Nun wird es Zeit, dass ich euch von meinem wunderschönen Weihnachtsurlaub mit Susi, Kristina, Franzi, Jenne und Daniel (alles deutsche Volontäre in der schwedischen Kirche) berichte. Das Abenteuer begann für mich 2 Stunden, nachdem ich Mama und Papa verabschiedet hatte. Mein Zug Richtung Stockholm startete. Auf der Fahrt durch das wunderschön verschneite Schweden von der Westküste zur Ostküste, habe ich das erlebt, wovon alle träumen... in Gedanken versunken guckte ich aus dem Fenster und erblickte plötzlich direkt neben dem fahrenden Zug etwas, das kein Baum, kein Feld, keine Pflanze, kein Haus und kein Reh war - dort stand ein ELCH!!!!!! Endlich! Nach 4 Monaten in Schweden habe ich den ersten Elch in freier Wildbahn gesehen....genau genommen war es eine Elchkuh, denn sie hatte kein Geweih ("Emanzipation ist, wenn auch die Elchkuh ein Geweih tragen darf" aus "Es ist ein Elch entsprungen" von Andreas Steinhöfel). Ach war das schön, aber leider zu schnell vorbei! Das hat mich auch ein bischen von den Gedanken an Mama und Papa abgelenkt, die immer noch auf dem Flughafen saßen, da die deutschen Flughäfen wegen Schnee geschlossen waren und die Maschine daher nicht hätte landen können (sie sind dann aber doch noch geflogen ;) ).
In Stockholm angekommen machte ich mich mit der Tunelbana auf nach Brommaplan, wo ich noch für unser Abendessen einkaufte und fuhr von da aus mit dem Bus weiter in Richtung Ziel. Mit dem Busfahren ist das in Stockholm gar nicht so einfach, da man nämlich nicht bar bezahlen kann, sondern vorher ein Ticket kaufen muss, was ich nicht wusste. Aber nach leichten Verständigungsproblemen mit dem unfreundlichen Busfahrer konnte ich dann mit einem SMS-Biljett fahren.
Nach einer halben Stunde Fahrt stieg ich mitten im Wald aus und wurde von den anderen herzlich begrüßt. Dann hieß es ab in den Wald. Ca. 20 Minuten laufen (inkl. Gepäck versteht sich) und da waren wir: In unserem wunderschönen roten Holzhaus, mitten im Wald, fernab von jeglicher Zivilisation, direkt am See, alles verschneit, ca. 50 cm Schnee, Eiszapfen am Haus - mitten in einem Wintermärchen. Gemeinsam kochten wir Abendessen, machten es uns gemütlich und verfielen später in Panik. Denn im Haus gab es Mäuse - wie viele wusste keiner. Nur mal kam eine hinter der Toilette hervor, mal unter der Dusche (in beiden Badezimmern), mal huschte eine über den Flur, eine Packung Nougat lag nicht mehr auf dem Wohnzimmertisch, sondern angefressen auf dem Fussboden und zu allem Überfluss sprang eine Maus aus einem Karton, als Daniel diesen verschieben wollte. Dieser Vorfall hatte zur Folge, dass 6 deutsche Volontäre in diesem wunderschönen Haus im Wohnzimmer auf die Stühle sprangen. Das wäre für Aussenstehende bestimmt ein äußerst amüsanter Anblick gewesen. Gegenseitig aufgepuscht waren wir alle ein wenig ängstlich, paranoid, aufgebracht, auf der Suche nach Alternativen zu diesem Weihnachts(alp)traum. Da waren ein paar Schnäpse nötig, um uns alle wieder auf den Boden der Tatsachen zu bringen und morgens um 5 Uhr zu beschließen, doch erstmal schlafen zu gehen und am nächsten Tag weiterzusehen. Wie das dann a
uch meistens so ist, sah am nächsten Morgen die Welt wieder ganz anders aus und wir beschlossen, in unserem Wintermärchen zu bleiben. Es wurde, wie übrigens jeden Tag, ausgiebig gefrühstückt, ein Spaziergang gemacht, gelesen, Karten gespielt, viel geredet, viel gelacht, lustige Filmchen auf Youtube geguckt, gebastelt, gekocht, gegessen (im Dunkeln isst man mehr, haben wir gelesen, und da es durch das täglich Ausschlafen immer nur ganz wenige Stunden hell war (ab 2, halb 3 dämmerts), haben wir entsprechend viel gegessen), Tee getrunken, abends alle Lebensmittel möglichst mäusesicher verstaut etc. Ein echt super entspannter Urlaub! Franzi und Susi, die an diesem Tag mit dem Bus zum Einkaufen waren, haben doch tatsächlich auch einen Elch gesehen. Für mich blieb es leider nur bei einer Maus , Reh- und Elchspuren im Schnee und dem Rufen eines Elchs mitten in der Nacht. Aber dafür hatte ich "meinen" Elch ja auf der Hinfahrt gesehen. 
Auf dem Foto seht ihr: mich, Jenne, Kristina, Franzi, Susi und Daniel (vlnr)
Der Dienstag lief dann genauso entspannt ab, wie der Montag mit dem kleinen Unterschied, dass wir diesen Tag in der Sauna waren und statt kalt zu duschen sind wir in den tiefen Schnee gesprungen - das war ein Erlebnis!
