Mittwoch, 14. Juli 2010

Sommarläger oder "der Tag hat 22 Gurken"

So, da wären wir wieder, zurück von einem genialen Sommarläger mit 45 Konfirmanden, 7 Leitern, 1 Ärztin und Nachtwache, 3 Schlümpfen, 32 Jugendleitern und natürlich einem 3-köpfigen Küchenteam. Klingt viel? War es auch! Nun aber erstmal der Reihe nach... Wir schreiben Samstag, den 12. Juni 2010. Es ist 7.45 Uhr und vor dem Haus steht mein "Taxi". Auf geht's zur Kirche, noch einmal alles durchsprechen, den Rest zusammensuchen, Konfirmanden begrüßen, zusehen, dass alle in die Busse kommen (vor "meinem" Bus stand sogar plötzlich ein nicht angemeldeter Jugendleiter - was tun? Rein in den Bus, nehmen wir mit!), Bus packen und um 10 Uhr ging es mit 2 Bussen und einigen Autos in Richtung Vergnügen. Rund 10 km südlich von Falkenberg befindet sich Bobergården, wo wir unsere Konfifreizeit verbringen wollten. Zunächst stand die Verteilung der Zimmer auf dem Plan, bevor wir ein unglaublich gutes Essen vorgesetzt bekamen. Viele weitere sollten noch folgen (unser Küchenteam bestand aus Fiffi, die einen Cateringservice hat und von meiner Gemeinde für die Freizeit gebucht worden war, und 2 ihrer Helferlein). Achso, was das Sommarläger mit 22 Gurken zu tun hat? Naja, unsere Gruppe hat täglich 22 Gurken verputzt, was auf die Tage gerechnet rund 220 verbrauchte Gurken macht :)
Gestärkt konnte es nun also ins eigentliche Vergnügen (oder war das eigentliche Vergnügen das gute Essen?) starten. Der erste Programmpunkt: "Ta chansen - Nutze die Chance" - ein Willkommen vom Pastor, eine Vorstellung aller Leiter, Schlümpfe und Jugendleiter, Berichte der Jugendleiter aus ihrer Konfirmandenzeit und Einteilung in Familien. Familien? Genau! Familien! Denn die Konfis wurden in acht Familien eingeteilt, denen jeweils eine Mama und ein Papa aus den Reihen der älteren Jugendleiter und Geschwister aus den übrigen Jugendleitern zugeteilt wurden. Als Erkennungszeichen trugen die Familien unterschiedlich farbige WWJD (What Would Jesus Do) - Armbänder und die Familiengemeinschaft zug sich durch die gesamte Freizeit. Es wurde familienweise gegessen (also schon alle zusammen, aber jede Familie hatte eben einen eigenen Tisch), es wurden Bibelstunden in den Familien abgehalten, Lektionsübungen fanden in den Familien statt, Spiele und Wettbewerbe forderten Familie gegen Familie, täglich hat eine Familie eine andere herausgefordert, z.B. im Tauziehen oder Frisbeegolf (oh, ja, Frisbeegolf - geniale Sache, dazu aber gleich noch mehr). Nun gut. Nachdem alle Konfis Mama, Papa und Geschwister gefunden hatte, sollten sich zunächst die Familienmitglieder durch Spielchen besser kennenlernen, sodass wir Leiter so was wie frei hatten. Diese Zeit nutzten Johan, Tomas und ich für eine erste (viele weitere sollten noch folgen) Frisbeegolf-Runde. Auf dem Freizeitgelände standen verteilt 10 alte Tonnen ohne Deckel, teilweise recht gut zwischen den Bäumen versteckt. Vom Start aus galt es, seine Frisbee mit möglichst wenig Würfen in die erste Tonne zu befördern. Hatte man mit mal mehr, mal weniger Würfen getroffen, war die zweite Tonne das Ziel. Hatte man alle 10 Tonnen nacheinander getroffen, so rechnete man seine gesamten Würfe zusammen und schrieb sich in eine Liste. Gut, ich gehörte bei weitem nicht zu den Besten, aber Spaß machte es trotzdem. Im Laufe der Freizeit gab es auch ein Frisbeegolf-Turnier, wobei ich (beste Runde 37 Würfe) gegen Jacob (beste Runde 25 Würfe) bereits in der Vorrunde klar ausschied.
Nach dem Kennenlernen des Geländes und der Familien war es auch schon wieder Zeit für ein stärkendes Abendessen. Danach gab es für die Konfirmanden das erste Bibelstudium in ihren Familien und auf Grund des Wetters musste unser Sandschlosswettbewerb am Strand leider durch Kennlernspielchen und Familienwettkämpfe ersetzt werden. Da die Schweden ja gerne und viel essen, gab es danach auch gleich die abendliche Fika mit Butterbroten, bevor die Abendandacht und die Gute-Nacht-Geschichte den ersten Tag abrundeten.
