Samstag, 26. September 2009

"Aber man muss nicht vergessen...."

".... das Leben kein Ponyhof ist"
Vorbei ist eine sehr schöne Woche in Helsjön, südlich von Göteborg, mitten im Wald an einem See. Ich habe die meisten anderen deutschen Volontäre wiedergetroffen und viele schwedische Volontäre kennengelernt. Die Woche war durchzogen von einer ganzen Menge Spaß, vielen neu gelernten schwedischen Wörtern wie "cykelnykel", was "Fahrradschlüssel" bedeutet, aber irgendwie viel niedlicher und lustiger klingt. Die Woche haben Anna und Karin von der schwedischen Kirche, Elisabeth, Lehrerin in Helsjön und Rasmus, Pastor, der Zitat "sehr gut deutsch" spricht, allerdings nicht viel mehr sagen konnte als "genau", "sehr gut", "Bratwurst und Bier", "das Leben kein Ponyhof ist" und "ich spreche sehr gut deutsch, sehr gut, genau", was ziemlich amüsant war. Was noch wichtig ist, es gab immer eine Morgen- und eine Abendandacht, 2 Mal täglich warmes Essen, zwischendurch ständig Kaffeepausen und jeden Abend nach der Andacht noch eine Kvällsfika (Abendfika).
Ansonsten haben wir diese Woche folgendes gemacht/ erlebt:

Montag:
In Kungsbacka, wo wir alle am Bahnhof ankamen, wurden wir mit einem gecharterten Reisebus abgeholt und nach Helsjön gefahren, wo wir direkt Mittagessen bekamen. Anschließend bekamen wir unsere Zimmer und konnten uns erst einmal einrichten. Danach trafen wir uns, spielten einige Spiele, machten Vorstellungsrunden - das Übliche für den ersten Tag. Am Abend gab es weitere Spiele.

Dienstag:
Am Morgen hatten wir Deutschen eine Einführung in die Geflogenheiten der schwedischen Kirche, wie ein Abendmahl vorzubereiten ist und wie das Psalmbuch aufgebaut ist. Nach dem Mittagessen machten wir eine Rallye rund um den See, bei der es Fragen zu den einzelnen Teilnehmern zu beantworten gab, die jeder am Tag vorher vorbereitet hat. Der Weg war teilweise ein wenig rutschig und über Stock und Stein, aber doch sehr schön. Anschließend wurde unsere Gruppe erneut geteilt und wir Deutschen sprachen mit Anna über unsere Situation in der jeweiligen Kirche, über das Volontärjahr und den Aufbau der schwedischen Kirche. Am Abend wurden wir über die Bausteine einer Andacht informiert und in Gruppen eingeteilt, in denen wir dann "unsere" Andachten planten.

Mittwoch:
Am Mittwoch Vormittag ging es dann um die Unterschiede zwischen Schweden und Deutschland und über die Dinge, die in unserem jeweiligen Land ein "No-Go" sind, immer gut und Dinge, die man machen sollte. Anschließend sollten wir uns unsere Ergebnisse gegenseitig präsentieren. Naja, die Schweden hatten richtig gute Anspiele vorbereitet und wir haben nur einen einfachen, vll. sogar langweiligen Vortrag gehalten.....vielleicht ist das auch typisch. Am Nachmittag gab es eine Themeneinheit zum Glauben, Glaubensbekenntnis und der schwedischen Kirche. Ich fand es teilweise ein wenig übertrieben, aber nun gut. Hier in Sch
weden ist die Kirche nun mal ein wenig mehr symbollastig und "extremer" (vll. ist es der falsche Ausdruck) als in Deutschland. Am Abend gab es einen Spieleabend, der dem ersten in Weimar im Januar aber absolut nicht das Wasser reichen kann. Manchmal kann man Spiele auch tot spielen....aber trotzdem war es gut und lustig.

Donnerstag:

Ja, der gefürchtete Donnerstag. Auf unserem Plan stand eine Pilgerwanderung von 9:20 - 17:00. Da es auch noch regnete war unsere Stimmung schon gleich beim Aufstehen im Keller. Aber gut, Frühstück, Rucksack mit Proviant packen, Treffen vor dem Haus. Zum Glück hatte der Regen aufgehört. Wir bekamen einen Wanderfreund aus der Klasse "Svenska Kyrkran Grundkurs"(Helsjön ist eine Art Schule, aber das ist sehr komplex hier zu erklären)
zugeteilt, mit dem wir die Wanderung bestreiten sollten. Mein "Vandrarkompis" hieß Mikael, war 44 Jahre, war früher Fotograf und suchte nun etwas Neues in seinem Leben und wollte in der Kirche arbeiten, wofür dieser Kurs Voraussetzung ist. Wir verstanden uns gut und hatten uns eine Menge zu erzählen. Während der Wanderung machten wir immer wieder Stops, um über eine Pilgerung und deren "Zutaten" wie Hut, Schuhe, Rucksack, Pilgerstab, etc. zu erfahren, zu beten oder Fika zu machen. Unser Weg führte durch den Wald, hinauf auf einen Berg, von dem man eine wahnsinnge Aussicht über viel Wald und zahlreiche Seen hatte.....das war der Hammer! Leider regnete es, als wir oben waren und die Aussicht war somit getrübt. Doch plötzlich kam trotz des Regens die Sonne raus.....ein gewaltiger Augenblick! Schlussendlich dauerte die Wanderung nur bis halb 3 und durch die vielen Pausen sind wir auch nicht sooooo viel gelaufen. Aber trotz der anfänglichen, ziemlich großen Bedenken muss ich sagen, dass der Tag echt gelungen, interessant und super war.
Am Abend haben wir dann noch den dänischen Film "After the Wedding" geguckt. War sehr schön und traurig.

Freitag:
Abfahrtstag. Am Vormittag noch ein Bibelstudium, Abschlussandacht, Mittag und ab zum Linienbus. Leider hatte der Bus Verspätung, sodass wir unseren Zug nach Göteborg verpassten. Doch halb so schlimm, der Zug fährt alle halbe Stunde.
Großes Verabschieden, ab nach Haus.

Fazit:
Tolle Woche, anstrengend, totmüde, tolle Schweden kennengelernt, Volontärtreffen/ party in Göteborg in Planung, Vorfreude auf Weihnachten.


Achso, eins hab ich noch vergessen. Hier ist die Kirche in verschiedene Stifte eingeteilt, ähnlich zu unserem Synodalverband. Ich gehöre zum Göteborgstift. Und von meinem Stift werden regelmäßige Treffen in Cafes oder so organisiert, sodass die Volontäre sich austauschen können. Voll toll!

Gestern Abend war ich noch zum Krik, allerdings waren wir nur zu viert, sodass wir nicht sporten waren, sondern einfach nur Fika machten und ein Spiel spielten. Zu meinem Glück beendeten wir den Abend schon recht früh, denn ich war echt hundemüde! Heute mach ich einfach einen Relax-Tag zu Hause und morgen gehts ab zur Buchmesse in Göteborg mit Susi und Anna (schwedische Volontärin) und vll. kommen auch noch andere Volontäre mit.

Eine schwedische Weisheit zum Schluss: "Livet är en dans pa° rosor" (dt.: "Das Leben ist ein Tanz auf Rosen").

1 Kommentar:

  1. Frauke meine liebe, du hast das Zitat völlig falsch verstanden! ;-) livet är INGEN dans på rosor. Das Leben ist also KEIN Tany auf Rosen! ;-)

    AntwortenLöschen