Montag, 28. September 2009

Guten Morgen, Väterchen Frost!

Nur eine kleine Information am Rande....als ich vor gut einer Stunde aufgestanden bin, zeigte mein Thermometer 1,3°C an. Tiefsttemperatur heut Nacht war laut Gradmesser 0,2°C. Dem weißen Überzug der Wiese neben meinem Haus und dem der Dächer nach zu urteilen, hat es sogar gefroren. So langsam wird es Zeit für die warmen Pullover, Winterjacke und Winterschuhe....

Sonnige Grüße in den warmen Süden!

PS: eigentlich ist heute schon Dienstag, fragt mich nicht, warum dieser Eintrag als Montags-Eintrag gezeigt wird.....komische Sache

Bokmässa

Gestern waren Susi und ich auf der Buchmesse in Göteborg - die größte Buchmesse Schwedens. Wie der Zufall es so will haben wir sogar Sven Nordqvist, Autor von Pettersson und Findus, und Henning Mankell (s. Foto) gesehen. Beim Vortrag von Mankell saßen wir sogar in der ersten Reihe..... na, lieber Leser, neidisch? *hihihi* ;) Alles in allem war es sehr interessant, viel zu viele Eindrücke, riesengroß, total spannend, viele Bücher, die ich hätte kaufen wollen - leider war es nicht möglich, alles zu sehen. Aber es war bestimmt nicht meine letzte Buchmesse. Abgeschlossen haben wir den Tag mit einem Spaziergang durch Göteborg und einer Fika in einem netten Haga-Café, in dem wir nicht zum ersten und bestimmt auch nicht zum letzten Mal waren.

Heute war Mentor-Meeting mit Johan in seiner Wohnung, anschließend bin ich noch ein wenig durch Göteborg "flaniert" - herrlich, wie immer! Hab außerdem heute meine Biathlon-Tickets bezahlt (muss nun nur noch warten, das mir die Online-Tickets zugesendet werden) und die Fahrkarten nach Östersund und zurück gekauft. Das zweite Adventswochenende kann kommen!!!! Freu mich jetzt schon riesig darauf!

Hier ist nun der Herbst vollkommen angekommen. Es ist permanent windig bis stürmisch, alles liegt voll Bucheckern, Kastanien und Eicheln, es wird kälter, um halb 8 abends ist es finster und die Bäume tragen schöne, bunte Kleider. Irgendwie freu ich mich schon auf die dunkle Jahreszeit....

Das wars für heute.....bis zum nächsten Mal allerliebste Grüße an alle Leser!

Samstag, 26. September 2009

"Aber man muss nicht vergessen...."

".... das Leben kein Ponyhof ist"
Vorbei ist eine sehr schöne Woche in Helsjön, südlich von Göteborg, mitten im Wald an einem See. Ich habe die meisten anderen deutschen Volontäre wiedergetroffen und viele schwedische Volontäre kennengelernt. Die Woche war durchzogen von einer ganzen Menge Spaß, vielen neu gelernten schwedischen Wörtern wie "cykelnykel", was "Fahrradschlüssel" bedeutet, aber irgendwie viel niedlicher und lustiger klingt. Die Woche haben Anna und Karin von der schwedischen Kirche, Elisabeth, Lehrerin in Helsjön und Rasmus, Pastor, der Zitat "sehr gut deutsch" spricht, allerdings nicht viel mehr sagen konnte als "genau", "sehr gut", "Bratwurst und Bier", "das Leben kein Ponyhof ist" und "ich spreche sehr gut deutsch, sehr gut, genau", was ziemlich amüsant war. Was noch wichtig ist, es gab immer eine Morgen- und eine Abendandacht, 2 Mal täglich warmes Essen, zwischendurch ständig Kaffeepausen und jeden Abend nach der Andacht noch eine Kvällsfika (Abendfika).
Ansonsten haben wir diese Woche folgendes gemacht/ erlebt:

Montag:
In Kungsbacka, wo wir alle am Bahnhof ankamen, wurden wir mit einem gecharterten Reisebus abgeholt und nach Helsjön gefahren, wo wir direkt Mittagessen bekamen. Anschließend bekamen wir unsere Zimmer und konnten uns erst einmal einrichten. Danach trafen wir uns, spielten einige Spiele, machten Vorstellungsrunden - das Übliche für den ersten Tag. Am Abend gab es weitere Spiele.

