Menge zu erzählen.
Am Dienstag habe ich vormittags gearbeitet, während Mama und Papa sich das Glasbruksmuseet in Surte und die Innenstadt von Kungälv angesehen haben. Am Nachmittag holten die beiden mich in der Kirche ab und gemeinsam fuhren wir nach Alingsås. Und tatsächlich, so weit ist es bis dahin gar nicht, wenn man nicht auf Bus und Bahn angewiesen ist und die Fahrt daher 1,5 Stunden dauert. Die Straße führte so richtig schön durch den Wald, vorbei an einigen, noch leicht gefrorenen Seen. Leider spielte das Wetter nicht so mit....fieser Nieselregen den ganzen Tag lang. Gemeinsam guckten wir uns die Innenstadt an, streiften ein wenig durch die Geschäfte und stärkten uns bei Kaffee und Kuchen in einem Café. Den Abend verbrachten wir Karten spielend in meiner Wohnung, bevor Mama und Papa sich zurück ins Hotel nach Surte begaben.
Den Mittwoch begannen wir in Kungälv, wo wir einen Fabrikverkauf der dort ansässigen Keksfabrik "Göteborgs" entdeckten. Vielleicht kennt ihr die leckeren Ballerina-Kekse mit Himbeerfüllung aus dem IKEA food-Shop. Genau die kommen aus Kungälv :)
Weiter ging es nach Marstrand, einer Insel, etwas nördlich von Göteborg. Die Insel ist wirklich schön, nur leider um diese Jahreszeit noch tot. Da war nix. Na gut, schöne Häuser, Wasser, schöne Aussicht, Sonne, aber die Insel war so gut wie ausgestorben. Daher haben wir uns dort nicht so lange aufgehalten, sondern sind nach Göteborg gefahren und nach einer Fika auf den Lippenstift gefahren, auf dem wir bei dem schönen Wetter eine echt tolle Aussicht hatten. Danach noch eine Fika in der Stadt, das erste Mal in diesem Jahr draussen :) Am Abend sind wir noch in Kungälv essen gegangen und haben anschließend wieder Karten gespielt.
Donnerstag hat es leider geregnet und so sind wir nach Göteborg ins Volvo-Museum gefahren - das reinste Paradies für Papa :) Aber die alten Autos waren wirklich schön - dafür würde ich auch auf nen Käfer verzichten können ;) Dann hieß es SHOPPING. Muss schließlich auch sein.
Freitag war ein richtig toller Tag mit viel Sonne. Am späten Vormittag haben wir uns, gemeinsam mit Susi, auf den Weg Richtung Norden gemacht. Unser Ziel war Nordens Ark, ein Zoo, der aber anders als gewöhnlich nur nordische, vom Aussterben bedrohte Tiere beherbergt. Der Park war wunderschön am Fjord gelegen und sehr naturbelassen. Die Tiere hatten riesige Gehege mitten im felsigen Wald. Außerdem war der ganze Park von einem hölzernen Gehweg durchzogen. Dort hatten wir einen wunderschönen Tag, der mit einer gigantischen Rückfahrt entlang der Fjordküste abgeschlossen wurde. Wahnsinn, die Natur!!!! Überall Wasser, Inseln, Felsen....einfach HAMMER!!!! Das tollste war allerdings, und damit Herzlich Willkommen in Schweden, dass die Straße plötzlich und ohne jegliche Vorwarnung nicht weiterging, vor uns das Meer lag und wir im selben Augenblick auf einer kostenlosen Autofähre standen, die uns auf die andere Seite befördern sollte. Was für alle anderen auf der Fähre wohl völlig normal und absoluter Alltag war, hat uns total geflasht. Typisch Tourist sind wir mit unseren Kameras raus aus dem Auto und ab an die Reeling. Das war die pure Freude! Ich bin immer noch total platt, wenn ich daran denke :D Ein Erlebnis, das ich mein Leben lang bestimmt nicht vergessen werde.
Es ist richtig schön, mal unabhängig von Bussen und Bahnen zu sein und einfach mal draufloszufahren und wirklich was zu sehen von der Landschaft. Was für ein Tag!!!!!
Samstag hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen. Warum gehen tolle Tage immer so schnell vorbei? Danke, meine Lieben, für die tollen Tage mit euch, ich freu mich schon auf den schwedischen Sommer mit euch (auch wenns danach für mich Abschied von diesem wunderbaren Land nehmen heißt :( )