Sonntag. Durch erneut schlechtes Wetter und matschige Wege wird unser Sonntagsprogramm mit dem Montagsprogramm getauscht - zumindest am Vor- und Nachmittag. Es geht also los, wie die kommenden Tage auch, mit einem kurzen Mitarbeiterkreis, Morgenandacht, (mit und von mir! ) Frühstück. Dann folgen jeden Tag drei 1-stündige Lektionen, dann Mittagessen. Nach dem Mittagessen gibt es erstmal Freizeit, allerdings mit Freizeitangeboten für die, die wollen. Freizeitangebote sind Dinge wie Frisbeegolf, Volleyball, Jonglage oder Gesellschaftsspiele. Dann folgt an den meisten Tagen eine Choreinheit, in der Gospels eingeübt werden, die auf der Konfirmation von den Konfis gesungen werden. Nach dem Chor ist es Zeit für ein schmackhaftes Abendessen, gefolgt vom Bibelstudium und weiterem Abendprogramm. An diesem Sonntag sah das Abendprogramm folgendermaßen aus: zunächst T-Shirts bedrucken unter meiner Leitung. Jeder Konfirmand und jeder Jugendleiter bekommt ein T-Shirt, das er selber gestalten kann. Wichtig ist nur, das Name, Familienname (denn jede Familie hat natürlich einen Familiennamen) und Jahr auf dem Shirt steht. Nach dieser schmierigen Angelegenheit war es Zeit für einen meiner Höhepunkte dieser Freizeit. FUßBALL!!!!!! Johan hat beschlossen, dass er einmal ein Fußballspiel auf einer Freizeit gucken möchte, bei dem "seine" Mannschaft gewinnt. Da Schweden ja leider nicht bei der WM dabei war, war es beschlossene Sache, dass in diesem Jahr die deutsche Mannschaft angefeuert werden sollte. Also schnell allen entsprechende Gesichtsbemalungen verpassen, die wichtigsten "Heja-ramsor" beibringen und los geht der Spaß. Und tatsächlich - Johans Mannschaft hat gewonnen und das mit 4-0 gegen Australien. Der Höhepunkt des Spiels war nach dem ersten, von Lukas Podolski geschossenen Tor, als schätzungsweise 30-40 Schweden hinter mir "Lu-Lu-Lu Lukas Podolski" gröhlten. Wie gesagt - ein absolutes Highlight!
Aufgrund der doch fortgeschrittenen Zeit fiel an diesem Tag die Gute-Nacht-Geschichte aus, aber was solls, schließlich hat Deutschland gewonnen!
Montag morgen fing an, wie jeder andere morgen auch, doch nach dem Frühstück zogen sich die Familien zurück und jeder machte seinen eigenen "frälsarkrans". Das ist ein Armband mit unterschiedlichen Perlen, wobei jede Perle eine Bedeutung hat. Es gibt dabei die Gottesperle, mehrere Ruhe-Perlen, die Ich-Perle, die Tauf-Perle, die Sorglosigkeits-Perle, die Wüsten-Perle, 2 Perlen der Liebe, 3 Geheimnis-Perlen, die Nacht-Perle und die Auferstehungs-Perle. Mit und zu diesen Perlen folgte eine Pilgerwanderung mit Stationen zu den unterschiedlichen Perlen. Auf unserer Wanderung machten wir zwei Mal Pause um uns zu stärken (die Schlümpfe waren mit dem Auto vorgefahren, um uns zu versorgen) und eine Pause am Strand, wo einige mutige tatsächlich in die Fluten sprangen. Nach der Wanderung stürzte man sich hungrig aufs Abendessen, danach Bibelstudium, gefolgt von Lagerfeuer mit Grill ohne Feuer, dafür mit Gesang und lustigen, sich selbst aufblasenden Sumo-Ringer-Kostümen mit passender Kopfbedeckung, Abendandacht, Gute-Nacht-Geschichte, schlafen.
Dienstag. Ein gewöhnlicher Freizeit-Tag nach bereits beschriebenem Schema ohne besondere Vorkomnisse. Einen Teil der Lektion habe ich geleitet (wohoooo!), als Abendprogramm gab es weitere Kennlernspielchen (es ist gar nicht so einfach sich rund 50 Namen von Konfirmanden zu merken, wenn doch zumindest die Mädchen alle irgendwie gleich aussehen) und weitere Wettbewerbe.
Mittwoch = Tag der Liebe. Schlafmorgen. Frühstück bis halb 10. Bibelstudium. Vortrag einer indisch-stämmigen Sexologin namens Hanna über Liebe, Sex und Zärtlichkeit. Mittagessen. Aufteilen der Gruppe in Mädchen und Jungen. Spiele. Herstellen von Gipsmasken unter strahlender Sonne. Chor. Abendessen. Gesprächsrunde mit Fragekiste. Abendfika. Capture the flag (ein Spiel, in diesem Fall Konfirmanden vs. (Jugend-)Leiter, jede Gruppe versteckt seine Flagge in seiner Hälfte des Spielfeldes (ganzes Gelände). Die gegnerische Mannschaft versucht, die Flagge in seine Hälfte zu holen. Es wird gerannt, geschlichen, versteckt, gefangen genommen, ins Gefängnis gesteckt und gewonnen). Abendandacht. Schlafen.