Dienstag:
Am Morgen hatten wir Deutschen eine Einführung in die Geflogenheiten der schwedischen Kirche, wie ein Abendmahl vorzubereiten ist und wie das Psalmbuch aufgebaut ist. Nach dem Mittagessen machten wir eine Rallye rund um den See, bei der es Fragen zu den einzelnen Teilnehmern zu beantworten gab, die jeder am Tag vorher vorbereitet hat. Der Weg war teilweise ein wenig rutschig und über Stock und Stein, aber doch sehr schön. Anschließend wurde unsere Gruppe erneut geteilt und wir Deutschen sprachen mit Anna über unsere Situation in der jeweiligen Kirche, über das Volontärjahr und den Aufbau der schwedischen Kirche. Am Abend wurden wir über die Bausteine einer Andacht informiert und in Gruppen eingeteilt, in denen wir dann "unsere" Andachten planten.

Mittwoch:
Am Mittwoch Vormittag ging es dann um die Unterschiede zwischen Schweden und Deutschland und über die Dinge, die in unserem jeweiligen Land ein "No-Go" sind, immer gut und Dinge, die man machen sollte. Anschließend sollten wir uns unsere Ergebnisse gegenseitig präsentieren. Naja, die Schweden hatten richtig gute Anspiele vorbereitet und wir haben nur einen einfachen, vll. sogar langweiligen Vortrag gehalten.....vielleicht ist das auch typisch. Am Nachmittag gab es eine Themeneinheit zum Glauben, Glaubensbekenntnis und der schwedischen Kirche. Ich fand es teilweise ein wenig übertrieben, aber nun gut. Hier in Sch
weden ist die Kirche nun mal ein wenig mehr symbollastig und "extremer" (vll. ist es der falsche Ausdruck) als in Deutschland. Am Abend gab es einen Spieleabend, der dem ersten in Weimar im Januar aber absolut nicht das Wasser reichen kann. Manchmal kann man Spiele auch tot spielen....aber trotzdem war es gut und lustig.

Donnerstag:

Ja, der gefürchtete Donnerstag. Auf unserem Plan stand eine Pilgerwanderung von 9:20 - 17:00. Da es auch noch regnete war unsere Stimmung schon gleich beim Aufstehen im Keller. Aber gut, Frühstück, Rucksack mit Proviant packen, Treffen vor dem Haus. Zum Glück hatte der Regen aufgehört. Wir bekamen einen Wanderfreund aus der Klasse "Svenska Kyrkran Grundkurs"(Helsjön ist eine Art Schule, aber das ist sehr komplex hier zu erklären)
zugeteilt, mit dem wir die Wanderung bestreiten sollten. Mein "Vandrarkompis" hieß Mikael, war 44 Jahre, war früher Fotograf und suchte nun etwas Neues in seinem Leben und wollte in der Kirche arbeiten, wofür dieser Kurs Voraussetzung ist. Wir verstanden uns gut und hatten uns eine Menge zu erzählen. Während der Wanderung machten wir immer wieder Stops, um über eine Pilgerung und deren "Zutaten" wie Hut, Schuhe, Rucksack, Pilgerstab, etc. zu erfahren, zu beten oder Fika zu machen. Unser Weg führte durch den Wald, hinauf auf einen Berg, von dem man eine wahnsinnge Aussicht über viel Wald und zahlreiche Seen hatte.....das war der Hammer! Leider regnete es, als wir oben waren und die Aussicht war somit getrübt. Doch plötzlich kam trotz des Regens die Sonne raus.....ein gewaltiger Augenblick! Schlussendlich dauerte die Wanderung nur bis halb 3 und durch die vielen Pausen sind wir auch nicht sooooo viel gelaufen. Aber trotz der anfänglichen, ziemlich großen Bedenken muss ich sagen, dass der Tag echt gelungen, interessant und super war.
Am Abend haben wir dann noch den dänischen Film "After the Wedding" geguckt. War sehr schön und traurig.

Freitag:
Abfahrtstag. Am Vormittag noch ein Bibelstudium, Abschlussandacht, Mittag und ab zum Linienbus. Leider hatte der Bus Verspätung, sodass wir unseren Zug nach Göteborg verpassten. Doch halb so schlimm, der Zug fährt alle halbe Stunde.
Großes Verabschieden, ab nach Haus.

