Donnerstag, 31. Dezember 2009

Tageshöchsttemperatur -8,4°C

Mein letzter Eintrag für dieses Jahr. Zeit für einen kurzen Jahresrückblick, denn in diesem Jahr hat sich so viel verändert wie nie zuvor in meinem Leben.
Im Januar eine Einladung vom DJiA zum Auswahlwochenende nach Weimar und eben dieses Auswahlwochenende, auf dem ich im Leben noch nicht damit gerechnet habe, dass mein Traum Wirklichkeit wird. Abgabe der Masterarbeit. Mündliche Prüfung. STUDIUM BEENDET. Mail vom DJiA -> ANGENOMMEN =). Genialer, unvergesslicher Skiurlaub mit meinen lieben Mädels und vielen anderen urkomischen Personen in Mayrhofen, Yeti-Bar rocks! Ziel: Starrkärr-Kilanda församling. Ein Osterfeuer ohne Stress. Wertvolle Erfahrungen sammeln und Geld verdienen in der HS Weener. Master Of Education - Abschlussfeier. Silberhochzeit von Mama und Papa. Tolle Partys in Weener. Abschiedsfeier. Abschied nicht nur von meiner geliebten Famile, auch von all meinen einzigartigen und ganz besonderen Freunden und Bekannten. Auf nach SCHWEDEN! Trauriger Abschied von Mama und Papa. Eine Art Neuanfang. Ich habe mir mein Leben hier kreiert, ein einfach wunderbares Leben, auch wenn ich mich manchmal in meine gewohnte Ostfriesland-Umgebung zu meinen Lieben sehne. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, jeden einzelnen Tag zu genießen. Mittlerweile fühlt sich das alles manchmal schon so normal an, dass ich das Genießen fast vergesse und muss mich selber daran erinnern, was ich eigentlich gerade erlebe, wie einzigartig es ist. 4 Monate Schweden mit deutlich mehr Höhen als Tiefen, wesentlich mehr. Massenhaft unvergessliche Erlebnisse. Zahlreiche Begegnungen, die einen zum Nachdenken bringen. Urlaub. Zeit für mich. Gemeinschaft. LEBEN. Eines der, wenn nicht DAS beste Jahr meines bisherigen Lebens.
Nun ist es vorbei und ein neues, spannendes Jahr wartet auf mich und uns alle. Ich werde ruhig und gemütlich ins neue Jahr rutschen (im wahrsten Sinne des Wortes, denn hier ist auf den Gehwegen eine cm-dicke Eisschicht, da weder Schnee gefegt, noch Salz o.ä. gestreut wird). Susi, ihre Freundin aus Deutschland, die gerade zu Besuch ist und ich werden gemütlich etwas kochen und mit Sekt, Spielen und DVDs auf 2010 warten.
Euch allen einen gelungenen Start für 2010, alles Gute, Glück und Zufriedenheit! Herzliche Grüße aus dem eisig kalten Schweden, Eure Frauke!

Sonntag, 27. Dezember 2009

Dreamin' Of A White Christmas oder Mausi, die Weihnachtsmaus

Nun wird es Zeit, dass ich euch von meinem wunderschönen Weihnachtsurlaub mit Susi, Kristina, Franzi, Jenne und Daniel (alles deutsche Volontäre in der schwedischen Kirche) berichte. Das Abenteuer begann für mich 2 Stunden, nachdem ich Mama und Papa verabschiedet hatte. Mein Zug Richtung Stockholm startete. Auf der Fahrt durch das wunderschön verschneite Schweden von der Westküste zur Ostküste, habe ich das erlebt, wovon alle träumen... in Gedanken versunken guckte ich aus dem Fenster und erblickte plötzlich direkt neben dem fahrenden Zug etwas, das kein Baum, kein Feld, keine Pflanze, kein Haus und kein Reh war - dort stand ein ELCH!!!!!! Endlich! Nach 4 Monaten in Schweden habe ich den ersten Elch in freier Wildbahn gesehen....genau genommen war es eine Elchkuh, denn sie hatte kein Geweih ("Emanzipation ist, wenn auch die Elchkuh ein Geweih tragen darf" aus "Es ist ein Elch entsprungen" von Andreas Steinhöfel). Ach war das schön, aber leider zu schnell vorbei! Das hat mich auch ein bischen von den Gedanken an Mama und Papa abgelenkt, die immer noch auf dem Flughafen saßen, da die deutschen Flughäfen wegen Schnee geschlossen waren und die Maschine daher nicht hätte landen können (sie sind dann aber doch noch geflogen ;) ).
In Stockholm angekommen machte ich mich mit der Tunelbana auf nach Brommaplan, wo ich noch für unser Abendessen einkaufte und fuhr von da aus mit dem Bus weiter in Richtung Ziel. Mit dem Busfahren ist das in Stockholm gar nicht so einfach, da man nämlich nicht bar bezahlen kann, sondern vorher ein Ticket kaufen muss, was ich nicht wusste. Aber nach leichten Verständigungsproblemen mit dem unfreundlichen Busfahrer konnte ich dann mit einem SMS-Biljett fahren.
Nach einer halben Stunde Fahrt stieg ich mitten im Wald aus und wurde von den anderen herzlich begrüßt. Dann hieß es ab in den Wald. Ca. 20 Minuten laufen (inkl. Gepäck versteht sich) und da waren wir: In unserem wunderschönen roten Holzhaus, mitten im Wald, fernab von jeglicher Zivilisation, direkt am See, alles verschneit, ca. 50 cm Schnee, Eiszapfen am Haus - mitten in einem Wintermärchen. Gemeinsam kochten wir Abendessen, machten es uns gemütlich und verfielen später in Panik. Denn im Haus gab es Mäuse - wie viele wusste keiner. Nur mal kam eine hinter der Toilette hervor, mal unter der Dusche (in beiden Badezimmern), mal huschte eine über den Flur, eine Packung Nougat lag nicht mehr auf dem Wohnzimmertisch, sondern angefressen auf dem Fussboden und zu allem Überfluss sprang eine Maus aus einem Karton, als Daniel diesen verschieben wollte. Dieser Vorfall hatte zur Folge, dass 6 deutsche Volontäre in diesem wunderschönen Haus im Wohnzimmer auf die Stühle sprangen. Das wäre für Aussenstehende bestimmt ein äußerst amüsanter Anblick gewesen. Gegenseitig aufgepuscht waren wir alle ein wenig ängstlich, paranoid, aufgebracht, auf der Suche nach Alternativen zu diesem Weihnachts(alp)traum. Da waren ein paar Schnäpse nötig, um uns alle wieder auf den Boden der Tatsachen zu bringen und morgens um 5 Uhr zu beschließen, doch erstmal schlafen zu gehen und am nächsten Tag weiterzusehen.
Wie das dann auch meistens so ist, sah am nächsten Morgen die Welt wieder ganz anders aus und wir beschlossen, in unserem Wintermärchen zu bleiben. Es wurde, wie übrigens jeden Tag, ausgiebig gefrühstückt, ein Spaziergang gemacht, gelesen, Karten gespielt, viel geredet, viel gelacht, lustige Filmchen auf Youtube geguckt, gebastelt, gekocht, gegessen (im Dunkeln isst man mehr, haben wir gelesen, und da es durch das täglich Ausschlafen immer nur ganz wenige Stunden hell war (ab 2, halb 3 dämmerts), haben wir entsprechend viel gegessen), Tee getrunken, abends alle Lebensmittel möglichst mäusesicher verstaut etc. Ein echt super entspannter Urlaub! Franzi und Susi, die an diesem Tag mit dem Bus zum Einkaufen waren, haben doch tatsächlich auch einen Elch gesehen. Für mich blieb es leider nur bei einer Maus , Reh- und Elchspuren im Schnee und dem Rufen eines Elchs mitten in der Nacht. Aber dafür hatte ich "meinen" Elch ja auf der Hinfahrt gesehen.

Auf dem Foto seht ihr: mich, Jenne, Kristina, Franzi, Susi und Daniel (vlnr)

Der Dienstag lief dann genauso entspannt ab, wie der Montag mit dem kleinen Unterschied, dass wir diesen Tag in der Sauna waren und statt kalt zu duschen sind wir in den tiefen Schnee gesprungen - das war ein Erlebnis!

Mittwoch machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg nach Stockholm. Ein kleiner Kulturschock - vom Nichts in die Großstadt ;). Wir Mädels begannen unseren Stockholmtag natürlich erst einmal in einem Café, schließlich war ja auch schon wieder Mittag, während Daniel in rekordverdächtiger Zeit Weihnachtsgeschenke einkaufte. Nach dem Café bummelten wir ein wenig über den Weihnachtsmarkt in Gamla Stan und streiften noch ein wenig durch die Geschäfte. Achja, an diesem Tag war ich zum ersten Mal in einem System Bolaget, denn unser Sekt für Weihnachten war auf mysteriöse Art und Weise verschwunden ;). Daher brauchten wir Nachschub. Um halb 4 machten wir uns schließlich auf den Rückweg. Franzi, Kristina und ich kauften noch in dem auf dem Weg liegenden Supermarkt Lebensmittel für die nächsten Tage, während die anderen schon in unser Waldhäuschen fuhren. Dort angekommen, machte ich eine grausige Entdeckung: Mausi, wie wir unsere Hausmaus liebevoll nannten, lag noch an der selben Stelle wie am Vormittag, sie war tot =( Keine Maus huschte mehr vorm Badezimmer entlang, keine Maus besuchte einen auf der Toilette...

Am Abend haben wir zur Ablenkung von Mausis Tod gebacken, gelesen, gebastelt, Karten gespielt....ganz entspannt! Zu später Stunde wurde allerdings klar, Mausi war nicht die einzige tierische Bewohnerin des Hauses, mindestens ein Artgenosse lebte noch da ;). Also, waren wir wieder in Gesellschaft einer Hausmaus, die wir auch weiterhin Mausi nannten.




Dann war er da: JULAFTON! HEILIGABEND! Der Tag wurde begonnen mit einem - wie immer - entspannten, gemütlichen Frühstück. Es war ein wunderschöner Tag - kalt, Sonne, Schnee, wahnsinniges Licht - wie im Bilderbuch! Also sind Susi, Kristina und ich spazieren gewesen, direkt am See entlang - so wunderschön! Es ist wirklich erstaunlich, welche Gebilde die Natur schaffen kann. Was wir gesehen haben, kann man nicht beschreiben und auch durch Bilder nur einen kleinen Eindruck gewinnen, man muss es einfach erlebt haben. Das war echt perfekt! Nach dem Spaziergang und einer Dusche zum Aufwärmen gab es Tee und Kekse, dazu haben wir Weihnachtslieder gesungen - richtig gemütlich. Dann wurde es auch Zeit für Deko und Essen vorbereiten/ kochen. Unser Weihnachtsessen bestand aus Bohnen, Brockoli, Lachs, überbackenem Hühnchen, Kartoffelgratin, weißer Soße und Salat, gezaubert von Franzi und ihren fleißigen Helferlein und zum Nachtisch gab es Apfelcrunchy mit Vanillisoße und Baileys und natürlich die Weihnachtsgeschichte und weitere Lieder. Nach bzw. zwischen dem Essen haben alle mit ihren Familien telefoniert. Das erwartete große Heimweh blieb aber zum Glück aus. So konnten wir uns dann an die Bescherung machen. Im Wohnzimmer stand schon bei unserer Ankunft ein Weihnachtsbaum, der genau wie der Rest des Raumes von unserem "Deko-Team" liebevoll weihnachtlich geschmückt war. Neben dem Baum stand ein großer Gabentisch mit allen Geschenken. Zunächst haben wir uns gegenseitig beschenkt, bevor wir die Geschenke von zuhause ausgepackt haben. Da wir uns in der Küche wohler gefühlt haben als im Wohnzimmer, sind wir nach der Bescherung auch wieder nach oben gegangen und haben den restlichen Abend gewohnt gemütlich verbracht.