Donnerstag = freier Tag für Elin und mich :). Erstmal länger schlafen, dann im Schlafanzug in die Küche schleichen, während die Konfirmanden schon in ihrer ersten Lektion sitzen. Gemütlich in der Küche frühstücken, mit dem Küchenteam und den Schlümpfen plaudern, entspannen. Gegen Mittag kamen zwei Freundinnen von Elin mit Baby zu Besuch. Gemeinsam mit den Schlümpfen (also, zur Erklärung, die Schlümpfe waren unsere Hausmeister und "Mädchen" für alles) und Elins Besuch ging es auf nach Falkenberg. Der erste Stopp: Peggens Glassbutik. Ein Eiscafe direkt am Strand mit einer unglaublichen Auswahl an Eissorten. Mumms, wie der Schwede zu sagen pflegt. Für die Schlümpfe, die diesen Tag nunmal nicht frei hatten, ging es nach dem Eis zurück nach Boberg, während wir anderen Falkenbergs Innenstadt unsicher machten, in einem Café ein verspätetes Mittagessen genossen und kehrten dann zurück zum Haus. Ziemlich bald war unser freier Tag leider auch schon vorbei, denn am Abend stand ein Fürbittengottesdienst auf dem Plan. Wie soll ich sagen, der Gottesdienst war ganz schon, aber mir ein bischen zu extrem. Nun gut. Andere Länder, andere Sitten. Der Abend wurde abgerundet mit einer Gute-Nacht-Geschichte, gelesen von mir. Ich hoffe mal, dass es einigermaßen zu verstehen war, was ich da von mir gegeben habe, denn schwedisch lesen ist irgendwie nicht so ganz meine Stärke. Nachdem alle Konfis im Bett waren, haben wir uns noch mit einigen Leitern in der Küche getroffen und uns über den Keksvorrat hergemacht. Wozu ist man schließlich Leiter?
Freitag. Der Morgen verlief nach gewohntem Muster. Die Lektionen an diesem Vormittag wurden von Elin und mir gehalten. Jede hatte die Hälfte der Konfirmanden. Drei Stunden können ganz schön anstrengend werden, aber ich habs gemeistert! Mittag. Freizeit. Chor. Abendessen. Dann eine Wanderung zu den 10 Geboten. Die Konfis haben die Augen verbunden bekommen und wurden von Jugendleitern geführt. Alle Leiter und die restlichen Jugendleiter hatten eine Stationen zu den 10 Geboten. Dort wurden Texte vorgelesen, Aussagen mit Geräuschen unterstrichen, es gab eine kleine Massage und noch einiges mehr. Diese Wanderung fand ich richtig gut und sie hätte gut gelingen können, hätte nicht Holger, der Hauswart, genau an der Station, an der absolute Ruhe herrschen sollte und die Teilnehmer dem Takt eines Metronoms lauschen sollten, seinen Aufsitzmäher angeschmissen und seelenruhig den dortigen Rasen gemäht. Genau im richtigen Augenblick. Der Wahnsinn. Zum Glück hat der gute Holger sich, nachdem 2 Gruppen diese Station völlig versaut worden war, überlegt, vielleicht doch erstmal die Wasserschläuche wegzuräumen. Dinge gibts..... Abendfika. Abendandacht (mit und von Frauke). Schlafen.
Samstag. Der große Tag der Schweden. Hochzeitstag. Ganz Schweden spielt verrückt. Nur in Boberg herrscht die Ruhe selbst und von Hochzeitsaufregung ist nichts zu spüren. Der morgen beginnt wie gewohnt, es gibt allerdings nur eine verkürzte Lektion, es wird geputzt, das Bibelstudium darf natürlich auch nicht ausfallen. Schnelles Mittagessen in Form von Hot-Dogs und dann ging es los. Die Invasion der Familien. Es war FAMILIENTAG. Das heißt, fast alle Konfis bekamen Eltern und Geschwister zu Besuch. Natürlich wurde mit einer Fika gestartet, dann gab es einen gemeinsamen Gottesdienst, Informationen für die Eltern und dann wurde die Hochzeit, also der eigentliche Gottesdienst auf einer Großbildleinwand übertragen. Ja, da hätt ich mich hinsetzen können und mir DAS Großereignis des Jahres anschauen können, doch ich habe nur einen flüchtigen Blick auf das Barautpaar geworfen und bin dann mit einigen Kollegen wieder nach Falkenberg zu Peggens Glassbutik gefahren und statt mir im Fernsehen anzusehen, was das Kronpinzenpaar und ihre feierwütige Gesellschaft Gutes zu essen bekommt, habe ich ein dickes, leckeres Eis gegessen. Wieder auf der Freizeitanlage zurück gab es ein abschließendes Abendessen mit den Familien, bevor ich alle Jugendleiter und Konfis in den Keller zum Spielen geschickt habe. Nun hatten wir Leiter Zeit, uns aufs Abendprogramm vorzubereiten. Die Vorbereitung bestand aus Schminken und Verkleiden und Aufstellen im Gelände. Denn nun stand ein Geländespiel auf dem Programm, das wir bereits auf einer Fahrt vom CVJM ausprobiert haben, ich nun aber auf die Anzahl der Mitarbeiter und Teilnehmer ein wenig umgeschrieben habe. Bei diesem Geländespiel hat jeder Leiter eine Rolle, die er spielt, gewisse Informationen, die er preisgibt, gewisse, die er verheimlicht oder er führt einfach die Teilnehmer auf eine falsche Fährte. Die Teilnehmer versuchen nun mit ihren Familien einen Schatz zu finden, Informationen zu sammeln, die auf den Ort des Schatzes hinweisen, indem sie die verschiedenen Figuren, dargestellt von den Mitarbeitern, befragen, berauben oder wie auch immer. Dabei sind aber auch nicht alle Figuren freundlich und hilfbereit, sondern klauen, beißen, rauben wie die Wilden. Mir und den meisten anderen hat das Spiel viel Spaß gemacht und ich glaube, das ist nicht das letzte Geländespiel in der Starrkärr-Kilanda Gemeinde gewesen. Nach Abschluss des Spieles, also nachdem die erste Familie den Schatz gefunden hat, gab es noch eine Abendfika, Abendandacht, ne schöne warme Dusche um den Schmodder aus meinen Haaren zu waschen und dann ein gemütliches Bett.