Fazit:
Tolle Woche, anstrengend, totmüde, tolle Schweden kennengelernt, Volontärtreffen/ party in Göteborg in Planung, Vorfreude auf Weihnachten.


Achso, eins hab ich noch vergessen. Hier ist die Kirche in verschiedene Stifte eingeteilt, ähnlich zu unserem Synodalverband. Ich gehöre zum Göteborgstift. Und von meinem Stift werden regelmäßige Treffen in Cafes oder so organisiert, sodass die Volontäre sich austauschen können. Voll toll!

Gestern Abend war ich noch zum Krik, allerdings waren wir nur zu viert, sodass wir nicht sporten waren, sondern einfach nur Fika machten und ein Spiel spielten. Zu meinem Glück beendeten wir den Abend schon recht früh, denn ich war echt hundemüde! Heute mach ich einfach einen Relax-Tag zu Hause und morgen gehts ab zur Buchmesse in Göteborg mit Susi und Anna (schwedische Volontärin) und vll. kommen auch noch andere Volontäre mit.

Eine schwedische Weisheit zum Schluss: "Livet är en dans pa° rosor" (dt.: "Das Leben ist ein Tanz auf Rosen").

Sonntag, 20. September 2009

Ich bin dann mal weg.....

...ab morgen gehts für 5 Tage nach Helsjön aufs Seminar. Freu mich und bin schon ganz gespannt. Um 10:47 geht mein Zug von Göteborg, n bischen blöd, denn Susi und Nils fahren um 11:17, also muss ich in Kungsbacka (nur ne halbe Zugstunde entfernt), wo wir alle von einem Bus aufgegabelt werden, auf sie warten. Das hat die Organisation ja ganz prima hinbekommen.

In den letzten Tagen gabs nichts besonderes.... ich lern nur immer mehr Leute kennen. Wie gut, dass ich ein relativ gutes Namensgedächtnis hab ;). Donnerstag war Konfi und Jugendgruppe, Freitag war ich faul und abends beim Krik. Samstag war ich erst mit Susi in Gbg shoppen, dann haben wir Nils abgeholt und sind ab in den Slottspark, haben in der Sonne gelegen, im Cafe gesessen, den dortigen kleinen Zoo besucht und tatsächlich nen Elch gesehen. Nun fehlt nur noch einer in freier Wildbahn.

Also, munter bleiben! Bis zum nächsten Eintrag!

Donnerstag, 17. September 2009

*jiiiiiihaaaaaa*

Kurzer Nachtrag: Hab soeben ein Zimmer in Östersund gebucht!!!!!! War ganz schön schwer, was günstiges zu finden, das noch nicht ausgebucht ist......jetzt fehlen nur noch die Biathlon-Tickets und ein Zugticket und dann kann der Dezember kommen!!!!! Ich freu mich sooooooo!

Det var jätte roligt!!!

Hejsan!
Am Montag hatte ich wieder ein Mentor-Meeting mit Johan in seiner "Wow!-Dieser Ausblick!"- Wohnung. Nachdem das Meeting beendet war, bin ich einfach losgegangen und habe mich von dieser tollen Stadt Göteborg treiben lassen....hier in ein kleines Geschäft, da ein wenig gesessen und Leute beguckt, dann weiter, mal sehen, was so kommt......das war herrlich! In dieser großen Stadt, in der ich nun wirklich (fast) niemanden kenne, habe ich es doch tatsächlich geschafft, an einem Nachmittag 2 mal Nils zu treffen (okee, 1 mal hab ich ihn nur von weitem gesehen) und dann noch einen Mitschüler von mir zu sehen.....irgendwie ist eine Großstadt auch ganz schön klein.