Welche Entdeckung ich gemacht habe, erfahrt ihr nach der nächsten Maus:

Eine erstaunliche Entdeckung

Nachdem Mama und Papa wieder auf dem Weg nach Good-Old-Ostfriesland waren, habe ich mich entschlossen, einen langen Spaziergang zu machen und da der Schnee nun endgültig weg ist, dachte ich mir, ich versuche mal, ganz um den See herum zu gehen. Gesagt, getan. Irgendwann ging die Straße nicht weiter und somit war ich gezwungen einen kleinen Trampelpfad durch den Wald zu nehmen um zur nächsten Straße zu gelangen. Im Wald bin ich dann en wenig auf die Felsen geklettert und entdeckte plötzlich viele kleine Schoko-Ostereier. Na gut, vielleicht keine Ostereier, aber so sah es jedenfalls aus. Mmhhh, dachte ich, könnte von nem Tier stammen und nach intensiver Google-Recherche ist es nicht mehr zu bestreiten: Das war Elchscheiße (entschuldigt bitte diesen Ausdruck)!!!!!!!!!!! Es ist also bewiesen: HIER GIBT ES ELCHE!!!!!!! Nun muss ich mich nur noch auf die Lauer zu legen, vll seh ich dann ja doch nochmal einen in freier Wildbahn. Wie deutsch ich doch noch bin :)

Wie und warum Schweden erwacht, erfahrt ihr nach der nächsten Maus:

Ein erwachendes Schweden

Es ist soweit - der Frühling scheint nun auch hier angekommen zu sein. Der Schnee ist fast gänzlich verschwunden. Die Cafés bauen ihre Terrassen wieder auf. Die Menschen bevölkern wieder Straßen und Caféterrassen. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau. Krokusse und Schneeglöckchen blühen. Bäume, Büsche und Hecken haben massenhaft Knospen. Die Tagestemperaturen steigen schon auf 12-15°C (den nächtlichen Frost beachten wir jetzt einfach mal nicht). Ich habe heute massenhaft Sommersprossen bekommen. Jeder Tag ist 4 - 5 Minuten länger als der vorhergehende (am Sonnenauf- und -untergang gemessen). Die Winterschuhe, Schals, etc. können wieder eingemottet werden. Die kleinen Steinchen, die einen besseren Tritt auf dem Schnee und Eis garantieren sollten verschwinden nach und nach. Die Schweden haben schon Träger-Tops, kurze Hosen und Sandalen hervorgeholt und tragen diese auch. Der See ist nur noch teilweise von einer nunmehr dünnen Eisdecke bedeckt. Ich fahre wieder mit dem Fahrrad zur Arbeit. Willkommen im Frühling, einem Frühling, auf den ich mehr als je zuvor gewartet habe!

Samstag, 3. April 2010

GLAD PÅSK - FROHE OSTERN


OSTERN IN SCHWEDEN
Am Skärtorsdag (Gründonnerstag) ziehen die Kinder als Hexen verkleidet (Påskkärringar) von Tür zu Tür, verteilen selbstgebastelte Osterkarten und wünschen Frohe Ostern und bekommen als Gegenzug Süßigkeiten oder auch Geld geschenkt. Diese Tradition geht auf einen alten schwedischen Glauben zurück, nach dem Hexen (Frauen und Männer) am Gründonnerstag auf ihren Besen nach Blåkulla zum Fest des Teufels geritten sind.
Ich war am Gründonnerstag in einem kleinen Gottesdienst in meiner Kirche. Am Ende des Gottesdienstes, wurde das Licht (sowohl das elektrische als auch alle Kerzen) gelöscht, der Altartisch abgedeckt und eine Jesusfigur am Kreuz aufgestellt.
Karfreitag ist wie in Deutschland auch hier ein Feiertag, doch die Supermärkte und auch andere Geschäfte haben trotzdem geöffnet.
Am Ostersamstag gibt es - zumindest in dieser Gegend - auch ein Osterfeuer, allerdings nicht so groß wie bei uns. Zudem wird an einigen Orten noch ein Osterfeuerwerk veranstaltet.
Ostersonntag (ich glaube, dieser Tag und der 1. Weihnachtstag sind die einzigen Tage des Jahres, an denen alle Geschäfte geschlossen sind) suchen die Kinder auch hier Ostereier, allerdings sind diese nicht aus Schokolade oder gar richtige Eier, die dann in ein Nest gelegt werden, sondern es werden große Pappeier gesucht, die mit Süßigkeiten oder auch kleinen Spielsachen gefüllt sind. Zu Essen gibt es häufig - ähnlich wie an Weihnachten - Köttbullar, Sill (Hering) und Prinskorvar (kleine, gebratene Wiener Würstchen), dazu Påskmust, der genauso schmeckt wie Julmust, nur eben anders heißt.
Den Osterhasen kennt man hier zwar, allerdings spielt er längst nicht so eine große Rolle wie in Deutschland. In den Geschäften findet man auch kaum Schokoosterhasen, dafür aber mehr Schokoküken. Typische Osterdekoration hier sind junge Zweige, die mit potthässlichen bunt gefärbten Federn geschmückt sind - jeder so, wie er es mag.
Ich wünsche euch allen ein wunderschönes und hoffentlich sonniges Osterfest!