Sonntag. Letzter ganzer Freizeittag. Gewöhnlicher Morgen. Dann Üben für die Konfirmation - Verhalten in der Kirche, wann wohin, Drama einüben. Mittag. Freizeit. Chor. Abendessen. Bibelstudium. Hamburger grillen. Abendandacht. Gute-Nacht-Geschichte. Gute Nacht. Von wegen!!!! Denn nachdem Sofie, unsere Chef-Nachtwache in strengem Ton die Ruhezeit bekannt gegeben hat, kam die Überraschung für die Konfis. Nix davon ins Bett :) Eine Stunde Zeit in ihren Familien, Land, passende Hymne und Verkleidung überlegen und dann ab auf den Fußballplatz - OLYMPIADE. Pünktlich um 1 Uhr kam dann das olympische Feuer in Form eines brennenden Astes mit den Schlümpfen aufs Wettkampffeld und schon konnte es losgehen. Jede Familie stellte ihr Land und ihre Verkleidung vor und sang natürlich ihre Hymne - einige waren wirklich kreativ. Es folgten einige lustige Wetkampfspielchen und nach einer Stunde war dann schließlich der Sieger ermittelt worden. Nach der Olympiade waren die Konfis frei, schlafen zu gehen oder aufzubleiben, sich draussen oder drinnen aufzuhalten. Um 3 Uhr aber war Schicht im Schacht und ab ging es ins Bett.
Montag. Abfahrt. Nach dem Frühstück fing das große Putzen und Packen an. Gemeinsam ging dieses gut über die Bühne. Vor dem Mittagessen lösten wir noch die "heimlichen Freunde" auf. Denn jeder auf dieser Freizeit hatte durch Losverfahren einen heimlichen Freund erhalten, zu dem man ein wenig netter sein sollte als zu allen anderen, aber nicht übertrieben nett, denn der heimliche Freund sollte schließlich auch nicht mitbekommen, wer denn nun der heimliche Freund ist. Ich habe zum Beispiel nette Zettelchen auf mehr oder weniger deutsch an die Tür gehängt bekommen. Die Auflösung geht so von statten, das alle in einem großen Ring stehen, das Lied "I love my monito, yes I do" gesungen wird, einer anfängt und seinen heimlichen Freund umarmt, derjenige dann seinen heimlichen Freund umarmt usw. Eine richtig tolle Sache, finde ich.
Nun gut. Noch einmal gab es Fiffis himmlisches Mittagessen, dann rein in den Bus und ab geht's Richtung Heimat.
In Nol angekommen haben Elin, Tomas und ich noch schnell alle Sachen in der Kirche verstaut, uns mit einigen Jugendleitern ins Gras geflezt, die Sonne genossen und Pizza und Eis gegessen....ein herrlicher Abschluss einer wunderbaren Freizeit!

Samstag, 26. Juni 2010

Sommarläger-Vorbereitungen und anderes

Am Montag, den 7ten Juni hatte die liebe Susi Geburtstag....also machten Jenne (die gerade bei Franzi zu Besuch war), Franzi und ich uns am Nachmittag auf nach Alingsås, um Geburtstag zu feiern. Nach Torte, Kuchen, Gesang und Spaß war wieder ein Tag mehr vergangen.
Dienstag habe ich mit Elin unsere gemeinsame Lektion fürs Konfilager geplant, wir waren kurz zum Gratulieren bei einer aus unserer Jugendgruppe auf ihrem Studentfest (so etwas wie Abi, nur das jeder Abi macht und ein riesiges Tamtam darum gemacht wird). Anschließend sind Elin, Johan und ich noch in Kungälv gewesen und haben massenhaft Sachen (vom Riesenmikado über T-Shirts bis zum Silber-Tape) für die Konfifahrt eingekauft.