Dienstag und Mittwoch ist nichts wahnsinnig aufregendes passiert, aber heute morgen war die Schule echt toll. Wir haben mit einer anderen Klasse eine Art Rallye zum See gemacht und ne ganze Menge Spaß dabei gehabt. Meine Gruppe, bestehend aus Alizeh aus Pakistan, Khaled aus Palestina, Sonai aus dem Irak und mir hat doch tatsächlich gewonnen :D!!! Am See haben unsere beiden Lehrerinnen noch ein paar Spiele mit uns gemacht, was auch sehr amüsant war. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei, aber am See haben einige meiner Mitschüler ne Menge Fotos gemacht, die ich bekommen kann. Sobald ich sie habe, werde ich versuchen welche hier hochzuladen. Tadaaaa, nun ist es da: Ihr seht: ganz vorne: Sulaf aus Kurdistan und Alizeh aus Pakistan, in der mittleren Reihe: Zainab, Sonai und Zahra aus dem Irak, Elke und ich aus Deutschland, Noo, Ubolrat und Yuppha aus Thailand, in der hinteren Reihe: Anouar aus Tunesien, Khaled aus Jordanien, Khaled aus Palestina und Jawid aus Afghanistan.
Wir haben viel geredet, gelacht und alles in allem ne ganze Menge Spaß gehabt. Det var jätte roligt!!! (dt.: Das war super-lustig) auch wenn es bitterkalt war. Wir haben auch beschlossen, dass wir irgendwann nach der Schule oder am Wochenende unbedingt mal etwas zusammen unternehmen müssen. Da freu ich mich jetzt schon drauf!

Was es sonst noch zu sagen gibt......: hier ist es bitterkalt morgens, heut waren es 4,5°C als ich um viertel nach 8 zur Schule gegangen bin, dafür wird es über Tag aber auch noch oft wärmer als 20°C. Außerdem bin ich ein bischen erkältet, aber es wird schon wieder besser, haben viele im Moment hier. UND, ganz wichtig, wollt nochmal sagen, dass ich mich sehr über Post - ob in Form einer Mail, eines Kommentars auf dieser Seite, oder auf dem guten alten Weg mit Briefmarke und Postkasten - freue. Ich werde - wenn manchmal auch nicht sofort - bestimmt antworten!

Jetzt lege ich mich noch ein wenig hin und ruhe mich aus, bevor es in einer halben Stunde wieder losgeht zur Kirche....Konfirmandenunterricht und Jugendgruppe stehen heute an!

Kramar!!! (dt.: Umarmungen, liebe Grüße)

Sonntag, 13. September 2009

Woche Nr. 3 1/2

Hej, alle miteinander!
Endlich komme ich mal wieder dazu, meinen Blog mit Erlebnissen zu füttern. Die letzte Woche ist mal wieder wie im Flug vergangen. Am Montag hatte ich meinen freien Tag und bin auf Entdeckungstour mit meinem roten Fahrrad gewesen. Der Weg nach Nol zur Arbeit ist sehr schön und führt direkt am Wald entlang. Dort habe ich auch ein paar Stellen gesehen, an denen man schön in den Wald gehen kann und bestimmt ein tolles Plätzchen zum Entspannen finden kann....aber das muss ich noch genauer erkunden. Außerdem war ich noch am See...da geht es ganz schön steil hoch, sodass ich es vorgezogen hab, mein Rad zu schieben. Ihr glaubt aber gar nicht, wie schnell ich auf dem Rückweg war ;).
Dienstag, Mittwoch und Donnerstag und Freitag ist nichts besonderes passiert. Die üblichen Gruppen, morgens immer Sprachkurs. Mein Sprachkurs ist übrigends super-toll! Meine Lehrerin heißt Anna und der Kurs ist komplett auf schwedisch, aber Anna ist sehr geduldig mit uns. Meine Mitschüler sind sehr international und von 19 bis 60 Jahre alt. Also, wir sind eine bunte, sehr interessante Mischung aus (angehenden) Studenten, Freiwilligen, Lehrerinnen, Familienmuttis und -vatis, einem Chemiker etc. die sich folgendermaßen zusammensetzt: 3 Thailänderinnen, 1 Afghane, 1 Pakistani, 2 Deutsche, 1 Bosnierin, 1 Polin, 1 Kurdin, 1 Tunesier, 1 Jordanier, 1 Palestinänser und 5 Iraker/innen. Alle sind sehr offen und nett und es ist echt inte
ressant mit so vielen unterschiedlichen Kulturen zusammen zu kommen. Mit dem Kurs macht das schwedisch lernen echt riesigen Spaß und ich geh jeden Morgen gerne hin, auch wenn es für meinen Geschmack manchmal etwas langsam geht. Aber in der nächsten Woche bekommen wir nun ein neues Buch, da wir alle schnell lernen, so wie Anna uns sagte.
Am Samstag war ich dann bei einem Faddrar-Kurs, bei dem ich eigentlich gar nicht arbeiten musste, sondern im Grunde bei allen Einheiten zugehört hab. Jaja, ich hab am Ende auch eine Urkunde bekommen und könnte jetzt auch Fadder werden (so ne Art Pate/ Jugendleiter für Konfirmanden).
Am Abend dann kam Susi mich besuchen.....das war so herrlich.....endlich mal wieder ausgiebig deutsch sprechen nach dem vielen Schwedisch, das von Zeit zu Zeit sehr anstrengend ist, da man sich einfach permanent konzentrieren muss, um zu verstehen. Wir machten uns einen gemütlichen Abend mit Puffert un Peeren, Tee, Obst und Süßigkeiten. Heute haben wir dann erst mal richtig ausgeschlafen und schön ausgiebig gefrühstückt. Das war echt herrlich, nachdem ich soooo lange immer nur allein gefrühstückt hab. Nach dem Frühstück, so um 12 ;) , machten wir uns dann auf einen langen Spaziergang bei Sonnenschein, lagen auf dem Steg am See, gingen fast e
inmal um den See herum und genossen die Sonne, das nicht-alleine-sein und das deutsch reden. Sogar ein wenig Farbe im Gesicht hab ich heut bekommen :). Nachdem wir wieder bei mir waren, gabs ein Spiegelei mit Schwarzbrot (ja, das gibt es zum Glück auch hier), später noch einen Tee - ein wirklich gelungener Spätsommertag!
Morgen werd ich mich wieder auf nach Göteborg machen, da ich mich mit meinem Mentor in seiner tollen Hafen-Blick-Wohnung treffe. Und ich werd mal zusehen, dass ich morgen endlich mal eine schwedische Handykarte bekomme. Und ins Reisebüro gehen und mich nach einer Ferienwohnung für Weihnachten erkundigen.....jaja, große Pläne für morgen, daher sag ich nun einmal
god natt (gute Nacht) !!!!