Mittwoch machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg nach Stockholm. Ein kleiner Kulturschock - vom Nichts in die Großstadt ;). Wir Mädels begannen unseren Stockholmtag natürlich erst einmal in einem Café, schließlich war ja auch schon wieder Mittag, während Daniel in rekordverdächtiger Zeit Weihnachtsgeschenke einkaufte. Nach dem Café bummelten wir ein wenig über den Weihnachtsmarkt in Gamla Stan und streiften noch ein wenig durch die Geschäfte. Achja, an diesem Tag war ich zum ersten Mal in einem System Bolaget, denn unser Sekt für Weihnachten war auf mysteriöse Art und Weise verschwunden ;). Daher brauchten wir Nachschub. Um halb 4 machten wir uns schließlich auf den Rückweg. Franzi, Kristina und ich kauften noch in dem auf dem Weg liegenden Supermarkt Lebensmittel für die nächsten Tage, während die anderen schon in unser Waldhäuschen fuhren. Dort angekommen, machte ich eine grausige Entdeckung: Mausi, wie wir unsere Hausmaus liebevoll nannten, lag noch an der selben Stelle wie am Vormittag, sie war tot =( Keine Maus huschte mehr vorm Badezimmer entlang, keine Maus besuchte einen auf der Toilette...
Am Abend haben wir zur Ablenkung von Mausis Tod gebacken, gelesen, gebastelt, Karten gespielt....ganz entspannt! Zu später Stunde wurde allerdings klar, Mausi war nicht die einzige tierische Bewohnerin des Hauses, mindestens ein Artgenosse lebte noch da ;). Also, waren wir wieder in Gesellschaft einer Hausmaus, die wir auch weiterhin Mausi nannten.



Dann war er da: JULAFTON! HEILIGABEND! Der Tag wurde begonnen mit einem - wie immer - entspannten, gemütlichen Frühstück. Es war ein wunderschöner Tag - kalt, Sonne, Schnee, wahnsinniges Licht - wie im Bilderbuch! Also sind Susi, Kristina und ich spazieren gewesen, direkt am See entlang - so wunderschön! Es ist wirklich erstaunlich, welche Gebilde die Natur schaffen kann. Was wir gesehen haben, kann man nicht beschreiben und auch durch Bilder nur einen kleinen Eindruck gewinnen, man muss es einfach erlebt haben. Das war echt perfekt! Nach dem Spaziergang und einer Dusche zum Aufwärmen gab es Tee und Kekse, dazu haben wir Weihnachtslieder gesungen - richtig gemütlich. Dann wurde es auch Zeit für Deko und Essen vorbereiten/ kochen. Unser Weihnachtsessen bestand aus Bohnen, Brockoli, Lachs, überbackenem Hühnchen, Kartoffelgratin, weißer Soße und Salat, gezaubert von Franzi und ihren fleißigen Helferlein und zum Nachtisch gab es Apfelcrunchy mit Vanillisoße und Baileys und natürlich die Weihnachtsgeschichte und weitere Lieder. Nach bzw. zwischen dem Essen haben alle mit ihren Familien telefoniert. Das erwartete große Heimweh blieb aber zum Glück aus. So konnten wir uns dann an die Bescherung machen. Im Wohnzimmer stand schon bei unserer Ankunft ein Weihnachtsbaum, der genau wie der Rest des Raumes von unserem "Deko-Team" liebevoll weihnachtlich geschmückt war. Neben dem Baum stand ein großer Gabentisch mit allen Geschenken. Zunächst haben wir uns gegenseitig beschenkt, bevor wir die Geschenke von zuhause ausgepackt haben. Da wir uns in der Küche wohler gefühlt haben als im Wohnzimmer, sind wir nach der Bescherung auch wieder nach oben gegangen und haben den restlichen Abend gewohnt gemütlich verbracht.
Dieses Jahr war Weihnachten anders, aber trotzdem wunderschön und bestimmt unvergesslich! Danke, meine Lieben!
Der erste Weihnachtstag lief ab, wie alle anderen Tage auch......ganz entspannt. Nur leider war das Wetter nicht mehr so schön. Es taute, die Eiszapfen troften und der Schnee von den Bäumen verschwand. Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen hieß es Abschied nehmen. Jenne und Franzi fuhren über Nacht mit dem Bus zurück nach Malmö. So brachten wir sie zum Bus, entsorgten endlich unseren Müll, denn erst an diesem Tag hatten wir die zum Haus gehörige Tonne an der Straße (wohlgemerkt, 15 Minuten Fußweg) entdeckt. Wieder im Haus, war es irgendwie leer, die beiden haben gefehlt. Aber auch für uns hieß es nun so langsam Sachen packen und aufräumen.
Am nächsten Morgen das letzte gemeinsame Frühstück, Reste einpacken, putzen, und ab mit dem Gepäck bergauf durch den gefrorenen Schneematsch mit Neuschneeauflage und dazu Schneefall. Es ist gar nicht so einfach und ganz schön anstrengend, Koffer durch diesen Untergrund zu ziehen. Statt einer Viertelstunde haben wir die doppelte Zeit bis zur Bushaltestelle benötigt. Am Bahnhof verabschiedeten Susi und ich uns von Kristina und Daniel und mit einer Stunde Verspätung kam ich dann auch endlich in Göteborg an.
Fazit: Ein wunderschöner, unvergesslicher, märchenhafter Urlaub mit einem ganz besonderen Weihnachtsfest und lieben Freunden! DANKE!
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