Mittwoch bin ich zur Arbeit gefahren, schließlich hatten wir Mitarbeitermeeting und wollten Tomas' Geburtstag und Hochzeit feiern, so wurde mir zumindest vorher gesagt. Ich kam also zur Kirche, die Torte stand auf dem Tisch und alle (also alle Mitarbeiter in Nol) waren da. Doch plötzlich sollte ich die Torte anschneiden, denn schließlich wäre es ja meine letzte Mitarbeiterrunde. Als Mikael dann anfangen wollte, eine Rede zu halten, war es völlig vorbei mit mir....die Tränen liefen nur so runter.... Da wurde mir das erste Mal richtig bewusst, dass dieses wunderschöne Jahr wirklich bald zuende ist. An diesem Vormittag habe ich wirklich viele Tränen vergossen, aber auch (unter anderem deshalb) wahnsinnig viel Spaß mit meinen Kollegen gehabt und viele tolle Geschenke bekommen.
Donnerstag wurde dann unsere Fahrt weiter vorbereitet, eingekauft, gepackt, geplant, und und und... Freitag hatte ich noch einen Tag frei, bevor es dann ins große Abenteuer Sommarläger ging.... (Fortsetzung folgt)

Montag, 7. Juni 2010

Kinder, wie die Zeit vergeht

Ich kann gar nicht glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Es ist, als würden die Tage nur so vorbeiwehen. Seit ungefähr Februar fliegt die Zeit und die letzten Wochen gingen noch schneller vorbei.... aber das nur am Rande....
Was nun folgt, ist ein langer Bericht. Also setzt euch bequem hin und nehmt euch ein wenig Zeit:
Am 23. Mai fand in meiner Kirche ein Frühlingsfest und gleichzeitig Abschlussfest der meisten Gruppen unter dem Motto "Ostfriesland" statt. Dafür hatte ich eine Art Rallye und eine Powerpointpräsentation über meine wunderbare Heimat vorbereitet und Tee mit Kluntje und Rosienenbrot serviert. Vorher gab es echte, richtige Bratwurst, die Mama und Papa im April schon mitgebracht hatten. Die Schweden grillen nämlich nach nichts schmeckende Bockwürste....bäh.... Es war ein wunderschöner, sonniger Nachmittag mit vielen bekannten und unbekannten Gesichtern, der mit einem Gottesdienst im Kirchgarten geendet hat.
Am nächsten Tag war ich "Baby-Gucken", denn mein Mentor ist knapp 2 Wochen zuvor zum zweiten Mal Papa geworden. Ein zuckersüßer Lukas mit winzig kleinen Fingerchen =)
Am Dienstag habe ich gearbeitet und hatte ein letztes Mal meine Junior-Gruppe..... ach, ein bischen traurig ist das Ganze doch......
Mittwoch hatte ich mir frei genommen, da eh keine Gruppe mehr stattfand. Also habe ich mich morgens aufgemacht in die Stadt, um einen weiteren Punkt auf meiner "Schweden-To-Do-Liste" abzuhaken. Ich habe mir an diesem Tag das Universum angesehen. Das Universum ist ein Museum, in dem es unglaublich viele Möglichkeiten gibt, Dinge aus den Bereichen Wasser, Klima, Sport, Luftfahrt, Kriminalität usw. aktiv zu entdecken. Außerdem gibt es ein riesiges (Tunnel)Aquarium mit Haien, Schwertfischen, etc. und ein Regenwaldhaus mit tropischen Pflanzen, exotischen Vögeln und Affen. Nach meinem Museumsbesuch habe ich es endlich mal geschafft, mir die Deutsche Kirche in Göteborg anzusehen und muss sagen......nääää, nicht so schön! Aber immerhin, ich bin da gewesen und kann einen weiteren Punkt auf meiner Liste abhaken. 2 an einem Tag, nicht schlecht, oder? Mit einem Abstecher nach Kungälv (Spaziergang und Stadtbummel) bin ich dann wieder nach Hause gefahren, um endlich mal meine Wäsche zu erledigen, aber das interessiert euch wahrscheinlich nicht so brennend, oder? ;)
Donnerstag war Planung fürs Juniorlager angesagt. Nicht weiter spannend. Am Abend hatten wir dann Jugendgruppenabschluss: Maskerade in Liseberg. Das heißt, wir sind verkleidet mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt in den Vergnügungspark Liseberg gefahren. unglaublich, wie die Menschen glotzen können. Leider haben einige mit wirklich tollen Verkleidungen sich direkt am Eingang schon wieder umgezogen......LANGWEILIG!!!!!! Naja, trotzdem war es ein superlustiger Abend mit Burgeressen, 5-Kamp (Wettbewerb in 5 Disziplinen, wie z.B. Pferderennen (wie auf dem Gallimarkt), Fische in Tonnen werfen, Körbe werfen, Clowns abschießen, etc) und Glücksspielen. Leider habe ich weder den 5-Kamp noch eine riesige Tafel Schokolade im Glücksspiel gewonnen, aber dabei is alles, nä :D
Freitag stand wieder Lagerplanung auf dem Programm, dieses Mal allerdings fürs Sommerlager. Am Abend war ich trotz meiner Erkältung mit Elke erst bei Max (Burgerkette, 1000 Mal besser als Burger King oder Mäcces) etwas essen und dann im Kino. Ein Kinosaal mit 350 Plätzen, alle besetzt, allerdings nur ca 10 mit Männern. Nun dürft ihr raten, welchen Film wir uns angesehen haben......RICHTIG! Sex and the City - Teil 2. Herrlich wars!