Dieses Jahr war Weihnachten anders, aber trotzdem wunderschön und bestimmt unvergesslich! Danke, meine Lieben!

Der erste Weihnachtstag lief ab, wie alle anderen Tage auch......ganz entspannt. Nur leider war das Wetter nicht mehr so schön. Es taute, die Eiszapfen troften und der Schnee von den Bäumen verschwand. Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen hieß es Abschied nehmen. Jenne und Franzi fuhren über Nacht mit dem Bus zurück nach Malmö. So brachten wir sie zum Bus, entsorgten endlich unseren Müll, denn erst an diesem Tag hatten wir die zum Haus gehörige Tonne an der Straße (wohlgemerkt, 15 Minuten Fußweg) entdeckt. Wieder im Haus, war es irgendwie leer, die beiden haben gefehlt. Aber auch für uns hieß es nun so langsam Sachen packen und aufräumen.
Am nächsten Morgen das letzte gemeinsame Frühstück, Reste einpacken, putzen, und ab mit dem Gepäck bergauf durch den gefrorenen Schneematsch mit Neuschneeauflage und dazu Schneefall. Es ist gar nicht so einfach und ganz schön anstrengend, Koffer durch diesen Untergrund zu ziehen. Statt einer Viertelstunde haben wir die doppelte Zeit bis zur Bushaltestelle benötigt. Am Bahnhof verabschiedeten Susi und ich uns von Kristina und Daniel und mit einer Stunde Verspätung kam ich dann auch endlich in Göteborg an.

Fazit: Ein wunderschöner, unvergesslicher, märchenhafter Urlaub mit einem ganz besonderen Weihnachtsfest und lieben Freunden! DANKE!

Mama-und-Papa-Besuch!

Am Mittwoch, den 16.12. war es endlich so weit - Mama und Papa waren im Anmarsch. Da ich den Tag frei hatte, habe ich beschlossen, sie vom Flughafen abzuholen. Das Geld für den Flugbus wollte ich sparen, da zum City-Airport auch eine normale Busverbindung besteht, für die meine Karte gilt. Gut, leider hatte ich einen Busfahrer erwischt, der Gas und Bremse gerne mal verwechselte, so dass mein Bus Verspätung hatte und - wie sollte es anders sein - ich meinen Anschlussbus verpasste (ich sah ihn noch an mir vorbei sausen). Da stand ich nun, in the middle of nowhere, auf einer Landstrasse, wo der Wind fegte, keine Straßenlaternen, kein Haus, kein Bürgersteig und noch 5 km bis zum Flugplatz. Super! Nachdem ich ein Stückchen gegangen war, von allen Autos angeblinkt wurde, den Busfahrer verflucht hatte und nun total deprimiert war, kam mir ein Taxi entgegen, was ich in meiner Verzweiflung anhielt. Zu einem völlig überhöhten Preis bin ich dann mit dem Taxi zum Flughafen gefahren. Und wenn schon alles einmal schief geht, dann darf natürlich auch nicht fehlen, dass das Flugzeug erst mit einer halben Stunde Verspätung gelandet ist. Nach einem mir endlos erscheinenden Warten kamen dann endlich Mama und Papa durch die Tür und ich konnte sie nach 4 Monaten endlich wieder drücken! Mann, war das schön! Mit dem Flugbus, sind wir dann ins Zentrum gefahren, haben im Hotel eingecheckt und sind Essen gegangen (vor lauter Aufregung hatte ich nämlich völlig vergessen, etwas zu essen). Danach sind wir noch durch das nächtliche Göteborg spaziert und schließlich bin ich überglücklich in meine Wohnung gefahren.
Am Donnerstag morgen habe ich Mama und Papa im Hotel abgeholt und wir haben uns ans Sightseeing gemacht ;). Saluhallen, Kungsgatan, Järntorget, Haga, Café Villekulla (schließlich müssen meine Lieben doch mein Lieblingscafé kennenlernen), Nordstan. Anschließend haben wir in meiner Wohnung einen guten Ostfriesentee getrunken und sind schließlich nach Nol in meine Kirche gefahren, wo an diesem Abend Julbord für die Gemeinde war. Begonnen wurde dort mit Glögg, dann gabs Essen, dann ein kleines Spaßprogramm, Kaffee und Godis und zum Abschluss eine Andacht. Mama und Papa haben zwar nichts verstanden, aber dennoch hat es ihnen sehr gut gefallen, da die Athmosphäre einfach der Knaller war. Und die alte Lady, von der ich im August schon einmal berichtet habe, war auch da und hat sich sehr gefreut, mit meinen Eltern deutsch reden zu können. Auch für mich war dieser Abend wunderschön, denn nun kennen Mama und Papa auch fast alle meine Kollegen, und die kennen meine Eltern. Irgendwie ist das ein schönes Gefühl.
Am Freitag sind wir über die Avenyn flaniert, bevor wir uns mit Johan in seiner Wohnung getroffen haben. Dort haben wir zunächst Lunch gegessen und sind dann mit ihm ans Meer gefahren. Wunderschön! Er hat uns eine Stelle gezeigt, an die keine Touristen kommen, daher war es da noch sehr ursprünglich. Dadurch dass es richtig knackig kalt war, war auch alles weiß und mit Eis bedeckt. Total herrlich! Anschließend haben wir uns auf den Weg nach Liseberg gemacht. Schließlich müssen Mama und Papa doch DIE Göteborger Attraktion in der Weihnachtszeit gesehen haben. Millionen von Lichtern, Verkaufsstände mit (schwedischen) (selbstgemachten) Weihnachtsartikeln, Glögg, Rentiere, Eiskünstler, Weihnachten. Dieses Mal war es auch richtig kalt und es hat nicht geregnet, so wie bei meinem letzten Lisebergbesuch. Und dieses Mal habe ich auch alles gesehen, denn das war mit den Konfis nicht möglich ;). Den Abend haben wir dann bei etwas Glögg gemütlich in meiner Wohnung verbracht.
Samstag waren wir zunächst noch einmal in den Saluhallen und in der Nordstan, um alle Mitbringsel / Weihnachtsgeschenke zu besorgen, dann wollten wir eigentlich auf den "Lippenstift" ins Café, denn von dort soll man einen super Blick über Göteborg haben, was bei dem Sonnenschein richtig toll gewesen wäre, doch leider war der "Lippenstift" für die Allgemeinheit geschlossen - schade! Also sind wir nach Haga gefahren und haben es uns im Café Husaren, in dem es die größten Kanelbullen der Stadt gibt, gemütlich gemacht und natürlich eine solche Bulle gegessen. Am späten Nachmittag / Abend haben wir in meiner Wohnung ein wenig Weihnachten gefeiert und schon ein paar Geschenke ausgepackt.
Sonntag morgen hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen. Um 10 Uhr ging der Flugbus aus der Stadt. Das war schon ganz schön traurig als die beiden in den Bus gestiegen sind (ich bin nicht mehr mit zum Fluhafen gefahren, da um 12 Uhr mein Zug Richtung Weihnachtsurlaub ging). Sobald der Bus aber abgefahren war, war es in Ordnung, denn es geht mir hier ja gut und ich will hier sein. Außerdem stand mir ein Urlaub mit meinen Volontärfreunden bevor, auf den ich mich schon riesig gefreut habe - er war nur noch eine lange Bus- und Zugfahrt entfernt.
Das war mein Mama-und-Papa-Besuch. Es war richtig schön, euch hier gehabt zu haben und euch ein bischen von meinem Schwedenleben zu zeigen! Bis zum April!!!!!

Sonntag, 13. Dezember 2009

Schweden und Weihnachten

Nun mal ein paar Infos zur Weihnachtszeit in Schweden: Also, die Schweden LIEBEN Weihnachten. In nahezu jedem Fenster sind Ljusstake (so was wie Schwippbögen) aufgestellt. Ausserdem haben viele ihre Gardinen ausgetauscht, so dass es nun weiss-rote sind. Was Lebensmittel betrifft, hier gibt es von fast allem eine "Weihnachtsedition": Weihnachtsknäcke, Weihnachtsbrot, Weihnachtsschokolade, Weihnachtskäse, Weihnachtsschinken, Weihnachtsbier, Weihnachtslimonade, Prinzwuerstchen, Weihnachtsschlickersachen, Zuckerstangen, und, und, und.....

Am Freitag Abend hatten wir Julbord (Weihnachtstisch) vom Gemeindepersonal. Dort gab es die selben Sachen, die man hier gewoehnlich an Weihnachten ist: verschiedene Sorten Heringssalat, Lachs, Hering, Weihnachtsschinken, Kartoffeln, Prinskorv, Köttbullar, Janssons Versuchung, Leverpastej (Leberpastete), noch irgendetwas Fleischartiges, von dem ich den Namen vergessen habe, aber laut Pernillas Beschreibung sind da die Reste von allem zusammengemanscht ;), und natuerlich Knäcke, Weihnachtsbrot, Butter uns Käse. Zum Nachtisch gibt es dann Salamander, also Milchreis mit geschlagener Sahne durcheinandergeruehrt, darin Clementinen und dazu Saftsuppe. Anschliessend gibt es selbstverständlich noch Kaffe, Pfefferkuchen, Weihnachtssuessigkeiten (z.B. Pralinen, Eisschokolade, After Eight, Schaumgummi).

Nur die Sache mit dem Weihnachtsmarkt, das haben die Schweden noch nicht so drauf. Gestern hatte ich einen freien Tag und dachte mir, da schauste dir mal die Weihnachtsmärkte aufm Gustaf-Adolf-Torg und den in Haga an, sind bestimmt schön. Also auf nach Göteborg, es hat schön geschneit und wär eigentlich perfekt gewesen fuer einen Weihnachtsmarkt. Auf dem Gustaf-Adolf-Torg angekommen traute ich meinen Augen nicht. Auf dem "Weihnachtsmarkt" gab es ein paar ramschige Klamottenstände und anderen Ramsch. Gut, also weiter nach Haga. Dort hatten die vielen Cafes meist einen Stand vorm Haus aufgebaut, an dem sie Glögg (leichter Gluehwein) und Kuchen verkauften. Dazwischen ein paar weitere Ramschstände, aber auch einige mit handgearbeiteten Sachen. Aber weit und breit nirgendwo Schmalzkuchen, Bratwuerste oder Waffeln zu entdecken. Der Weihnachtsmarkt in Liseberg ist sehr schön, aber der kostet natuerlich Eintritt und in der Nordstan (Einkaufszentrum) gibts einen kleinen Markt mit nur Handwerk. Aber wie gesagt, im Grossen und Ganzen können die Schweden in Sachen "Weihnachtsmarkt" von den Deutschen lernen =)

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Heja, heja, heja!!!