Donnerstag, 1. April 2010

Erlebnisse über Erlebnisse

So, meine Lieben, nun komme ich endlich mal wieder dazu, meinen Blog mit den neuesten Erlebnissen zu füttern. Es ist ganz schön viel passiert in letzter Zeit.

Nachdem mein Besuch aus der Heimat wieder weg war, habe ich 3 Tage normal gearbeitet, bevor es dann auf ein Wochenendlager mit unseren Winterkonfis ging. Dieses Mal fuhren wir nach Stenungsö, eine Insel gar nicht mal so weit entfernt von hier. Die Anlage war ganz schön, aber nicht der Standard, den wir hier eigentlich gewöhnt sind (klingt ganz schön krass, ich weiß). Zum Beispiel war die dortige kleine Kirche nicht beheizt, sodass man beim Singen seinen Atem sehen konnte. Bei Minusgraden draussen ist das auch kein Wunder. Aber wir haben ein tolles Wochenende gehabt, an dem es hauptsächlich um "Redovisning" ging. Die Konfirmanden erarbeiten in Kleingruppen zu je einem Thema, das während des Jahres behandelt wurde, eine Präsentation in Form eines Vortrags, eines Theaters, eines Liedes oder wie auch immer. Diese Präsentationen werden dann auf einem gesonderten "Redovisningsfest" den nächsten Angehörigen vorgeführt. Aber natürlich haben wir auch gemeinsam gespielt, sind spazieren gegangen, haben Andachten und einen Gottesdienst gehabt, etc. Besonders an dieser Freizeit war für mich die "Kreuzwanderung", auf der die Konfis mit verbundenen Augen (aber mit Führung) in einer Art Stationenlauf den Leidensweg Jesu nachempfinden sollten. Vielleicht ein bischen krass, aber ziemlich interessant und intensiv.