Sonntag, 6. September 2009

ELCH!!!!!

... aber das ist eine lange Geschichte......
Gestern Abend war ich, wie meine Kollegen auch, bei Anders, einem der Hausmeister meiner Gemeinde, und seiner Frau Britt-Marie zu einer Party eingeladen. Anders lebt auf einem alten Bauernhof (Holz, rot ;) ), den sein Vater erbaut hat, allerdings betreibt er heute keine Landwirtschaft mehr. Zunächst gab es einen Begrüßungsdrink, es wurde ein wenig Smalltalk gehalten. Nach einiger Zeit wurden wir dann in die Scheune gebeten und sag nur: WOW!!!!! Ein riesiger Raum mit Holzdecke, darin ein Kronleuchter, 3 lange Tische für je 40 Personen (3*40=120 --> viele Gäste), große Kerzenständer auf den Tischen, sehr schön dekorierte Tische., kleine Lampen in den Fenstern.....das muss man einfach gesehen haben. Leider hatte ich meine Kamera nicht mit :(. Für jeden Gast stand eine Vorspeise an den Plätzen: Schwarzbrot mit ner Scheibe totem Tier (keine Ahnung welches), gefüllt mit einer Remolade, dazu etw
as Salat. Kleine Ansprache, das Essen konnte losgehen. Nachdem dieser Teil abgeschlossen war, wurde das Buffet eröffnet. Es gab ELCH!!!!! in sehr dünne Scheiben geschnitten, Reh, dazu Kartoffelgratin, Salat, Brot, Soße und Beeren....ein Genuss!!!!! Man muss dazu sagen, Anders ist Jäger und hat die Speise selber erlegt. Die ganze Athmosphere war wirklich der Hammer, gute Musik, nette Unterhaltungen, wahnsinnig gutes Essen und einen kleinen Tomte (Weihnachtsmann), der im Gebälg saß und uns beobachtete. Katharina sagte mir, ich solle allen Deutschen nun erzählen, dass alle schwedischen Partys wahnsinnig groß sind, immer ein Tomte da ist und es IMMER Elch zu Essen gibt. Glaubt es....oder lasst es ;) Aber ich kann sagen, dass Partys dieser Größe in Schweden eher unüblich sind, normalerweise feiert man wohl in kleinem Kreis. Aber man konnte sichtlich merken, dass Anders und Britt-Marie die Party - auf der übrigends auch getanzt wurde, mit wahnsinnig vielen lustigen Drehungen, sah sehr amüsant aus - genossen haben. Ein gelungener Abend!