Samstag war ich dann auf großem Ausflug mit meiner Gemeinde. Früh um 8 ging es auf nach Dalsland, etwa zwei Stunden nördlich von hier. Dort machten wir natürlich erstmal Fika in einem wunderbar gelegenen Cafe, schauten uns ein Freiluftmuseum und eine Ausstellung über Strohverarbeitung an, bevor eine tourbulente Fahrt uns in ein Restaurant führte, in dem wir Mittag aßen. Nach dem Mittagessen war es Zeit für einen Spaziergang entlang des berühmten Dalslandkanals mit Aquaedukt. Wie es sich gehört, gab es dort am Aquaedukt natürlich auch einen Tourishop mit allem möglichen Krimskrams uuuuund einem ausgestopften Elch, den kein geringerer als unser König geschossen hat. Hier verehrt man eben die Königsfamilie, aber darauf komme ich später noch zurück. Unser nächster Haltepunkt war eine wunderschöne, hölzerne, reich geschmückte, direkt an einem See gelegene Kirche (die Heimatkirche unseres Kantors), in der wir eine kleine Andacht hatten. Nach der Andacht gab es im Kirchgarten natürlich noch eine Fika im tollsten Sonnenschein, bevor es auf den Heimweg ging.
Eigentlich war ich an diesem Abend mit Susi und Franzi zum Feiern in der Stadt verabredet, aber meine Erkältung machte mir so zu schaffen, dass ich unser Feiern abgesagt habe. Stattdessen habe ich den Anfang vom Eurovision Song Contest geguckt, meine Pflicht als deutscher Staatsbürger erfüllt und eine SMS für Deutschland geschickt, bin ins Bett gegangen und habe einen historischen Moment verschlafen. Tja, so ist das nun manchmal. Am nächsten Morgen habe ich schön vom Bett aus die Wiederholung des ESC gesehen und somit doch, wenn auch nicht Live, einen großen Augenblick erlebt. Tja, wer hätte das gedacht. Im Nachhinein habe ich mit einigen Schweden gesprochen, die meinten, Lena hätte bei vielen große Symphatiepunkte gesammelt, da sie eine Taizé-Kette trägt. Gut möglich..... aber ob, oder nicht: Tyskland: 12 poäng! Super!
Gegen Abend habe ich mich noch mit Susi und Franzi in der Sadt zur Fika getroffen. Zu lange zuhause - da fällt einem ja die Decke auf den Kopf! Außerdem gings mir ja auch schon wieder etwas besser.
Montag Mittag ging es dann los auf mein letztes Seminar hier in Schweden. Dieses Mal fand unser Seminar nicht in Helsjön, sondern in Skaga, mitten im Wald zwischen Vänern und Vättern statt. So wunderschön gelegen und eine so herrliche, kleine Kapelle..... wunderbar!
Am ersten Abend hatten wir nur noch ein kleines Programm, ein Gespräch zur Auswertung unseres Volontärjahres. War recht interessant, auch die Erfahrungen der anderen mal zu hören.
Der Dienstag sollte schließlich zum tollsten Tag der Woche werden. Unsere Gruppe wurde am Vormittag geteilt, und ich machte mich mit der Wandergruppe auf den Weg, mit Kompass und Karte ausgerüstet hinein in den tiefen, grünen, schwedischen Wald unter Begleitung einer strahlenden Sonne und dementsprechender Wärme. Nach einer ca zweieinhalbstündigen Wanderung hatten wir den Rastplatz erreicht, an dem unsere Mittagspause stattfinden und wir den Rest der Gruppe treffen sollten. Da wir wussten, dass die anderen vermutlich noch mindestens eine Stunde länger brauchen würden, wagten Jenne und ich das Abenteuer Baden in einem eisig kalten See mit unglaublich klarem Wasser. Ein herrliches Gefühl!!!! Anschließend ließen wir uns in der Sonne trocknen. Nach einiger Zeit war endlich auch der Rest der Gruppe im Anmarsch und das Kochen auf offener Feuerstelle konnte beginnen. Wir wurden in Kleingruppen aufgeteilt, die für einen jeweiligen Gang zuständig waren. Nun muss man sich mal vorstellen. Ca. 20 Leute kochen mitten im Wald auf offenem Feuer, umgeben von Ameisen, anderen Kriechtieren und einem Hund, zum Kochen und Trinken wird Wasser direkt aus dem See verwendet, ABER vor dem Kochen müssen natürlich die Hände mit mitgebrachtem Desinfektionsmittel desinfiziert werden. Wo liegt denn da bitte der Sinn? Damit geht doch die ganze Pädagogik flöten..... aber nun gut. Das Essen war lecker: es gab zur Vorspeise Brotkekse mit Käse und Senfsoße, zum Hauptgericht Chilli Con Carne und selbstgebackenes Brot und zum Nachtisch einen Pie mit Diggestive-Keksen, Bananen, Karamellsoße und Sahne.....Mumms, wie der Schwede zu sagen pflegt. Nachdem alle Kochutensilien wieder gut verstaut waren, ging es auf den Heimweg. Dieser Weg wurde allerdings im Kanu bestritten.....allerdings nicht im Sitzen sondern im Knien und mit einer anderen Paddeltechnik als ich gewohnt bin. Aber Jenne und ich haben uns wacker geschlagen, haben unterwegs ein Reh gesehen, die Ruhe auf dem See genossen und sind heil und glücklich angekommen. Nach einem kleinen weiteren Fußmarsch waren wir so gegen 21 Uhr wieder in unserer Unterkunft, haben zu Abend gegessen und danach im Tippi ein Lagerfeuer gemacht und eine Lektion unter dem Thema "Lagerfeuertheologie" gehabt. Das war einer meiner 3 schönsten Tage des ganzen Jahres..... so etwas könnte ich öfter machen!