Nachdem ich am Sonntag wieder zuhause war, hieß es Tasche auspacken und wieder neu packen. Denn am Montag (22/3) ging es für mich Richtung Stockholm. Das hieß, um 7 Uhr aus dem Haus, um 7:42 Uhr mit dem Zug los. In Stockholm angekommen, traf ich mich mit Jenne und gemeinsam machten wir uns völlig unmotiviert auf den Weg zu unserem EVS-Seminar nach Lidingö. Begonnen wurde das Seminar mit dem Essen (ein Lichtblick des Seminars, denn das Essen dort ist richtig gut) und dem Wiedertreffen einiger anderer Volontäre (ein weiterer Lichtblick). Um halb 2 begann dann der eigentliche Teil des Seminars. Mit einem Leiter namens Bengt spielten wir typische Team-Buildings-Spiele, für die wir allerdings vll schon etwas zu alt und zu lange im Jugendbereich arbeiten, sodass jedem Spiel eine, so finde ich, völlig sinnlose Diskussion um das Ziel des Spiels und den gemeinsamen Weg dorthin gab. Nun gut. Um 3 hatten wir dann auch schon frei. Nach dem Abendessen, kam Kristina uns besuchen und wir haben einen lustigen Abend verbracht.
Der nächste Seminartag bestand dann aus Präsentationen aller Freiwilliegen über die jeweiligen Projekte. Es war ziemlich interessant, mal zu hören, was die anderen so machen. Es gibt ganz schön viele Möglichkeiten, einen Freiwilligendienst abzuleisten. Allerdings war auch dieser Tag um 3 Uhr nachmittags wieder vorbei. Ganz schön blöd irgendwie.
Am letzten Seminartag hatten wir noch eine Einheit über den sogenannten Youthpass (eine Art Zeugnis über unseren Freiwilligendienst, die wir aber selber schreiben; ich weiß noch nicht so ganz, was ich davon halten soll) und über unsere restliche Zeit des Dienstes. Noch einmal leckeres Mittagessen und eine Fika und dann ging es ab in die Stadt. Nachdem ich mich von Jenne verabschiedet hatte, machte ich mich auf den Weg nach Sollentuna zu Kristina, die mich schon am Bahnhof erwartete. Kristina zeigte mir das neue Sollentuna-Center, eine recht große Passage, und anschließend spazierten wir (es war nämlich richtig schönes Wetter mit +6°C) durch Sollentuna zu ihrer Gemeinde. Dort blieben wir bis ca. halb 8, da Kristina noch eine Kindergruppe hatte. Super spannend, mal die Arbeit in einer anderen Gemeinde zu sehen. Am Abend kochten wir uns noch etwas leckeres, quatschten und gingen recht früh ins Bett.
Donnerstag begannen wir unseren Tag im Nordischen Museum in Stockholm. Dort sind Teile der Geschichte Schwedens ausgestellt, z.B. Einrichtungsgegenstände und ganze Wohnungen, die Geschichte der Samen und zur Zeit auch Kleidungsstücke der vergangenen 300 Jahre. Ein ziemlich lohnenswertes Museum, muss ich sagen. Nach dem Museumsbesuch machte Kristina sich auf den Weg zur Arbeit und ich mich zum "Junibacken". Ein Museum, wie für mich gemacht :). Dort sind die Orte verschiedener schwedischer Kindergeschichten ausgestellt. So konnte man zum Beispiel in die Villa Kunterbunt, in Petterssons Küche und Werkstatt, ins Mumin-Haus, uvm. Viele der Häuser waren so gebaut, dass Kinder dort wunderbar drin rumklettern können. Man müsste nochmal ein kleines Kind sein.... ;). Später konnte man dann mit einer Art Gondel über verschiedene "Geshichten" fahren. Dabei wurde dann etwas zu der Geschichte oder der Inhalt dieser in Kurzform erzählt. Man fuhr mit der Gondel über den Hof Katthult, über das Land "Nangijala" der Brüder Löwenherz, über die Mattisburg von Ronja, zusammen mit Karlsson über Stockholm und über einige weitere Geschichten. Herrlich!!!!!
Nach ein wenig Kind-Sein war ich wieder bereit für "ernsthafte Kultur" und statte dem Vasa-Museum einen Besuch ab. Nun gut, Schiffe und Geschichte sind nun nicht gerade das, was mich brennend interessiert, aber dennoch ist es echt erstaunlich, wie mächtig und detailliert und wie gut das Schiff nach so langer Zeit auf dem Meeresgrund erhalten ist (95% sind original). Wirklich beeindruckend. Auch das "Drumherum" ist ziemlich gut gemacht, man bekommt einen guten Eindruck vom damaligen Leben an Bord. Die Ausstellung einiger Skelette, die am Wrack gefunden wurden, und deren Rekonstruktionen machen das Schiff noch mehr lebendig. Auch dieses Museum hat sich wirklich gelohnt.
Aber damit auch genug Museum für einen Tag. Am Bahnhof traf ich mich wieder mit Kristina und gemeinsam fuhren wir nach Södermalm. Dort haben wir ersteinmal eine Waffel gegessen. Schließlich war ja Waffeltag =). Danach sind wir ein bischen durch die Straßen und Geschäfte dieses alternativen Viertels gestreift und haben uns in einem ebenso alternativen Café eine Fika gegönnt - so einen wahnsinnig leckeren Blaubeer-Milchshake wie dort habe ich noch nie gehabt... mmmmmhhhhhhhh :P.
Freitag begann unser Tag bei Indiska, einer stark indisch beeinflussten Kleidungs- und Einrichtungskette, denn schließlich gab es heute 20% auf alles, was wir natürlich ausgenutzt haben - als Volontär muss man schließlich sparen :D. Nach unserem erfolgreichen Shopping-Ausflug fuhren wir dann wieder nach Djurgården (auf der Insel befinden sich auch das Nordische Museum, Junibacken und das Vasamuseum), um ins Freilichtmuseum Skansen zu gehen. Dort sind verschiedene regionaltypische schwedische Häuser, Gehöfte oder auch ganze Siedlungen aufgebaut. Außerdem kann man dort verschiedenes altes Hanwerk und Einkaufsläden besichten. So gab es dort z.B. eine Glasbläserei, einen Schreiner, einen Gewürzhandel, ein Eisenwarengeschäft, einen Bäcker, uvm. Leider waren nur wenige Häuser geöffnet. Außerdem gab es im Skansen einen Zoo mit den typischen skandinacischen Tieren (Elch, Vielfraß, Luchs, Bär, Eulen, Rentiere, Wisent, ...), einen Platz an dem der Midsommarbaum aufgebaut war, Dalapferde in Lebensgröße, ... und zu guter Letzt das Streicholzmuseum, in dem hunderte bunte Streichholzschachteln ausgetellt sind. Das Skansen hat sich auch echt gelohnt, aber ich denke, im Sommer ist es noch viel schöner dort.
Am Abend sind Kristina und ich dank eines 2 für 1 - Gutscheines chinesisch essen gewesen.......mumms, wie der Schwede sagt!
Am Samstag haben wir an einem Spieleworkshop teilgenommen, den mein Mentor und sein Kumpel in Stockholm gehalten haben. Zum Glück haben wir die beiden schon in der U-Bahn-Station getroffent, denn leider hatten weder wir noch die beiden die richtige Adresse des Gemeindehauses, in dem der Workshop stattfinden sollte. Dank GPS im I-Phone und mehreren Telefongesprächen mit den dortigen Leitern sind wir mit rund 25 Minuten Verspätung angekommen (Wir hätten noch 2 U-Bahn-Stationen weiter fahren können). Der Workshop war ziemlich interessant, obwohl ich viel schon kannte. Nach dem Workshop haben uns Johan und sein Kumpel noch auf eine Pizza und ein Bier eingeladen (ein Starkbier kann nach langer Abstinenz ziemlich reinhauen ;) ).
Nach einigen Stunden Zug- und Busfahrt war ich dann glücklicherweise wieder zuhause:)