So, meine Lieben, in der vergangenen Woche ist viel passiert:
Zunächst waren wir am Donnerstag mit der Gemeinde in Liseberg, dem Vergnuegungspark, in dem zur Zeit ein Weihnachtsmarkt stattfindet. Während die "Älteren" mit einem Charterbus in die Stadt gebracht wurden, sind wir mit den Konfis und der Jugendgruppe mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren, was natuerlich dann doch ein bischen länger gedauert hat, als erwartet. Nun könnte man denken, wenn es wieder den ganzen Tag gefroren hat, bleibt es entweder schön, oder es fängt an zu schneien.....nix davon. Just in dem Moment, in dem wir den Park betreten haben, fing es mal wieder an zu regnen....aber das sollte der Stimmung keinen Abbruch tun. Einige kleine Spielchen mit Konfis und Jugendgruppe, Burger fuer alle bestellen (natuerlich von der Kirche bezahlt) und dann sind Johan und ich mit dem Rest der Gemeinde in einem wirklich sehr schönen Restaurant essen gewesen. Lecker wars! Danach hiess es dann, Aufbruch Richtung Heimat, schliesslich dauert alles ein wenig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ;).
Freitag begann mein Tag dann ziemlich frueh. Genau um 4:45 Uhr klingelte mein Wecker: Mein lang ersehntes Biathlon-Wochenende stand unmittelbar bevor. Um 5:54 Uhr hab ich dann den Bus aus Nödinge genommen, damit ich auch auf keinen Fall meinen Zug verpasse, der um 6:42 Uhr Göteborg verlassen sollte. Nach rund 10 Stunden Zugfahrt und Umsteigen in Stockholm und Sundsvall bin ich dann endlich in Östersund angekommen. Dort hab ich mich mit dem Bus auf den Weg zu meiner Unterkunft auf dem Campingplatz (nee, nicht im Zelt, ich hatte dort ein Zimmer gebucht) gemacht, mich ein wenig eingerichtet, einen kleinen Spaziergang gemacht und fuers Fruehstueck am nächsten Morgen eingekauft. Und ich bin ziemlich frueh schlafen gegangen. Was noch erwähnenswert ist: Bis Montag lag noch kein Schnee in Östersund. Und nun war es nur eine ziemlich duenne Schneedecke, aber immerhin war es weiss!
Am nächsten Morgen hab ich mich richtig warm eingepackt (Strumpfhose, Top, Skiunterwäsche, T-Shirt, Wollpulli, Fleecejacke, Winterjacke, dicke Socken, Stulpen, Jeans, Winterstiefel, 2 Muetzen, Schal und gefuetterte Handschuhe), mit Rucksack und Deutschlandfahne bewaffnet und mich auf den Weg gemacht. Vor dem Eingang zum Campingplatz stand ein Schild mit der Aufschrift Shuttle-Bus, daneben ein Bus, also hab ich den Busfahrer gefragt, ob er mich mitnimmt.....tja, das Glueck ist mit die Doofen. Im Bus sassen noch viele norwegische Fans, einige VIPs (zumindest hatten die entsprechende Ausweise) und ich meine, dass eine der deutschen Athletinnen später eingestiegen ist. Allerdings konnte ich das nicht so genau sehen, da sie hinten eingestiegen ist, aber der Jacke nach zu urteilen.......
Angekommen im Skistadion hab ich mir einen super Platz gesucht....direkt hinterm Ziel mit Blick auf Start, Schiessstand und natuerlich Ziel. Und wie das in Schweden nun mal so ist, stehen die Schweden lieber hinten, sodass ich ganz vorne einen Platz gefunden hab. Also, dann hab ich ein spannendes Rennen, leider mit nicht soooo viel Glueck fuer die Deutschen (Kathi Wilhelm als beste Deutsche wurde 6.) gesehen und natuerlich immer fleissig angefeuert.
Nach dem Damen-Sprint habe ich mich dann aufgemacht zum Jämtli, eine Art Museumsdorf, wo ein grosser Weihnachtsmarkt mit altem Handwerk sein sollte....tja, das alte Handwerk bestand zu ca. 80% aus gestrickten Socken und Handschuhen und selbstgemachtem Käse. Aber dennoch war es recht schön, zwar etwas voll, aber doch weihnachtlich und gemuetlich....irgendwie typisch schwedisch. Ich habe dort einen Elch-Burger gegessen, der zudem auch noch die Form eines Elchkopfes hatte und Bärenwurst probiert...sehr schmackhaft!
Am Abend sollte auf dem Maarktplatz in Östersund irgendwas ziemlich grosses stattfinden...es wurde ueberall angekuendigt. Nunja, ne 3/4 Stunde vorher war es noch ziemlich leer und eine Gluehweinbude oder ein Bratwurststand war nicht zu entdecken....nur eine kleine Buehne. Nun gut. Innerhalb einer Viertelstunde fuellte sich der Marktplatz und es gab eine kleine Show mit Musik, Tanz, Preisverleihung fuer die Athleten und ca. 1000 Ehrungen fuer Helena Jonsson, die nun, nach einem Sieg, eigentlich schon fast Olympisches Gold geholt hat.....nach 50 Minuten war der ganze Spass dann auch vorbei....
Mein Sonntag begann gleich dem Samstag, nur das der Busfahrer mich und 2 ungarische Erasmus-Studenten nicht mitnehmen wollte, weil der Shuttlebus nur fuer VIPs war, was ich am Tag vorher nicht verstanden hatte, aber er liess sich dann doch breitschlagen und hat uns mitgenommen....machmal ist es eben gar nicht so schlecht, eine Sprache nicht perfekt zu beherrschen ;). Im Stadion hatte ich wieder den selben Platz ergattert und habe 2 Staffelwettbewerbe gesehen, einen mit hervorragendem Ausgang fuer Deutschland (1. Platz, Damen-Staffel).
Erwähnenswert ist noch, dass hinter mir 3 Deutsche standen, die die ganze Zeit am Nörgeln waren und alles besser wussten....irgendwie typisch..... wie beim Fussball, wenn Deutschland ca. 80 Mio. Bundestrainer hat. Ich fand das ganz furchtbar. Hab mich an dem Wochenende mit vielen Leuten aus den verschiedensten Ländern unterhalten, aber mit denen ganz bewusst nicht.
Mein Wochenende endete am Montag mit eine nicht-enden-wollenden Zugfahrt von halb 12 bis 22 Uhr.....und da es hab halb 3 stockfinster war, war die Fahrt aber so was von langweilig und ich war richtig glueklich wieder zu Hause zu sein.
Fazit: gelungenes, erlebnisreiches Wochenende mit gluecklichem Abschluss fuer Deutschland, einen Traum mehr erfuellt, aber ich muss sagen, dass Urlaub so ganz allein nichts fuer mich ist. Zu zweit oder mit mehreren ist es eben doch lustiger und nicht so langweilig.
Laut http://www.klart.se/ stehen unsere Chancen auf weisse Weihnachten im Moment gar nicht so schlecht.....das wär natuerlich der Knaller!!!
Heute in genau einer Woche kommen Mama und Papa endlich! Ach, ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie ich mich darauf freue!!!!!!

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Walking in a winter wonderland.....



Es ist endlich wieder kalt.....den ganzen Tag hats gefroren und alles ist weiß und nun sind es auch schon wieder 6 Grad minus..... und die Sonne hat geschienen....herrlich!!!!! So darf es bleiben!

Vergangene Woche am Donnerstag hatte meine ehemalige Sprachklasse ein Herbstfest, zusammen mit einer anderen Klasse. UND mich hatten sie auch eingeladen :D.... das war toll.....es gab ganz viel zu Essen aus aller Herren Länder( z.B. Thailand, Iran, Irak, Bosnien, Gambia, Bosnien, Kurdistan, Deutschland, ...) . Die Namen der Gerichte hab ich leider nicht behalten, aber es war super spannend und richtig lecker. Und es gab einige "Vorstellungen", so hat ein Iraker ein Lied aus seiner Heimat gesungen, 3 Thai-Mädels haben getanzt und die Gambianerin hat gesungen und getanzt. Herrlich! Ich mag solche internationalen Feste.
Freitag abend war ich bei einem Jugendgottesdienst in Älvängen. Sehr lebendig. Und der Knaller war der Pastor, der als Gastprediger da war: 25 Jahre, Tatoo aufm Arm, kurz geschorene Haare, aber im Nacken einige lange Dreads, lebt mit seiner Frau und 14 anderen Personen in einer Kommune. Gibts so was in Deutschland? Ich glaub nicht, oder?

Samstag nachmittag war ich zunächst in Alingsås ein bischen bummeln und am frühen Abend bei einem Konzert von dem Chor, in dem Susi singt.....sozusagen als Ersatzmutti ;)! Das war echt schön, da kam doch glatt ein bischen Weihnachtsstimmung auf *Var glad, var glad, ... lalala*

Sonntag morgen haben unsere Sommerkonfis angefangen. Der Gottesdienst war in der Kirche in Starrkärr und es war echt volles Haus....ausverkauft, sozusagen. 60 Konfis mit Familie und dann noch die "normalen" Kirchgänger, Personal, Chor, und, und, und.... Aber schön wars. Nach dem Godi haben die Konfis dann ihre Bibeln und Bücher bekommen und es gab noch einige Infos für alle....dann hierß es aufräumen und nach Hause für eine kurze Pause (so gegen halb 2). Um 4 war ich dann wieder in der Kirche, diesmal aber in Nol. Dort hatten wir einen Familiengottesdienst um 17 Uhr. Anschließend gab es natürlich noch Abendessen in der Kirche...das war was. Seit Tagen haben meine Kollegen mir von etwas erzählt, was ganz besonders ist, was man an Weihnachten mit Zimt und Milch zum Nachtisch ist und die Reste gibt es dann am Weihnachtstag mit Sahne, Clementinen und Saftsuppe......Das muss was sein, dachte ich mir und war schon ganz gespannt, denn genau dieses Gericht sollte es nun zum Abendbrot geben. UNd was war es? MILCHREIS :D.

Gestern Abend war ein kleiner Ostfriesland-Abend bei mir. Ich hatte meine Kollegen aus meiner Kirche in Nol zum Grünkohlessen mit guter Mettwurst eingeladen.....ja, die Würste waren dann gestern Mittag auch endlich da *puh* Hatte mir schon als Alternative gedacht, Kasseler bei Lidl zu kaufen, aber ich hatte doch schon von der Wurst berichtet. Aber es ist ja gut gegangen. Ich glaub, es hat denen auch gut geschmeckt, zumindest haben alle ordentlich gegessen. Zum Nachtisch gab es dann originalgetreu Rote Grütze mit Vanillesosse..... lecker;)! Das war ein sehr schöner Abend gestern. Auf dem Foto seht ihr vl: Ingemar (Diakon), Tomas (Kantor), Ing-Britt (Pädagogin), Mikael (Pastor), Benjamin (Johans Sohn) und Johan (Pädagoge, mein Mentor) (Pernilla (Pädagogin) konnte leider nicht kommen)

Sonntag, 22. November 2009

Reden ist Schweigen ist Reden ist Schweigen

Hallo alle miteinander! Ich hatte ein sooooo tolles Wochenende, dazu aber gleich mehr, denn seit meinem letzten Eintrag ist nicht viel, aber immerhin ein bischen passiert......
Am letzten Wochenende habe ich mich am Samstag mit Sofie und Sofia zur Fika getroffen und anschliessend sind wir gemeinsam ins Kino gegangen und haben Julie und Julia geguckt. Muss sagen, der Film ist echt nett! Am Sonntag war dann nichts Besonderes und am Montag waren Susi und ich auf ner kleinen Shoppingtour durch Gbg.
Der Rest der Woche ging dann seinen gewohnten Gang, nix Aufregendes passiert.
Freitag war dann der lang ersehnte Freitag, an dem Kristina aus Stockholm nach Gbg kam. Den Freitag haben wir bei Susi in Alingsås verbracht, Pizza "gekocht" ;), gegessen und viel Spass gehabt. Unser Samstag startete mit einem kleinen Spaziergang durch Alingsås, bevor es schliesslich in die grosse Stadt ging. In Gbg haben wir uns mit Nils getroffen und alle zusammen einen Spaziergang vorbei an allen Sehenswuerdigkeiten gemacht und uns (nur wir Mädels) schliesslich im Café Villekulla mit Kakao und Kuchen gestärkt. Uebrigends war Samstag der erste Tag seit ca. 3 Wochen an dem es mal wieder richtig hell war und sogar die Sonne geschienen hat. Perfekt! Nach unserer Fika sind wir noch einmal ueber die Avenyn flaniert und haben uns auf den Weg nach Nödinge gemacht. Hier gab es dann leckere Taccos und den ersten Sekt seit sehr langer Zeit. Gegen späten Abend machten wir uns dann auf den Weg zu einer Party in meiner Nachbarschaft, denn Lina aus meinem Sprachkurs hat ihren Geburtstag nachgefeiert. Abende wie diesen habe ich schon vermisst, umso schöner war es aber nun =). Heute morgen haben wir schön ausgeschlafen und uns dann nach einem guten Fruehstueck einen gemuetlichen Tag auf der Couch gemacht, da es mal wieder aus Eimern gegossen hat. Um 3 machten wir uns dann auf nach Gbg, und um 4 ging Kristinas Zug in Richtung Stockholm.....Fazit: Das war ein rundum gelungenes Wochenende, mit viel deutsch reden, viel Spass, lustigen Erkenntnissen (z.B.: Reden ist Schweigen ist Reden ist Schweigen ;) ) und allem, was einfach dazu gehört!
Nun werde ich noch ein bischen an meiner Weihnachtsdeko werkeln.......und dann recht bald ins Bett gehen!

