Am Mittwoch, den 16.12. war es endlich so weit - Mama und Papa waren im Anmarsch. Da ich den Tag frei hatte, habe ich beschlossen, sie vom Flughafen abzuholen. Das Geld für den Flugbus wollte ich sparen, da zum City-Airport auch eine normale Busverbindung besteht, für die meine Karte gilt. Gut, leider hatte ich einen Busfahrer erwischt, der Gas und Bremse gerne mal verwechselte, so dass mein Bus Verspätung hatte und - wie sollte es anders sein - ich meinen Anschlussbus verpasste (ich sah ihn noch an mir vorbei sausen). Da stand ich nun, in the middle of nowhere, auf einer Landstrasse, wo der Wind fegte, keine Straßenlaternen, kein Haus, kein Bürgersteig und noch 5 km bis zum Flugplatz. Super! Nachdem ich ein Stückchen gegangen war, von allen Autos angeblinkt wurde, den Busfahrer verflucht hatte und nun total deprimiert war, kam mir ein Taxi entgegen, was ich in meiner Verzweiflung anhielt. Zu einem völlig überhöhten Preis bin ich dann mit dem Taxi zum Flughafen gefahren. Und wenn schon alles einmal schief geht, dann darf natürlich auch nicht fehlen, dass das Flugzeug erst mit einer halben Stunde Verspätung gelandet ist. Nach einem mir endlos erscheinenden Warten kamen dann endlich Mama und Papa durch die Tür und ich konnte sie nach 4 Monaten endlich wieder drücken! Mann, war das schön! Mit dem Flugbus, sind wir dann ins Zentrum gefahren, haben im Hotel eingecheckt und sind Essen gegangen (vor lauter Aufregung hatte ich nämlich völlig vergessen, etwas zu essen). Danach sind wir noch durch das nächtliche Göteborg spaziert und schließlich bin ich überglücklich in meine Wohnung gefahren.
Am Donnerstag morgen habe ich Mama und Papa im Hotel abgeholt und wir haben uns ans Sightseeing gemacht ;). Saluhallen, Kungsgatan, Järntorget, Haga, Café Villekulla (schließlich müssen meine Lieben doch mein Lieblingscafé kennenlernen), Nordstan. Anschließend haben wir in meiner Wohnung einen guten Ostfriesentee getrunken und sind schließlich nach Nol in meine Kirche gefahren, wo an diesem Abend Julbord für die Gemeinde war. Begonnen wurde dort mit Glögg, dann gabs Essen, dann ein kleines Spaßprogramm, Kaffee und Godis und zum Abschluss eine Andacht. Mama und Papa haben zwar nichts verstanden, aber dennoch hat es ihnen sehr gut gefallen, da die Athmosphäre einfach der Knaller war. Und die alte Lady, von der ich im August schon einmal berichtet habe, war auch da und hat sich sehr gefreut, mit meinen Eltern deutsch reden zu können. Auch für mich war dieser Abend wunderschön, denn nun kennen Mama und Papa auch fast alle meine Kollegen, und die kennen meine Eltern. Irgendwie ist das ein schönes Gefühl.
Am Freitag sind wir über die Avenyn flaniert, bevor wir uns mit Johan in seiner Wohnung getroffen haben. Dort haben wir zunächst Lunch gegessen und sind dann mit ihm ans Meer gefahren. Wunderschön! Er hat uns eine Stelle gezeigt, an die keine Touristen kommen, daher war es da noch sehr ursprünglich. Dadurch dass es richtig knackig kalt war, war auch alles weiß und mit Eis bedeckt. Total herrlich! Anschließend haben wir uns auf den Weg nach Liseberg gemacht. Schließlich müssen Mama und Papa doch DIE Göteborger Attraktion in der Weihnachtszeit gesehen haben. Millionen von Lichtern, Verkaufsstände mit (schwedischen) (selbstgemachten) Weihnachtsartikeln, Glögg, Rentiere, Eiskünstler, Weihnachten. Dieses Mal war es auch richtig kalt und es hat nicht geregnet, so wie bei meinem letzten Lisebergbesuch. Und dieses Mal habe ich auch alles gesehen, denn das war mit den Konfis nicht möglich ;). Den Abend haben wir dann bei etwas Glögg gemütlich in meiner Wohnung verbracht.
Samstag waren wir zunächst noch einmal in den Saluhallen und in der Nordstan, um alle Mitbringsel / Weihnachtsgeschenke zu besorgen, dann wollten wir eigentlich auf den "Lippenstift" ins Café, denn von dort soll man einen super Blick über Göteborg haben, was bei dem Sonnenschein richtig toll gewesen wäre, doch leider war der "Lippenstift" für die Allgemeinheit geschlossen - schade! Also sind wir nach Haga gefahren und haben es uns im Café Husaren, in dem es die größten Kanelbullen der Stadt gibt, gemütlich gemacht und natürlich eine solche Bulle gegessen. Am späten Nachmittag / Abend haben wir in meiner Wohnung ein wenig Weihnachten gefeiert und schon ein paar Geschenke ausgepackt.
Sonntag morgen hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen. Um 10 Uhr ging der Flugbus aus der Stadt. Das war schon ganz schön traurig als die beiden in den Bus gestiegen sind (ich bin nicht mehr mit zum Fluhafen gefahren, da um 12 Uhr mein Zug Richtung Weihnachtsurlaub ging). Sobald der Bus aber abgefahren war, war es in Ordnung, denn es geht mir hier ja gut und ich will hier sein. Außerdem stand mir ein Urlaub mit meinen Volontärfreunden bevor, auf den ich mich schon riesig gefreut habe - er war nur noch eine lange Bus- und Zugfahrt entfernt.
Das war mein Mama-und-Papa-Besuch. Es war richtig schön, euch hier gehabt zu haben und euch ein bischen von meinem Schwedenleben zu zeigen! Bis zum April!!!!!
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