Der Mittwoch war nicht ganz so spannend. Wir haben einen Film gesehen, Gespräche darüber geführt, uns gesonnt und einen schönen Spieleabend im Garten gehabt.
Donnerstag haben wir eine rund 6-stündige Wanderung mit Denkanstößen und Pausen am See gemacht. Bei diesem wunderbaren Wetter und in der herrlichen Umgebung war das echt ein Genuss. Abends hatten wir einen Gottesdienst mit dem örtlichen Pastor und ich hab mich noch nie so unwillkommen in einem Gottesdienst gefühlt. Alles wurde nur runtergebrabbelt, völlig inhaltslos und nach 25 Minuten war der Gottesdienst (sonst mind. 1 Std mit demselben Inhalt) schon vorbei. Also wirklich, das war der schlechteste Gottesdienst in dem ich je in meinem Leben gewesen bin.
Freitag war es dann an der Zeit, unsere Auswertung zu schreiben, Abschied zu nehmen und mit dem Bus in Richtung Göteborg zu fahren. Doch ich hatte keine Zeit nach Hause zu fahren und mich vom Seminar auszuruhen, sondern bin direkt weiter aufs Juniorlager (eine Wochenendfreizeit mit 55 Kindern im alter von 10 - 13 Jahren). Am selben Abend hatte ich gleich eine Spieleeinheit mit meiner Gruppe und die Abendandacht. Mann, war ich froh, als ich endlich in meinem Bett lag.
Samstag war voll mit Programm - von Bibelarbeit über Spiele, Freizeit, Schwimmen, Basteln, Kanu fahren, Chor bis hin zu einer Jesus-Wanderung und Andachten.
Sonntag fand unsere Morgenandacht draussen statt. Da nämlich schwedischer Nationaltag war wurde natürlich die Flagge gehisst und alle (mit Ausnahme von mir, denn ich kann den Text (noch) nicht) sangen die schwedische Nationalhymne. Tja, andere Länder, andere Sitten, oder soll man sagen, andere Vorgeschichten.... aber das ist eine andere Sache, die hier jetzt nicht hingehört....
Das Vormittagsprogramm war geprägt von einer Lektion und Baden, nach dem Mittagessen hieß es schließlich ran an die Putzeimer und zum Abschluss gab es Fika für alle Teilnehmer und die Eltern und mit einem Gottesdienst wurde das sonnige, fröhliche, schöne, ereignisreiche, aber auch anstrengende Wochenende abgerundet. Nun bin ich endlich zuhause und genieße die Ruhe.....herrlich!