Freitag, 13. November 2009

Schneeflöckchen, Weissröckchen ... <3

Heute schneits! Mal mehr und mal weniger, nur liegen bleibt es leider nicht =( und morgen soll es wieder regnen....blöd! Möchte lieber mehr Schnee haben!
Dienstag vormittag hatte ich ein Treffen im Kontor vom Göteborgs Stift mit den anderen Volontären in Gbg und einem Mitarbeiter des Stifts. Zunächst gab es - wie in Schweden ueblich - eine Fika mit leckeren belegten Brötchen und Kaffe bzw. Tee. Anschliessend haben wir darueber gesprochen, wie es uns in unseren Gemeinden geht, ob wir uns wohl fuehlen und welche Aufgaben wir habe. Ich fand es sehr interessant, auch mal zu hören, wie es den anderen Volontären geht. Anschliessend hat uns Tobias (der MA) noch einige Sachen ueber die Schwedische Kirche und deren Entwicklung erzählt und uns im Kontor herumgefuehrt. War ein netter Vormittag, vor allem war es schön, mal einige der anderen Volontäre wiederzutreffen.
Mittwoch war mein erster Tag in der anderen Schwedischklasse. Ja, ich habe mich entschieden, den Kurs zu wechseln, auch wenn es ein bischen traurig ist. Naja, gut, ich kam also am Mittwoch morgen in die neue Klasse und wurde gleich ins kalte Wasser geschmissen - mal wieder ein Test! Aber der ist ganz gut gelaufen. Am Donnerstag haben wir schon die Ergebnisse bekommen - ich habe 33 von 38 Punkten erreicht. Ein bischen stolz bin ich da schon =)
Am späten nachmittag fuhren wir dann mit unseren Konfirmanden nach Göteborg zur Stadsmission. Das ist eine kirchliche Einrichtung, die sich um Obdachlose, Alkohol- und Drogenabhängige und deren angehörige kuemmert. Als ich in die zugeörige Johanneskirche hineingekommen bin, war ich sehr erstaunt. Direkt am Eingang sieht es aus wie bei einem Selbstbedienungsbäcker. Dann kommt man in ein Café mit vielen Sitzgelegenheiten. Aber auch die typischen Elemente einer Kirche sind zu finden. Die Kirche war ziemlich gut besucht und ich muss sagen, das war eine Kirche, wie eine Kirche sein sollte - ein Treffpunkt fuer alle. Der dortige Pastor hat uns ein wenig ueber die Arbeit der Stadsmission berichtet, wir haben dort zu Abend gegessen und einen sehr schönen Gottesdienst dort erlebt. Ich muss sagen, das war wirklich eindrucksvoll!
Da die Konfirmanden ja nun am Mittwoch schon ihren "Unterricht" hatten, fiel der Unterricht gestern aus. Also hatte Johan und ich genuegend Zeit fuer ein Mentormeeting, das Abarbeiten einer To-Do-Liste und fuers Aufräumen. Beim Aufräumen habe ich direkt mal zwei Bibeln geschenkt bekommen. Eine sehr schöne mit Goldrand ("Wie, du hast noch keine schwedische Bibel? Dann wird es aber Zeit! Bitteschön!") und eine mit Anregungen zu Bibelarbeiten, die seine Frau geschrieben hat (also, nicht die Bibel, versteht sich, sondern die Anregungen ;O) ).
Nun habe ich gerade Waschzeit, allerdings sind beide Trockenräume belegt, sodass ich meine Sachen nicht alle trocknen könnte. Also heisst das wohl, dass ich möglichst bald wieder eine Waschzeit benötige, um den Rest zu waschen.....ach wie schön ist das doch zu Hause, wenn die Waschmaschine jederzeit einsatzbereit ist und man nicht mit zig Partien teilen muss.... Ausserdem funktioniert mein TV heute aus irgendwelchen Gruenden nicht....voll blöd....immer nur ein Kampf zwischen schwarz und weiss....
Es ist gerade 16 Uhr und fast dunkel, aber eigentlich war es heute (und auch die letzten Tage) gar nicht richtig hell. Der Winter kommt mit grossen Schritten =) Heute fangen die Weihnachtsmärkte in Gbg an, in 2 Wochen ist der 1. Advent, in 3 Wochen geht es schon nach Östersund und in 5 Wochen sind Mama und Papa endlich hier....hach, wie ich mich da drauf freue!!!!!!

Montag, 9. November 2009

Mein schwedisches Wochenende

Samstag Abend war PARTYTIME!!!! Endlich mal wieder. Ich hab mich in Göteborg mit Susi und einer Bekannten von ihr aus ihrer Gemeinde getroffen. Zusammen sind wir dann in die Wohnung eines weiteren Bekannten, in der viele weitere Schweden sassen. Ach, war das interessant - unsere erste richtige Schwedenparty =). War ganz lustig, obwohl wir uns am Gespräch nicht unbedingt gut beteiligen konnten. Aber allein das Zuhören und Gucken war spannend. Um halb 1 ungefähr machten wir uns dann auf den Weg in einen Club, der - sagen wir mal - speziell war. Auch wenn die Musik nicht unbedingt mein Geschmack war, hat es sooooo gut getan, mal wieder rauszugehen und zu tanzen. Ich bin dann um kurz vor 3 gegangen, damit ich meinen letzten Bus noch bekomme, sonst hätte ich bis 7 Uhr warten muessen. Alles in allem, ein gelungener Abend!
Gestern waren Susi und ich mit Sofie und Sofia (2 schwedische Volontäre in Gbg) zur Fika im Café Villekulla verabredet. Das Café ist der absolute Wahnsinn - sooooo gemuetlich! Anschliessend wollten Sofia, Sofie und ich eigentlich noch ins Kino, aber die Filme hatten entweder schon angefangen oder sollten erst um 21 Uhr beginnen und das war uns zu spät. Also haben wir noch einen schönen Spaziergang ueber die Avenyn gemacht.
Ein herrliches Wochenende war das - mit ganz viel schwedisch sprechen.
Heute war ich wieder in der Ahlafors Fria Skola in den Deutschklassen. Die neunte Klasse, in der ich zum Schluss war, nimmt im Moment durch, wie man in einem Café bestellt. Aus diesem Grund hatten sie verschiedene Kuchen gebacken und es wurde in Rollenspielen geuebt, zu bestellen. Da es viel zu viel Kuchen gab (jede von den 6 Schuelerinnen hatte gebacken), kamen auch noch die Italienisch- und die Spanisch- Klasse zum Kuchenessen --> Schule, wie man sie sich wuenscht =). In der siebten und der achten Klasse habe ich den Schuelern vom Martinisingen erzählt, Martinilieder beigebracht und ein paar Spiele gespielt. Wenn es klappt, kann ich vor Weihnachten noch einmal dorthin gehen. Das ist super, dass ich da die Möglichkeit habe, mal in eine schwedische Schule hineinzuschnuppern. Ist echt interessant.

Samstag, 7. November 2009

Nix besuenners.....

Am Donnerstag stand Bowling mit der Jugendgruppe an. Also machten wir uns mit den öffentlichen Bussen auf nach Kungälv auf der anderen Seite des Götaälv. Wir waren etwas frueh dort, sodass wir noch ne Stunde auf unsere Bahnen warten mussten, allerdings ging die Zeit recht schnell vorbei. Dann hiess es BOWLING!!!! War sehr spassig. Und ich hab den zweiten Platz gemacht :) - also von den 4 Personen, mit denen ich auf einer Bahn gespielt habe. Nach dem Bowlen fuhr ein Teil der Gruppe nach Hause und wir anderen statteten der Gaststätte zum goldenen M noch einen Besuch ab. Anschliessend machten wir uns auf den Weg nach Hause, was am Abend aber gar nicht so einfach ist, da die Busse nicht mehr so regelmässig fahren. Schliesslich war ich eine Stunde unterwegs, fuer eine Strecke, die man mit dem Auto in 15 Minuten bewältigen kann -aber ich war ja nicht allein und daher wars ganz lustig.
Gestern war endlich mal wieder Krik - Fussball mit Softball - zu viert - anstrengend, aber super! Anschliessend noch Fika in der Kirche, dann nach Hause.
Heute habe ich - da es endlich mal nicht geregnet hat - einen kleinen Spaziergang durch Nödinge gemacht. So klein wie ich bisher dachte ist der Ort gar nicht. Nach hinten raus stehen noch ziemlich viele Häuser, aber halt nur Wohngegend, sonst nichts Spannendes. Heute abend geht es endlich mal ins Göteborger Nachtleben. Ich treff mich mit Susi und Bekannten von ihr aus ihrer Gemeinde. Ach, ich freu mich, endlich mal wieder rauszugehen am Wochenende! Immer nur Couchwochenenden ist auf Dauer auch langweilig.

Achja, unsere Weihnachtsplanung nimmt jetzt ein wenig konkretere Formen an. So wie es aussieht, werden wir in der Nähe von Stockholm feiern. In einem roten Haus, mitten im Wald am See. Wen es interessiert, der kann ja mal hier gucken:
http://newman.se/marieudd/ . Sicher ist das noch nicht ganz, aber wahrscheinlich =)

Donnerstag, 5. November 2009

Der erste Schnee!

Kleine Info am Rande: Heute morgen hat es hier zum ersten Mal geschneit! Es waren zwar nur kleine Flocken und es ist nichts liegen geblieben, aber Schnee ist Schnee!!!!