Heute morgen gab es einen Gottesdienst in der Kirche in Starrkärr, in der die neuen Winter-Konfirmanden vorgestellt worden. Alle Konfirmanden bekamen eine Bibel von der
Kirche geschenkt. Aber das ist nicht alles. Auch sämtliche Bücher, Materialien und auch die Lager sind für die Konfirmanden umsonst. Nicht schlecht, oder?
Die Kirche in Starrkärr ist eine "richtige" Kirche, wie wir sie kennen, nur sehr bunt von innen, aber schön. Im Gottesdienst wurde viel mit Symbolen gearbeitet, was ich nicht immer verstanden,aber trotzdem mitgemacht hab. Es ist schwer das hier schriftlich zu erklären.... Anschließend gab es - wie soll es auch anders sein - eine Fika im Gemeindehaus.
Über Mittag fuhren Johan und ich nach Nödinge, besorgten uns im Supermarkt (ja,
der hat auch am Sonntag von 8-22 Uhr geöffnet) einen Salat und fuhren nach Alafors an einen See, aßen dort auf dem Steg im Sonnenschein unseren Salat und lasen Zeitung......so stellt man sich Schweden vor!
Gegen 3 machten wir uns auf den Weg nach Nol, erledingten einige Dinge in der Kirche, wo um 17 Uhr der Gottesdienst stattfand. Naja, nun bin ich wieder in meiner schönen Wohnung und bin hundemüde!

Samstag, 5. September 2009

Svininfluensa und anderes

Also, im Moment hat die Svininfluensa (Schweinegrippe) hier scheinbar einen besonders hohen Stellenwert. Am Dienstag in der Personalversammlung, von der ich geschrieben hab, hab ich nicht sehr viel verstanden, allerdings fiel das Wort "Svininfluensa" auffallend häufig. In der Kirche werden nun die Geschirrhandtücher täglich gewechselt, und Lebensmittel sollen nach Möglichkeit nicht mehr mit den Händen angefasst werden, sondern Gabeln etc. benutzt werden. Außerdem gibt es auf den Toiletten neben normaler Seife auch Desinfektionsmittel, mit dem die Hände eingecremt werden sollen. Aber nicht nur in der Kirche begegnet einem die Schweinegrippe, auch in der Schule (mein Schwedischkurs ist in einem Gymnasium) hängen überall Hinweisschilder, wie man sich verhalten sollte: mehrmals Hände wasche, in den Ellenbogen niesen (was hier auch alle machen, ich habs mir auch schon angewöhnt ;) ), etc. pp.

Am Dienstag und Mittwoch hatte ich die ersten Kindergruppen, die ganz niedlich waren. Es waren zwar noch nicht viele Kinder da, aber es war ja auch das erste Mal nach den super-langen Ferien. Donnerstag war dann das erste Mal Konfirmandenunterricht, der aber sehr locker ablief. Erstaunlich fand ich, dass auf 15 Konfirmanden 15 faddrar (Jugendleiter) kamen. Das scheint hier üblich zu sein. Anschließend hatten wir Jugendgruppe, in der wir sehr amüsante Spiele gespielt haben.
Gestern Abend war ich zum Krik, einer Sportgruppe der Kirche. Dort wird jede Woche eine andere Sportart betrieben, doch am meisten spielen sie Floorball (wie Sandra mir erzählte), eine Art Hockey, aber mit Ball statt Puck, so auch gestern. Wir waren zu sechst, bzw. später zu acht, daher wars echt anstrengend, hat aber auch suuuuuuper viel Spaß gemacht. Anschließend waren wir noch bis ca. 23 Uhr in der Kirche, quedelten, sangen, hatten eine Andacht, aßen und tranken....ein sehr netter Abend. Zum Schluss brachte Anders, einer aus der Jugendgruppe, allerdings schon etwas älter als die anderen, uns alle nach Hause. Was ich sehr nett fand war, dass er sagte, wenn ich mich alleine fühlen würde, sollte ich einfach irgendjemanden aus der Jugendgruppe anrufen. Total nett! Aber das sind hier alle....ich fühl mich echt super gut aufgehoben! Tack för i dag och kram!

ps: ich hab auch das erste mal hier die Waschmaschinen, Trockner und den Trockenraum getestet...alles wunderbar, jetzt muss ich nur noch bügeln :P

Dienstag, 1. September 2009

Torsdag och Fredag
Am Donnerstag und Freitag war nix besonderes, worueber (ich bin grad in meinem buero und auf meinem schwedischen Laptop gibt es kein ue und kein eszett :D) ich berichten muesste. Donnerstag: Sprachkurs, anschl wieder in der Kirche bis 22 Uhr, Freitag: Sprachkurs, Bank, Ikea.