Doch Ausschlafen war leider nicht drin. Denn erstens wurde uns alle ja in der Nacht zum Sonntag eine Stunde geklaut und zweitens stand der nächste Besuch vor der Tür. Früh morgens um halb 9 traf ich Sara und Michaela am Göteborger Bahnhof. Da es ja noch ziemlich früh war, stärkten wir uns ersteinmal mit einem Frühstück, bevor wir uns auf den obligatorischen Göteborg-Entdeckungs-Spaziergang machten, der nahezu alle Göteborger Sehenswürdigkeiten beinhaltet. Doch ein kleines Plus gab es doch, das mein anderer Besuch nicht zu sehen bekam: Eine Modenschau in unserem Einkaufszentrum. Als begeisterte Germanys Next Topmodel - Zuschauerinnen konnten wir natürlich alle Models wunderbar kommentieren. "Für dich habe ich leider kein Foto" - einfach herrlich lustig!!!!! Am Abend waren wir ziemlich kaputt und fielen nach unseren Taccos völlig übermüdet ins Bett.
Am Montag stand Shopping auf dem Programm. Denn dafür ist Göteborg, so finde ich die perfekte Stadt - große Auswahl, alles nah beieinander. Abgerundet wurde der Tag durch einen Abstecher ins Café - drei Mal dürft ihr raten - Villa Villekulla mit Kuchen und heißer Schokolade, wo wir uns mit Franzi und ihrer Freundin aus Deutschland und mit Susi trafen. Am Abend gab es natürlich und typisch schwedisch Köttbullar :)
Am Dienstag war wunderbarstes Frühlingswetter, sodass wir uns entschlossen auf die Schären zu fahren. Wir fuhren wieder bis Styrsö und von da aus liefen wir immer schön am Wasser entlang und über eine Brücke nach Donsö. Dort, wo vor 2 Wochen noch alles verschneit und zugefroren war, ist alles felsig, aufgetaut und beginnt so langsam grün zu werden. Am Hafen von Donsö holten wir uns im Supermarkt ein Eis und setzten uns in die Sonne und genossen das - für mich erste - Eis des Jahres. Nun ist wirklich Frühling (naja, fast, jedenfalls)
Wieder einmal verging die Zeit viel zu schnell, denn am Mittwoch morgen um viertel vor 6 hieß es schon wieder Abschied nehmen :(......ich hatte wieder wunderbare Tage mit lieben Freunden. Ein fettes DANKE an euch und ich hoffe, euch hat es auch gefallen!!!!!