Mittwoch, 4. November 2009

Allhelgonalägret på Åh

Das letzte Wochenende habe ich - wie bereits berichtet - auf einem Lager, einem Allhelgonaläger, im Stiftsgard Åh verbracht. Allhelgona ist das deutsche Allerheiligen oder auch unser Totensonntag, allerdings wird es ein bischen anders "gefeiert". Der Stiftsgård, auf dem das vom Göteborgstift organisierte Lager stattfand, liegt direkt am grössten Fjord Schwedens. Eine echt tolle Anlage, vom Essensraum hat man eine wunderschöne Sicht auf das Meer. Aus meiner Gemeinde waren wir zu neunt, allerdings waren insgesamt cirka 100 junge Leute auf dem Lager.
Am Freitag gab es nach der Ankunft erst einmal Mittagessen und ein Begruessungstreffen. Anschliessend fand draussen eine Art Stationenlauf zum Thema "Konflikte" statt. Nach dem Abendessen (natuerlich auch warm, schliesslich bin ich in Schweden) war noch eine Gruppenaktivität, in der ich allerdings nicht viel verstanden habe (ganz ehrlich, das Thema hat mich auch nicht sonderlich interessiert, daher hab ich abgeschaltet ;) ). Der Abend begann dann mit einem sagenhaften Konzert eines wunderbaren Chores, die Lieder wie "Bohemian Rhapsody" von Queen oder "Fairytale" von Alexander Rybak zum Besten gaben. Richtig gut war das! Anschliessend gab es dann das zweite Abendessen (Brote etc) bevor ein Fuerbittengottesdienst abgehalten wurde. Zu Beginn hatte ich echt Zweifel, weil das Ganze nicht so ganz mein Ding ist und ich es zum Teil ein wenig extrem finde. Aber ich muss sagen, das war ein wunderschöner Gottesdienst, ziemlich frei gestaltet, viele schöne Lieder (es gab ne Band, die alle Gottesdienste begleitet hat), und die Möglichkeit sich zurueckzuziehen, mit jemandem zu reden, Kerzen anzuzuenden,.... - wie gesagt, das alles ist nicht unbedingt ganz mein Ding, aber es war super schön und ich hab viel Energie getankt.
Am Samstag Vormittag wurde "Iona" vorgestellt - vergleichbar mit Taizé, aber in Schottland. Anschliessend war ich fuer keinen Workshop eingeteilt, daher habe ich einen Spaziergang mit Johan gemacht und anschl. haben wir gemuetlich nen Tee getrunken.
Nach dem Mittagessen hatte ich den Workshop "hantverk", in dem man alte Sachen "pimpen" konnte - nun habe ich ne stylische Einkaufstasche ;) Danach war irgendein super-langweiliger Vortrag, alle anderen um mich herum hatten ihre Handys bzw I-Pods mit und konnten Spiele spielen.....natuerlich lagen meine Ablenkungsmöglichkeiten in meinem Zimmer....dann hab ich halt die Fenster, die Holzstreifen und alles andere gezählt, sonst wär ich eingeschlafen ;).
Nach dem Abendessen gab es dann einen Iona-Gottesdienst. War okee, aber nichts so besonderes, wie man vielleicht denken mag. Der Rest des Abends war gefuellt mit kleinen Sketch-Auffuehrungen der Teilnehmer. War ziemlich lustig!
Sonntag nach dem Fruehstueck war ein normaler Gottesdienst mit allem was dazu gehört (hier in Schweden ist das Abendmahl obligatorisch, diesmal, da in einer grossen Kirche, musste man sich sogar hinknien in einen grossen Halbkreis um den Altar, um das Abendmahl zu empfangen). Anschliessend noch einmal ein gutes Essen und ab nach Hause.
Ich muss sagen, es war ein wirklich schönes Wochenende und ich habe mit den Jugendlichen aus meiner Gemeinde viel Spass gehabt.
Heute war es mal wieder richtig kalt, den ganzen Tag nicht wärmer als 2 Grad. Die Bäume haben schon so gut wie gar keine Blätter mehr, um halb 3 - 3 beginnt es zu dämmern und um halb 5 ist es so gut wie dunkel. Aber gemuetlich ist es. Hier merkt man auch, dass Weihnachten mit grossen Schritten auf uns zu kommt. In der Nordstan, dem grössten Einkaufszentrum in Göteborg, und in der Innenstadt wird gerade die Weihnachtsdekoration und -beleuchtung angebracht und in vielen Geschäften stehen schon Weihnachtsbäume. Am 13. November (glaub ich) beginnt dann hier die "Julstad" (Weihnachtsstadt), dh. Weihnachtsmärkte und Beleuchtung. Ich find es gar nicht schlimm, dass das alles schon so frueh weihnachtlich ist (in Dtl. reg ich mich immer auf, wenn die Weihnachtssachen schon so frueh in den Geschäften stehen), hier passt das irgendwie - es sehr schön, gemuetlich und freue mich riesig auf die (Vor-)Weihnachtszeit!

Donnerstag, 29. Oktober 2009

vecka 44 - höstlov

Moin, alle miteinander!
Neue Woche, neue Erlebnisse:
Von Dienstag auf Mittwoch haben wir mit den "juniorer" in der Kirche übernachtet. Es waren 5 Mädels, so um die 10 Jahre alt, da. Zuerst gabs leckere Wraps, die hier in Schweden so was von angesagt sind. Anschließend wurde Singstar mit schwedischen Schlagern gespielt (nun stellt euch mal vor, ihr müsst Lieder in einer fremden Sprache singen, von denen ihr weder Melodie noch Text kennt) - aber ich war gar nicht soooooo schlecht ;). Hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Danach haben wir noch weitere Spiele gespielt, Godis (Schlickersachen) gegessen und einfach Spaß gehabt. Am nächsten Morgen um 10 Uhr war der ganze Spaß vorbei, ich bin nach Hause gefahren und hab mich erstmal für 2 weitere Stunden schlafen gelegt.
Gestern Abend war Kirchenrat in Kilanda. Mein Pastor hat mich gebeten, darüber zu erzählen, was es heißt, ein Volontär zu sein. Gesagt, getan. Ich war ganz schön nervös, aber es hat eigentlich ganz gut geklappt, zumindest haben, glaub ich, alle verstanden, was ich in meinem gebrochenen schwedisch erzählt habe.
Heute hatte ich - dank der Herbstferien - einen freien Tag, den ich genutzt habe, um mal richtig auszuschlafen.....ach wie herrlich! Um 2 war ich mit Nils verabredet, der sein Auto mit hier hat - muss sagen, ein bischen neidisch bin ich darauf schon ;). Wir sind in ein Naturreservat an der Küste, ca. 50-60 km südlich von Göteborg gefahren. Herrlich wars! Das ist echt wahnsinn, was es für schöne Landschaften gibt. Und endlich konnte ich mal wieder weit gucken.....kein Berg, einfach Wasser und den Horizont sehen. Ich muss sagen, das war ein wirklich gelungener Nachmittag!

Morgen geht es für mich auf ein Lager vom Göteborgsstift. Ca. 100 Jugendliche werden dort sein. Aus meiner Gemeinde sind wir allerdings nur zu neunt, glaub ich. Bin schon ganz gespannt....Dazu mehr in meinem nächsten Bericht!

Montag, 26. Oktober 2009

Routine und so was....

soso, da bin ich wieder.....von hier gibt es nicht viel zu berichten, so langsam aber sicher kehrt auch für mich hier eine gewisse Routine ein.
Am Mittwoch konnten wir im Sprachkurs einen freiwilligen Test schreiben, hab ich auch gemacht. War recht schwer, fand ich, aber am Freitag sagte meine Lehrerin mir, dass ich sehr gut abgeschnitten hätte und direkt vom A-Kurs in den D-Kurs wechseln könnte und somit sfi (svenska för invandrare) im Dezember abschließen könnte (eigtl dauert es 2 Jahre). Ich muss sagen, ein bischen stolz bin ich schon auf mich ;). Allerdings bin ich noch nicht sicher, ob ich den Kurs wirklich wechseln soll. Ich mag meinen Kurs doch sooooo gerne. Anna, meine Lehrerin, hat mir auch angeboten, im A-Kurs zu bleiben und Extraaufgaben zu bekommen und trotzdem im Dezember den D-Abschlusstest zu machen. Den Abschlusstest werde ich auf jeden Fall machen, schließlich gibt es ein Zertifikat und man kann ja nie wissen, wozu das in Zukunft noch mal hilfreich sein könnte. Diese Woche sind nun Herbstferien und ich werd mir mal genau durch den Kopf gehen lassen, was ich mache und auch noch mit meinem Mentor sprechen, was er zu der Sache sagt..... ach, ich weiß auch nicht.....
Freitag abend ist Krik mal wieder ausgefallen....wir waren nur zu zweit. Schde eigentlich!
Samstag war ich beim Frisör und nun hab ich endlich wieder die Haare kurz!!!! Anschließend bin ich noch ans Meer gefahren, eigentlich wollte ich auf eine der Schären fahren, allerdings hat es immer doller geregnet....also bin ich zurück in die City und noch ein wenig durch die Geschäfte gestreift.
Gestern war ich erst in der Kirche und anschließend bin ich nach Göteborg ins Världkulturmusset gefahren. Wie schön, der Eintritt ist - bis auf die Sonderausstellung über Vodoo - frei. Ich fands sehr interessant. Es gab Ausstellungen über Bollywood, Fotos aus Haiti und eine Peru- Ausstellung. Hat mir gut gefallen.
Heute morgen war ich in der Kirche bei der Öppna Förskola. Es waren ca. 13 Muttis und 25-30 kleine Kinder da. Ganz verstanden hab ich es noch nicht, aber jedenfalls waren die Kiddies heute alle verkleidet und es gab eine Fika mit viel Kuchen (von den Muttis gebacken) und Hot-Dogs. War ein schöner Vormittag. Nun sitze ich in meiner Wohnung und schiebe die Hausarbeit vor mir her.....

Im Moment ist es hier wieder recht warm, es friert nicht mehr und es regnet permanent....seit 5 Tagen oder so und um 5 Uhr ist es dunkel.....drückt ein wenig aufs Gemüt. Ansonsten geht es mir aber immer noch sehr gut hier, auch wenn mir im Moment irgendwas fehlt....was genau kann ich aber nicht sagen.....vielleicht ist es die Weite, einfach mal übers Land zu gucken und nicht nur Berge zu sehen (auch wenn die Landschaft hier wunderschön ist), vielleicht das Ausgehen und meine Freunde treffen, auf jeden Fall meine liebe Familie, vielleicht auch ein Auto, um mal nachschauen zu können, was hinter den Bergen ist (vll. werd ich mir demnächst mal eins mieten) ..... ach und ich weiß nicht. Aber die nächsten Wochen sind recht voll gepackt. Morgen übernachten wir mit einer Kindergruppe in der Kirche, am Wochenende geht es auf ein Lager, nächste Woche hab ich in der Schule wieder einen Test, es steht ein Volontär-Treffen vom Göteborg-Stift an und vielleicht/ hoffentlich schaffen Susi und ich es das Wochenende dann endlich mal, das Göteborger Nachtleben unsicher zu machen.....da freu ich mich nun schon riesig drauf!
Unsere Weihnachtsplanung ist im Moment auch ein wenig in Bewegung. Wir könnten ein günstiges Haus in einem kleinen Skigebiet mieten, allerdings ist die Fahrt dorthin und zurück ziemlich teuer...dabei hat man uns ständig erzählt, Zug fahren in Schweden sei so günstig....tze... Alternativ können wir aber auch bei Kristina, etwas nördlich von Stockholm feiern, oder in einem Haus dort in der Nähe, das ihrer Gemeinde oder einem Gemeindemitglied oder so gehört....wir werden sehen.
Naja, nun werd ich mich mal an meine Hausarbeit machen (blöd, dass Kochen immer mit Abwaschen verbunden ist ;) ) ..... vi hörs!

Montag, 19. Oktober 2009

Ich bin so froh, hier zu sein

Tjena, meine Lieben!

Von der letzten Zeit gibt es nichts Spannendes zu berichten.....alles geht seinen gewohnten Gang: es ist mal kalt und mal warm, nachts friert es fast immer, hier hat es noch nicht geschneit, 30 km weiter östlich schon, Susi und ich haben das tollste Café Göteborgs entdeckt (Café Villekulla, für Göteborger Verhältnisse günstige Preise, im Keller, mit Sofas und Oma-Deckchen, internationales, recht junges Publikum), ich war zum zweiten Mal bei Ikea, ich habe meinen ersten (und meinen zweiten) Kladdkaka (schwedischer Schoko-Klitsch-Kuchen) gebacken, ich spreche jetzt fast nur noch schwedisch mit den Schweden =), Samstag geh ich zum Frisör und ich hab meine Wohnung geputzt.