Lördag
Am Samstag war ich auf einem Gemeindeausflug in Skärhamn auf Tjörn. Der Weg dorthin war echt beeindruckend, entlang der Schärenkueste....herrlich. Angekommen konnten wir nicht bis zum Museum vorfahren, da dort ein recht grosser Triathlon stattfand und alles abgesperrt war. Also machten wir uns zu Fuss weiter auf den Weg. Wir besuchten dort das Nordisk Aqvarellmuseet, in dem momentan eine Ausstellung der schwedischen Kinderbuchautorin und Illustratorin Elsa Beskow ist. Bisher hatte ich noch nichts von ihr gehört, aber ihre Bilder sind echt wunderschön! Von der Fuehrung, die wir dort hatten, verstand ich leider nicht viel, da sie - wie sollte es auch anders sein - auf schwedisch war. Nach dem Museumsbesuch fuhren wir zu einem Café, in dem wir Fika machten. Mit einigen anderen machte ich mich nach der Fika auf die Suche nach den dortigen Grotten, die wir allerdings nicht fanden. Dennoch hatten wir eine schöneWanderung, teils querfeldein. Anschliessend ging es wieder ab nach Nol. Auf diesem Ausflug lernte ich eine Deutsche kennen, die bereits seit 50 Jahren hier lebt. Mit ihr und auch mit den anderen (meist alten Leuten) hab ich mich sehr nett unterhalten können.
Am Abend besuchte ich dann Elke, die andere deutsche Freiwillige in Nödinge.

Söndag
Am Sonntag besuchte ich wieder den Gottesdienst hier in Nol. Am Ende bat Mikael mich nach vorne und stellte mich der (kleinen) anwesenden Gemeinde vor. Daraf war ich irgendwie nicht vorbereitet und hab nur dagestanden und nett gelächelt :)
Am Nachmittag fuhren Elke und ich nach Göteborg, trafen und dort bei den Trompetern vorm Bahnhof (vor der Centralstation sitzen jeden Tag einige Trompeter und Akkordeonspieler und musizieren den lieben langen Tag, was aber echt gut klingt und schon irgendwie zum Bahnhof dazugeört) mit Susi und Nils. Gemeinsam hatten wir in Haga eine Fika mit Kakao und Kuchen, gingen noch ein wenig spazieren und fuhren wieder nach Hause.

Måndag
Montag traf ich mich vormittags mit Johan in seiner Wohnung, wir hatten dort unser wöchentliches Mentormeeting, während sein Sohn Benjamin, der am Sonntag ein Jahr alt geworden ist, schlief. Als Benjamin aufwachte, machten wir uns auf einen schönen Spaziergang durch Göteborg. Ich bekam von Johan, der Magier ist, noch ein verspätetes Geburtstagsgeschenk: ein Kartendeck und eine Einfuehrung in verschiedene Kartentricks *hähä*. Jetzt muss ich nur noch ueben und dann kann ich euch an der Nase herumfuehren :D
Gegen Mittag machte ich mich dann auf den Weg nach Alingsås zu Susi. Wir hatten einen supertollen Nachmittag, schlenderten durch diese wirklich sehr schöne Stadt und machten einen langen Spaziergang zum See im Nieselregen. Ich war dann erst um 9 Uhr, wo es schon stockfinster war, zurueck in Nödinge.

Tisdag
Heute hatte ich wieder Sprachkurs, und anschliessend ist das wöchentliche Personalmeeting in der Kirche in Nol - dachte ich zumindest. Tatsächlich war es in Starrkärr, was ich nicht wusste. Mikael holte mich also ab und wir hatten das Meeting, in dem ich mich vorstellte - auf schwedisch!!!! Wieder einmal gabs Applaus.....find ich sehr lustig. Nun hatte ich grad etwas Zeit und hab euch diesen Bericht geschrieben. Gleich gehts mit der Gruppe Juniorer los - Kinder im Alter von 10 - 12. Mal schauen, wie es wird und wie ich mich mit meinem schwedisch durchschlage! Har det så bra, tack för idag!