Da ich nicht viel berichten kann, nun ein wenig Wissenswertes für euch über Schweden:
  • nein, nicht an jeder Ecke steht ein Elch und winkt ;)
  • viele Schweden spucken ständig auf die Straße --> vorsicht,Tretminen!
  • normalerweise zieht man sich die Schuhe aus, sobald man eine Wohnung betritt
  • die Kissen sind viel kleiner als in Deutschland
  • Matratzen sind überall superweich *bäh*
  • den Kindern wird alles hinterhergeräumt
  • viele Jungen, die cool sein wollen, tragen die Hose in den Socken
  • die wirklich Coolen tragen nur die Innenbeinseite der Hose in den Socken ;)
  • Jogginghosen und Leggins sind total modern
  • aber viele haben auch einen echt guten Kleidungsstil
  • die Schweden verbinden die Deutschen mit Elchen --> "alle Deutschen wollen Elche sehen"
  • die Lebensmittelpackungen sind hier viel größer als in Deutschland
  • Man bekommt Alkohol erst ab 20 Jahren im Systembolaget, im Pub aber schon ab 18
  • es gibt auch Backsteinhäuser
  • scheinbar lieben die Schweden es, zu Hämmern und zu Bohren (zumindest in meinem Haus)
  • auch sonntags kann man Fenster putzen, Rasen mähen oder mit der Kettensäge arbeiten
  • die Geschäfte haben auch sonntags geöffnet (ICA von 8-22 Uhr)
  • man muss überall Nummern ziehen
  • Filme und Serien laufen hier im Original mit schwedischem Untertitel
  • alles ist sehr amerikanisiert
  • Butter ist salzig und Brot ist süß
  • man benutzt ein hölzernes Buttermesser
  • man misst in Dezilitern, nicht in ml oder g
  • die IKEA-Gläser in meiner Wohnung sind "made in Germany"
  • man isst hier frukost am Morgen, lunch (warm) in der Mittagszeit, middag (warm) so zwischen 17 und 18 Uhr und kvällsmat um 21 Uhr (zumindest in Hotels und Freizeitanlagen)
  • und zwischendurch gibt es ständig Fika (Kaffeepause, meist mit Kuchen oder Keksen)
  • das Handy ist des Schwedens liebstes Spielzeug und ständiger Begleiter
  • bucht man ein Zugticket, so bekommt man direkt einen Sitzplatz reserviert
  • alle unter 26 Jahren sind Jugendliche
==> to be continued!

Montag, 12. Oktober 2009

Montag, 05. Oktober
Jaha, heut wollt ich das Ticket nach Lidingö (Stockholm) kaufen, in den Bus, ab nach Göteborg, zum Ticketschalter, Ticket für viel Geld gekauft, ein wenig durch Gbg gestreift, in den Bus, ab nach Haus. Nun noch ein wenig entspannen, abwaschen, und packen --> Alles paletti! .......Dachte ich. Zum Glück hab ich mir das Ticket - nicht umbuchbar, wohlgemerkt - noch einmal angeschaut, bevor ich es eingepackt hab....stand da nicht tatsächlich drauf, Rückfahrt auch am 6.10.. Na super! Dabei war ich mir so was von sicher, dass ich mehrfach gesagt habe, dass ich Freitag zurück will. Also, Hauptgewinn, Jacke an, Schuhe an, wieder in den Bus, ab nach Gbg zum Fahrkartenschalter, zur selben Bedientante wie das letzte Mal. Puhhh....zum Glück konnte sie sich daran erinnern, dass ich ausdrücklich FREITAG gesagt hab, sie hat sich tausendmal entschuldigt und mein unumbuchbares Ticket umgebucht.

Dienstag, 06. Oktober - Freitag, 09. Oktober
Früh morgens um 7 Uhr steh ich im Dunkeln an der Bushaltestelle, ab in den Bus (muss das erste Mal stehen, da alle Plätze besetzt sind), zum Bahnhof, in den Zug. Voller Vorfreude auf meinen, auf dem Ticket angekündigten, Fensterplatz. Ist ja Morgendämmerung, quer durchs Land, vielleicht siehste ja nen Elch, dacht ich mir. Gut, das hatte sich dann erledigt, mein FENSTERPLATZ sah so aus:
Nix mit Elch, aber mit gestrecktem Hals konnte ich durch ein anderes Fenster gucken und hab dampfende Seen und vereinzelt auch mal Rehe gesehen. Vielleicht wirds ja auf der Rückfahrt was mit deinem Elch, Frauke, schließlich steht auf deinem Ticket wieder Fensterplatz (du wirst ja wohl nicht 2 Mal dieses Fensterpech haben, dacht ich mir) und dann ist Abenddämmerung.

In Lidingö angekommen konnt ich meinen Zimmerschlüssel an der Rezeption bekommen, dann gabs direkt Lunch und nachmittags irgend so ne Begrüßung und nen Teambuilding-Nachmittag....Frag mich nur, warum soll ich mit den anderen Freiwilligen, mit denen ich ja nur diese 3,5 Tage verbringe, ein Team bilden, aber nun gut. Nach 17 Uhr war dann nix mehr los (jeden Tag) und es gab auch die ganze Woche keine(n) Leiter, der/ die für uns Verantwortlich war, seltsam! Die anderen Freiwilligen aus verschiedensten Einrichtungen waren aber super nett und lustig....zu fünft waren wir aus Deutschland, eine Österreicherin, 2 Türken, 1 Portugiese, 1 Französin und 1 Jordanier - alle zwische 18 und 29 - waren sonst noch dabei. Achso, an diesem Abend bin ich das erste Mal in meinem Leben in der Sauna gewesen!

Mittwoch nachmittag waren wir in Stockholm!!!! Erst bei den schwedischen EVS (European Voltontary Service) - Verantwortlichen, dann Freizeit. Jenne, Franzi und ich haben uns mit Kristina, die in der Nähe von Stockholm ihr DJiA macht, getroffen, Fika in nem schönen Altstadtcafé, dann ein wenig Sightseeing mit ortskundiger Führung von Kristina, noch etwas bummeln, essen und ab ins Hotel zurück.


Donnerstag nachmittag hieß es dann "High Rope - Challenge yourself". Direkt am Hotel gab es einen Hochseilgarten, ca. 7-8 m hoch, 3 recht lange Strecken. Die erste war ein Seil und drüber ein weiteres zum festhlaten, die 2te war ein Baumstamm ohne Gelegenheit, sich festzuhalten (außer an der Sicherung), die dritte ein Seil, auf dem man sich an frei schwingenden Seilen festhalten konnte. Puh, hatte ich Muffensausen, aber ich habs geschafft!!!! Und zum Schluss konnte man aus der Höhe per "Seilbahn", wie man sie von Kinderspielplätzen kennt, runtersausen - das war der größte Spaß!!!

Freitag nachmittag gings dann wieder ab in Richtung Göteborg.....mit Fensterplatz....dachte ich =(...angekleet, nix da, wieder so ein blöder Wandplatz! Hoffentlich ist das nicht so, wenn ich nach Östersund fahre. Ich will doch was SEHEN VOM LAND und nicht nur den blöden Zug!

Samstag, 10. Oktober und Sonntag, 11. Oktober
Ausschlafen, und dann ab nach Alingsås zu Susi. Dort ist die ganze Stadt von Lichtdesignern beleuchtet, nennt sich "Lights in Alingsås". War echt nett gemacht, von stimmungsvoll ruhig bis sehr modern. Anschließend haben wir uns noch einen schönen gemütlichen Abend gemacht, leckere Wraps gegessen, Tee getrunken, viel gequatscht und am Sonntag ausgiebig gefrühstückt.....herrlich wars!
Am Nachmittag bin ich dann zurück nach Hause, da um 17:00 Uhr ein Familiengottesdienst in meiner Kirche stattfand. War sehr schön, allerdings ungewöhnlich, denn es waren wirklich viele kleine Kinder da, die alle eine Kinderbibel geschenkt bekamen (alle, die 3 Jahre alt sind bzw. werden). Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass es ganz schön unruhig war, aber trotzdem , oder gerade deshalb wars toll!

Montag, 12. Oktober
Heute war ich wieder einmal bei Johan, doch leider wird es mittlerweile etwas zu kalt, um auf seinem tollen, durch Glas windgeschütztem, Balkon zu sitzen, daher waren wir heute das erste Mal in der Wohnung während des Meetings. Anschließend bin ich wieder ein wenig auf Entdeckungstour gewesen und hab mich endlich mit Stoffen u.a. im Bastelladen eingedeckt.....die langen Abende können kommen!

Puss och kram!

PS: Hier wird es über Tag nicht mehr wärmer als 8-10 Grad und um 10 vor 7 etwa ist es stockdunkel.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Es ist viel passiert in den letzten Tagen...

Am Donnerstag war ich in der Ahlafors Friskola. In den Klassen 7, 8 und 9 sollte im Deutschunterricht ein Prata-Tyska-Dag (Sprich-Deutsch-Tag) stattfinden. Die Deutschlehrerin der Schule, Linda, hatte mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, etwas mit den Schülern zu machen. Also bereitete ich einige Spiele, Songs und ein Quiz vor, die "meine Schüler" zum deutsch-Reden bringen sollten. Die Schüler waren sehr interessiert, am Anfang ein wenig schüchtern, aber mit voller Motivation dabei. Es war ein echt schöner Schultag und wahrscheinlich werde ich im November noch einmal den Deutschunterricht mitgestalten, aber das muss ich erst mit meinem Mentor besprechen.
Am Abend hatte ich dann meine erste Andacht beim KU (Jugendgruppe) - allerdings hab ich alles , bis auf die Gebete, auf englisch gemacht, obwohl ich fest entschlossen war so viel schwedisch zu reden, wie möglich. Allerdings hat sich, sobald ich angefangen hab, ein Schalter in meinem Kopf umgelegt und auf das Englisch-Programm gestellt.....beim nächsten Mal zieh ichs aber mit schwedisch durch!!!! Fest vorgenommen!
Freitag Nachmittag ging es dann los auf mein erstes Lager. 15 Konfirmanden, 21 Faddrar, Johan, Mikael, Katharina und ich verbrachten das Wochenende in Gulbranna, in der Nähe von Halmstad, ziemlich nah am Meer gelegen. Am Freitag startetn wir mit einem Spieleabend, an dem auch ich ein Spiel mit den Konfirmanden spielte - Pferderennen, falls jemand es kennt. Ich hatte mir die benötigten Begriffe auf schwedisch herausgesucht, aber irgendwie ist es doch einfacher, ein solches Spiel auf deutsch anzuleiten, da man nicht immer auf den Spickzettel mit den Begriffen gucken muss - aber nun gut, ich glaub, es hat allen gefallen. Am Abend gab es eine Abendandacht und eine Gute-Nacht-Geschichte. Das war echt schön!
Samstag vormittag gabs nach der MorgenandachtThemeneinheiten für die Konfis und nach dem Mittagesses ein wenig Freizeit. Schnell an den Strand - wunderbar! Eigentlich sollte es am Nachmittag eine Rallye geben. Aufgrund des Sturmes und heftiger werdenden Regens wurde die Geschichte allerdings abgeblasen und stattdessen ein Gesellschaftspiele-Freizeit-oder-Erholungsnachmittag eingeschoben. Am Abend Abendandacht und Gute-Nacht-Geschichte, dann ab ins Bett!
Sonntag startete mit packen, aufräumen, putzen, noch ein Spaziergang zum Strand bei heftigem Sturm, aber ohne Regen, dann Gottesdienst, Lunch und ab nach Haus. Hier bin ich nun - glücklich und geschafft.
Dienstag gehts aufs EVS-Seminar in die Nähe von Stockholm. Morgen fahr ich noch kurz nach Göteborg, muss mir noch eine Zugkarte nach Stockholm kaufen. Hoffentlich passt das alles mit den Zeiten (der Kurs fängt schon um 11.30 an), sonst muss ich ganz spontan doch morgen fahren, aber da hab ich eigentlich keine Lust zu.
Herbstliche Grüße aus dem hohen Norden!

Montag, 28. September 2009

Guten Morgen, Väterchen Frost!

Nur eine kleine Information am Rande....als ich vor gut einer Stunde aufgestanden bin, zeigte mein Thermometer 1,3°C an. Tiefsttemperatur heut Nacht war laut Gradmesser 0,2°C. Dem weißen Überzug der Wiese neben meinem Haus und dem der Dächer nach zu urteilen, hat es sogar gefroren. So langsam wird es Zeit für die warmen Pullover, Winterjacke und Winterschuhe....

Sonnige Grüße in den warmen Süden!

PS: eigentlich ist heute schon Dienstag, fragt mich nicht, warum dieser Eintrag als Montags-Eintrag gezeigt wird.....komische Sache

Bokmässa

Gestern waren Susi und ich auf der Buchmesse in Göteborg - die größte Buchmesse Schwedens. Wie der Zufall es so will haben wir sogar Sven Nordqvist, Autor von Pettersson und Findus, und Henning Mankell (s. Foto) gesehen. Beim Vortrag von Mankell saßen wir sogar in der ersten Reihe..... na, lieber Leser, neidisch? *hihihi* ;) Alles in allem war es sehr interessant, viel zu viele Eindrücke, riesengroß, total spannend, viele Bücher, die ich hätte kaufen wollen - leider war es nicht möglich, alles zu sehen. Aber es war bestimmt nicht meine letzte Buchmesse. Abgeschlossen haben wir den Tag mit einem Spaziergang durch Göteborg und einer Fika in einem netten Haga-Café, in dem wir nicht zum ersten und bestimmt auch nicht zum letzten Mal waren.

Heute war Mentor-Meeting mit Johan in seiner Wohnung, anschließend bin ich noch ein wenig durch Göteborg "flaniert" - herrlich, wie immer! Hab außerdem heute meine Biathlon-Tickets bezahlt (muss nun nur noch warten, das mir die Online-Tickets zugesendet werden) und die Fahrkarten nach Östersund und zurück gekauft. Das zweite Adventswochenende kann kommen!!!! Freu mich jetzt schon riesig darauf!

Hier ist nun der Herbst vollkommen angekommen. Es ist permanent windig bis stürmisch, alles liegt voll Bucheckern, Kastanien und Eicheln, es wird kälter, um halb 8 abends ist es finster und die Bäume tragen schöne, bunte Kleider. Irgendwie freu ich mich schon auf die dunkle Jahreszeit....

Das wars für heute.....bis zum nächsten Mal allerliebste Grüße an alle Leser!

Samstag, 26. September 2009

"Aber man muss nicht vergessen...."

".... das Leben kein Ponyhof ist"
Vorbei ist eine sehr schöne Woche in Helsjön, südlich von Göteborg, mitten im Wald an einem See. Ich habe die meisten anderen deutschen Volontäre wiedergetroffen und viele schwedische Volontäre kennengelernt. Die Woche war durchzogen von einer ganzen Menge Spaß, vielen neu gelernten schwedischen Wörtern wie "cykelnykel", was "Fahrradschlüssel" bedeutet, aber irgendwie viel niedlicher und lustiger klingt. Die Woche haben Anna und Karin von der schwedischen Kirche, Elisabeth, Lehrerin in Helsjön und Rasmus, Pastor, der Zitat "sehr gut deutsch" spricht, allerdings nicht viel mehr sagen konnte als "genau", "sehr gut", "Bratwurst und Bier", "das Leben kein Ponyhof ist" und "ich spreche sehr gut deutsch, sehr gut, genau", was ziemlich amüsant war. Was noch wichtig ist, es gab immer eine Morgen- und eine Abendandacht, 2 Mal täglich warmes Essen, zwischendurch ständig Kaffeepausen und jeden Abend nach der Andacht noch eine Kvällsfika (Abendfika).
Ansonsten haben wir diese Woche folgendes gemacht/ erlebt:

Montag:
In Kungsbacka, wo wir alle am Bahnhof ankamen, wurden wir mit einem gecharterten Reisebus abgeholt und nach Helsjön gefahren, wo wir direkt Mittagessen bekamen. Anschließend bekamen wir unsere Zimmer und konnten uns erst einmal einrichten. Danach trafen wir uns, spielten einige Spiele, machten Vorstellungsrunden - das Übliche für den ersten Tag. Am Abend gab es weitere Spiele.

Dienstag:
Am Morgen hatten wir Deutschen eine Einführung in die Geflogenheiten der schwedischen Kirche, wie ein Abendmahl vorzubereiten ist und wie das Psalmbuch aufgebaut ist. Nach dem Mittagessen machten wir eine Rallye rund um den See, bei der es Fragen zu den einzelnen Teilnehmern zu beantworten gab, die jeder am Tag vorher vorbereitet hat. Der Weg war teilweise ein wenig rutschig und über Stock und Stein, aber doch sehr schön. Anschließend wurde unsere Gruppe erneut geteilt und wir Deutschen sprachen mit Anna über unsere Situation in der jeweiligen Kirche, über das Volontärjahr und den Aufbau der schwedischen Kirche. Am Abend wurden wir über die Bausteine einer Andacht informiert und in Gruppen eingeteilt, in denen wir dann "unsere" Andachten planten.

Mittwoch:
Am Mittwoch Vormittag ging es dann um die Unterschiede zwischen Schweden und Deutschland und über die Dinge, die in unserem jeweiligen Land ein "No-Go" sind, immer gut und Dinge, die man machen sollte. Anschließend sollten wir uns unsere Ergebnisse gegenseitig präsentieren. Naja, die Schweden hatten richtig gute Anspiele vorbereitet und wir haben nur einen einfachen, vll. sogar langweiligen Vortrag gehalten.....vielleicht ist das auch typisch. Am Nachmittag gab es eine Themeneinheit zum Glauben, Glaubensbekenntnis und der schwedischen Kirche. Ich fand es teilweise ein wenig übertrieben, aber nun gut. Hier in Sch
weden ist die Kirche nun mal ein wenig mehr symbollastig und "extremer" (vll. ist es der falsche Ausdruck) als in Deutschland. Am Abend gab es einen Spieleabend, der dem ersten in Weimar im Januar aber absolut nicht das Wasser reichen kann. Manchmal kann man Spiele auch tot spielen....aber trotzdem war es gut und lustig.

Donnerstag:

Ja, der gefürchtete Donnerstag. Auf unserem Plan stand eine Pilgerwanderung von 9:20 - 17:00. Da es auch noch regnete war unsere Stimmung schon gleich beim Aufstehen im Keller. Aber gut, Frühstück, Rucksack mit Proviant packen, Treffen vor dem Haus. Zum Glück hatte der Regen aufgehört. Wir bekamen einen Wanderfreund aus der Klasse "Svenska Kyrkran Grundkurs"(Helsjön ist eine Art Schule, aber das ist sehr komplex hier zu erklären)
zugeteilt, mit dem wir die Wanderung bestreiten sollten. Mein "Vandrarkompis" hieß Mikael, war 44 Jahre, war früher Fotograf und suchte nun etwas Neues in seinem Leben und wollte in der Kirche arbeiten, wofür dieser Kurs Voraussetzung ist. Wir verstanden uns gut und hatten uns eine Menge zu erzählen. Während der Wanderung machten wir immer wieder Stops, um über eine Pilgerung und deren "Zutaten" wie Hut, Schuhe, Rucksack, Pilgerstab, etc. zu erfahren, zu beten oder Fika zu machen. Unser Weg führte durch den Wald, hinauf auf einen Berg, von dem man eine wahnsinnge Aussicht über viel Wald und zahlreiche Seen hatte.....das war der Hammer! Leider regnete es, als wir oben waren und die Aussicht war somit getrübt. Doch plötzlich kam trotz des Regens die Sonne raus.....ein gewaltiger Augenblick! Schlussendlich dauerte die Wanderung nur bis halb 3 und durch die vielen Pausen sind wir auch nicht sooooo viel gelaufen. Aber trotz der anfänglichen, ziemlich großen Bedenken muss ich sagen, dass der Tag echt gelungen, interessant und super war.
Am Abend haben wir dann noch den dänischen Film "After the Wedding" geguckt. War sehr schön und traurig.

Freitag:
Abfahrtstag. Am Vormittag noch ein Bibelstudium, Abschlussandacht, Mittag und ab zum Linienbus. Leider hatte der Bus Verspätung, sodass wir unseren Zug nach Göteborg verpassten. Doch halb so schlimm, der Zug fährt alle halbe Stunde.
Großes Verabschieden, ab nach Haus.

Fazit:
Tolle Woche, anstrengend, totmüde, tolle Schweden kennengelernt, Volontärtreffen/ party in Göteborg in Planung, Vorfreude auf Weihnachten.


Achso, eins hab ich noch vergessen. Hier ist die Kirche in verschiedene Stifte eingeteilt, ähnlich zu unserem Synodalverband. Ich gehöre zum Göteborgstift. Und von meinem Stift werden regelmäßige Treffen in Cafes oder so organisiert, sodass die Volontäre sich austauschen können. Voll toll!

Gestern Abend war ich noch zum Krik, allerdings waren wir nur zu viert, sodass wir nicht sporten waren, sondern einfach nur Fika machten und ein Spiel spielten. Zu meinem Glück beendeten wir den Abend schon recht früh, denn ich war echt hundemüde! Heute mach ich einfach einen Relax-Tag zu Hause und morgen gehts ab zur Buchmesse in Göteborg mit Susi und Anna (schwedische Volontärin) und vll. kommen auch noch andere Volontäre mit.

Eine schwedische Weisheit zum Schluss: "Livet är en dans pa° rosor" (dt.: "Das Leben ist ein Tanz auf Rosen").

Sonntag, 20. September 2009

Ich bin dann mal weg.....

...ab morgen gehts für 5 Tage nach Helsjön aufs Seminar. Freu mich und bin schon ganz gespannt. Um 10:47 geht mein Zug von Göteborg, n bischen blöd, denn Susi und Nils fahren um 11:17, also muss ich in Kungsbacka (nur ne halbe Zugstunde entfernt), wo wir alle von einem Bus aufgegabelt werden, auf sie warten. Das hat die Organisation ja ganz prima hinbekommen.

In den letzten Tagen gabs nichts besonderes.... ich lern nur immer mehr Leute kennen. Wie gut, dass ich ein relativ gutes Namensgedächtnis hab ;). Donnerstag war Konfi und Jugendgruppe, Freitag war ich faul und abends beim Krik. Samstag war ich erst mit Susi in Gbg shoppen, dann haben wir Nils abgeholt und sind ab in den Slottspark, haben in der Sonne gelegen, im Cafe gesessen, den dortigen kleinen Zoo besucht und tatsächlich nen Elch gesehen. Nun fehlt nur noch einer in freier Wildbahn.

Also, munter bleiben! Bis zum nächsten Eintrag!

Donnerstag, 17. September 2009

*jiiiiiihaaaaaa*

Kurzer Nachtrag: Hab soeben ein Zimmer in Östersund gebucht!!!!!! War ganz schön schwer, was günstiges zu finden, das noch nicht ausgebucht ist......jetzt fehlen nur noch die Biathlon-Tickets und ein Zugticket und dann kann der Dezember kommen!!!!! Ich freu mich sooooooo!

Det var jätte roligt!!!

Hejsan!
Am Montag hatte ich wieder ein Mentor-Meeting mit Johan in seiner "Wow!-Dieser Ausblick!"- Wohnung. Nachdem das Meeting beendet war, bin ich einfach losgegangen und habe mich von dieser tollen Stadt Göteborg treiben lassen....hier in ein kleines Geschäft, da ein wenig gesessen und Leute beguckt, dann weiter, mal sehen, was so kommt......das war herrlich! In dieser großen Stadt, in der ich nun wirklich (fast) niemanden kenne, habe ich es doch tatsächlich geschafft, an einem Nachmittag 2 mal Nils zu treffen (okee, 1 mal hab ich ihn nur von weitem gesehen) und dann noch einen Mitschüler von mir zu sehen.....irgendwie ist eine Großstadt auch ganz schön klein.

Dienstag und Mittwoch ist nichts wahnsinnig aufregendes passiert, aber heute morgen war die Schule echt toll. Wir haben mit einer anderen Klasse eine Art Rallye zum See gemacht und ne ganze Menge Spaß dabei gehabt. Meine Gruppe, bestehend aus Alizeh aus Pakistan, Khaled aus Palestina, Sonai aus dem Irak und mir hat doch tatsächlich gewonnen :D!!! Am See haben unsere beiden Lehrerinnen noch ein paar Spiele mit uns gemacht, was auch sehr amüsant war. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei, aber am See haben einige meiner Mitschüler ne Menge Fotos gemacht, die ich bekommen kann. Sobald ich sie habe, werde ich versuchen welche hier hochzuladen. Tadaaaa, nun ist es da: Ihr seht: ganz vorne: Sulaf aus Kurdistan und Alizeh aus Pakistan, in der mittleren Reihe: Zainab, Sonai und Zahra aus dem Irak, Elke und ich aus Deutschland, Noo, Ubolrat und Yuppha aus Thailand, in der hinteren Reihe: Anouar aus Tunesien, Khaled aus Jordanien, Khaled aus Palestina und Jawid aus Afghanistan.
Wir haben viel geredet, gelacht und alles in allem ne ganze Menge Spaß gehabt. Det var jätte roligt!!! (dt.: Das war super-lustig) auch wenn es bitterkalt war. Wir haben auch beschlossen, dass wir irgendwann nach der Schule oder am Wochenende unbedingt mal etwas zusammen unternehmen müssen. Da freu ich mich jetzt schon drauf!

Was es sonst noch zu sagen gibt......: hier ist es bitterkalt morgens, heut waren es 4,5°C als ich um viertel nach 8 zur Schule gegangen bin, dafür wird es über Tag aber auch noch oft wärmer als 20°C. Außerdem bin ich ein bischen erkältet, aber es wird schon wieder besser, haben viele im Moment hier. UND, ganz wichtig, wollt nochmal sagen, dass ich mich sehr über Post - ob in Form einer Mail, eines Kommentars auf dieser Seite, oder auf dem guten alten Weg mit Briefmarke und Postkasten - freue. Ich werde - wenn manchmal auch nicht sofort - bestimmt antworten!

Jetzt lege ich mich noch ein wenig hin und ruhe mich aus, bevor es in einer halben Stunde wieder losgeht zur Kirche....Konfirmandenunterricht und Jugendgruppe stehen heute an!

Kramar!!! (dt.: Umarmungen, liebe Grüße)

Sonntag, 13. September 2009

Woche Nr. 3 1/2

Hej, alle miteinander!
Endlich komme ich mal wieder dazu, meinen Blog mit Erlebnissen zu füttern. Die letzte Woche ist mal wieder wie im Flug vergangen. Am Montag hatte ich meinen freien Tag und bin auf Entdeckungstour mit meinem roten Fahrrad gewesen. Der Weg nach Nol zur Arbeit ist sehr schön und führt direkt am Wald entlang. Dort habe ich auch ein paar Stellen gesehen, an denen man schön in den Wald gehen kann und bestimmt ein tolles Plätzchen zum Entspannen finden kann....aber das muss ich noch genauer erkunden. Außerdem war ich noch am See...da geht es ganz schön steil hoch, sodass ich es vorgezogen hab, mein Rad zu schieben. Ihr glaubt aber gar nicht, wie schnell ich auf dem Rückweg war ;).
Dienstag, Mittwoch und Donnerstag und Freitag ist nichts besonderes passiert. Die üblichen Gruppen, morgens immer Sprachkurs. Mein Sprachkurs ist übrigends super-toll! Meine Lehrerin heißt Anna und der Kurs ist komplett auf schwedisch, aber Anna ist sehr geduldig mit uns. Meine Mitschüler sind sehr international und von 19 bis 60 Jahre alt. Also, wir sind eine bunte, sehr interessante Mischung aus (angehenden) Studenten, Freiwilligen, Lehrerinnen, Familienmuttis und -vatis, einem Chemiker etc. die sich folgendermaßen zusammensetzt: 3 Thailänderinnen, 1 Afghane, 1 Pakistani, 2 Deutsche, 1 Bosnierin, 1 Polin, 1 Kurdin, 1 Tunesier, 1 Jordanier, 1 Palestinänser und 5 Iraker/innen. Alle sind sehr offen und nett und es ist echt inte
ressant mit so vielen unterschiedlichen Kulturen zusammen zu kommen. Mit dem Kurs macht das schwedisch lernen echt riesigen Spaß und ich geh jeden Morgen gerne hin, auch wenn es für meinen Geschmack manchmal etwas langsam geht. Aber in der nächsten Woche bekommen wir nun ein neues Buch, da wir alle schnell lernen, so wie Anna uns sagte.
Am Samstag war ich dann bei einem Faddrar-Kurs, bei dem ich eigentlich gar nicht arbeiten musste, sondern im Grunde bei allen Einheiten zugehört hab. Jaja, ich hab am Ende auch eine Urkunde bekommen und könnte jetzt auch Fadder werden (so ne Art Pate/ Jugendleiter für Konfirmanden).
Am Abend dann kam Susi mich besuchen.....das war so herrlich.....endlich mal wieder ausgiebig deutsch sprechen nach dem vielen Schwedisch, das von Zeit zu Zeit sehr anstrengend ist, da man sich einfach permanent konzentrieren muss, um zu verstehen. Wir machten uns einen gemütlichen Abend mit Puffert un Peeren, Tee, Obst und Süßigkeiten. Heute haben wir dann erst mal richtig ausgeschlafen und schön ausgiebig gefrühstückt. Das war echt herrlich, nachdem ich soooo lange immer nur allein gefrühstückt hab. Nach dem Frühstück, so um 12 ;) , machten wir uns dann auf einen langen Spaziergang bei Sonnenschein, lagen auf dem Steg am See, gingen fast e
inmal um den See herum und genossen die Sonne, das nicht-alleine-sein und das deutsch reden. Sogar ein wenig Farbe im Gesicht hab ich heut bekommen :). Nachdem wir wieder bei mir waren, gabs ein Spiegelei mit Schwarzbrot (ja, das gibt es zum Glück auch hier), später noch einen Tee - ein wirklich gelungener Spätsommertag!
Morgen werd ich mich wieder auf nach Göteborg machen, da ich mich mit meinem Mentor in seiner tollen Hafen-Blick-Wohnung treffe. Und ich werd mal zusehen, dass ich morgen endlich mal eine schwedische Handykarte bekomme. Und ins Reisebüro gehen und mich nach einer Ferienwohnung für Weihnachten erkundigen.....jaja, große Pläne für morgen, daher sag ich nun einmal
god natt (gute Nacht) !!!!

Sonntag, 6. September 2009

ELCH!!!!!

... aber das ist eine lange Geschichte......
Gestern Abend war ich, wie meine Kollegen auch, bei Anders, einem der Hausmeister meiner Gemeinde, und seiner Frau Britt-Marie zu einer Party eingeladen. Anders lebt auf einem alten Bauernhof (Holz, rot ;) ), den sein Vater erbaut hat, allerdings betreibt er heute keine Landwirtschaft mehr. Zunächst gab es einen Begrüßungsdrink, es wurde ein wenig Smalltalk gehalten. Nach einiger Zeit wurden wir dann in die Scheune gebeten und sag nur: WOW!!!!! Ein riesiger Raum mit Holzdecke, darin ein Kronleuchter, 3 lange Tische für je 40 Personen (3*40=120 --> viele Gäste), große Kerzenständer auf den Tischen, sehr schön dekorierte Tische., kleine Lampen in den Fenstern.....das muss man einfach gesehen haben. Leider hatte ich meine Kamera nicht mit :(. Für jeden Gast stand eine Vorspeise an den Plätzen: Schwarzbrot mit ner Scheibe totem Tier (keine Ahnung welches), gefüllt mit einer Remolade, dazu etw
as Salat. Kleine Ansprache, das Essen konnte losgehen. Nachdem dieser Teil abgeschlossen war, wurde das Buffet eröffnet. Es gab ELCH!!!!! in sehr dünne Scheiben geschnitten, Reh, dazu Kartoffelgratin, Salat, Brot, Soße und Beeren....ein Genuss!!!!! Man muss dazu sagen, Anders ist Jäger und hat die Speise selber erlegt. Die ganze Athmosphere war wirklich der Hammer, gute Musik, nette Unterhaltungen, wahnsinnig gutes Essen und einen kleinen Tomte (Weihnachtsmann), der im Gebälg saß und uns beobachtete. Katharina sagte mir, ich solle allen Deutschen nun erzählen, dass alle schwedischen Partys wahnsinnig groß sind, immer ein Tomte da ist und es IMMER Elch zu Essen gibt. Glaubt es....oder lasst es ;) Aber ich kann sagen, dass Partys dieser Größe in Schweden eher unüblich sind, normalerweise feiert man wohl in kleinem Kreis. Aber man konnte sichtlich merken, dass Anders und Britt-Marie die Party - auf der übrigends auch getanzt wurde, mit wahnsinnig vielen lustigen Drehungen, sah sehr amüsant aus - genossen haben. Ein gelungener Abend!

Heute morgen gab es einen Gottesdienst in der Kirche in Starrkärr, in der die neuen Winter-Konfirmanden vorgestellt worden. Alle Konfirmanden bekamen eine Bibel von der
Kirche geschenkt. Aber das ist nicht alles. Auch sämtliche Bücher, Materialien und auch die Lager sind für die Konfirmanden umsonst. Nicht schlecht, oder?
Die Kirche in Starrkärr ist eine "richtige" Kirche, wie wir sie kennen, nur sehr bunt von innen, aber schön. Im Gottesdienst wurde viel mit Symbolen gearbeitet, was ich nicht immer verstanden,aber trotzdem mitgemacht hab. Es ist schwer das hier schriftlich zu erklären.... Anschließend gab es - wie soll es auch anders sein - eine Fika im Gemeindehaus.
Über Mittag fuhren Johan und ich nach Nödinge, besorgten uns im Supermarkt (ja,
der hat auch am Sonntag von 8-22 Uhr geöffnet) einen Salat und fuhren nach Alafors an einen See, aßen dort auf dem Steg im Sonnenschein unseren Salat und lasen Zeitung......so stellt man sich Schweden vor!
Gegen 3 machten wir uns auf den Weg nach Nol, erledingten einige Dinge in der Kirche, wo um 17 Uhr der Gottesdienst stattfand. Naja, nun bin ich wieder in meiner schönen Wohnung und bin hundemüde!