Achso, zur Königsfamilie wollte ich ja noch etwas schreiben. Also, wie ihr ja sicherlich alle mitbekommen habt, heiratet die Kronprinzessen in knapp 2 Wochen. Seit Monaten wird in Schweden darauf hingearbeitet. Nicht nur, dass ganz Stockholm "renoviert" wird, nein, überall gibt es Postkarten vom Brautpaar, Schokolade und Pralinenschachteln mit dem Brautpaar, Porzellan, Schmuck und Manschettenknöpfe von und mit dem Brautpaar, und, und, und zu kaufen und im Fernsehen kommt nahezu jeden Abend auf irgendeinem Sender eine Sendung über die Königsfamilie, die Hochzeit oder was auch immer. Und nicht zu vergessen: auch die Zeitungen sind voll mit entsprechenden Artikeln, mal ganz abgesehen von den zahlreichen Sonderheften die es zu kaufen gibt. Tja, spannend.... leider, und das meine ich wirklich, denn ich LIEBE royale Hochzeiten, bin ich am Hochzeitstag auf Sommerlager und werde wohl eher keine Möglichkeit haben, den Einmarsch der Gäste und die Hochzeit selbst zu sehen...... Schade! Aber es gibt bestimmt so einige Wiederholungen :D

Samstag, 22. Mai 2010

Der Duft eines schwedischen Sommers

Diese Farben.... Dieses Grün..... Dieser Duft.... Diese Sonne..... Ja, meine Lieben, es ist Sommer - oder so ähnlich! Nach einigen kräftigen Regenschauern in der vergangenen Woche ist nun endlich alles grün. Sogar die letzten Bäume im Widerstand gegen den Frühling haben sich nun ihr grünes Kleid angezogen. Und nach dem Regen kam die Wärme. Über 25°C und Sonnenschein, gemischt mit Gewittern und 3-stündigem Stromausfall. Die Kirschbäume stehen in voller Blüte und auch die Apfelbäume beginnen so langsam zu blühen. Die meisten Frühblüher sind nun verschwunden, nur die Tulpen zeigen sich noch in voller Schönheit. Und es riecht nach schwedischem Sommer - das mag komisch klingen, aber ich finde, in Schweden riecht die Luft anders als in Ostfriesland. Nicht besser oder schlechter, einfach nur anders - aber gut!
Mit dem Duft des Sommers kommen aber auch die Gedanken an den immer näher rückenden Abschied. Eigentlich ist noch mehr als 1 Monat Zeit, aber so leicht gerate ich in Panik. Es gibt noch so viel, was ich hier gerne machen würde, aber die Zeit rennt mir davon! Und in der Kirche hören die Gruppen so nach und nach auf, was Abschied nehmen von lieb gewonnenen Menschen heißt.... tja, wer hat gesagt, dass immer alles einfach ist?

Seit meinem letzten Eintrag ist schon wieder unglaublich viel passiert. Am Montag, den 10.5. war ich das erste Mal in meinem Leben in einem Fußballstadion und habe mir mit Nils das Derby Gais gegen IFK Göteborg angesehen. Das Spiel an sich war leider nicht so super spannend (0-0 Endstand, trotz eines Fast-Tores in der Nachspielzeit), aber es gab ja genug dumherum zu sehen =). Uns gegenüber saßen die Zuschauer in der Sonne, was manchmal dazu führte, dass alle gleichzeitig ihre Hand zum Sonnenschutz hoben, wenn sich das Spiel in Sonnenrichtung bewegte. Ein sehr amüsanter Anblick. Und statt eine Trage für die Verletzten wurde eine Art Kartoffelkarre aufs Spielfeld geschoben, um die Spieler "abzutransportieren". Schon lustig!

Am darauffolgenden Dienstag war der große Tag des Sprachtestes. Völlig motiviert, nervös und in der Gewißheit, dass die anderen Prüflinge ja "nur" in einem Kurs schwedisch gelernt hatten, um hier dann zu studieren, begaben wir (Susi und ich) uns zur Uni und begannen den Test. Leseverständnis, Text verfassen, mündliche Prüfung. Jap, was soll ich sagen..... der Test war super schwer und wir beiden waren so ziemlich die einzigen Prüflinge, die seit weniger als einem Jahr schwedisch lernen. Mein englischer Mitprüfling in der mündlichen Prüfung zum Beispiel lernt seit 5 Jahren schwedisch, hat eine schwedische Freundin, die ihm auch bei der Vorbereitung der Themen geholfen hat, hat hier schon als Ingenieur gearbeitet und tja, was soll ich sagen, natürlich sprach er einfach viel besser und fließender als ich. Aber nun gut. Warten wir mal auf das Ergebnis......ich glaub ehrlich nicht, dass ich das bestanden habe. Das wär ein Wunder! Und auch ein bischen lustig! Abwarten.....
Am Donnerstag war es dann wieder soweit: HEIMATBESUCH. Dieses Mal war es Mareike die sich ins Land von Elchen, Wallander und Knäckebrot gewagt hat. Mit einer knappen Stunde Verspätung landete sie hier und am Bahnhof in der Innenstadt trafen wir uns - ein großartiges Wiedersehen! Zunächst schlossen wir ihr Gepäck ein, denn ein Koffer kann beim Sightseeing ein wenig hinderlich sein =). Dann ging's los! Natürlich der obligatorische Göteborgsspaziergang, aber etwas verkürzt, endete, da das Wetter nicht gerade zum draussen-sitzen einlud, im Café Villekulla. Kaffee und Kuchen und dann nach Hause. Essen kochen, quatschen, Neuigkeiten austauschen - herrlich!
Der nächste Tag empfing uns mit einer strahlenden Sonne, also auf in die große Stadt. Das Wetter nutzen wir aus, dachten wir uns, und begaben uns auf die Wasserstraßen der Stadt. Das soll heißen, wir machten, typisch Tourist, eine Paddan-Tour, eine solche Bootstour, die Susi und ich Anfang unseres Schwedenabenteuers schon einmal gemacht haben. Dieses Mal klappte es leider nicht mit dem Studentenpreis, denn den geforderten Ausweis konnten wir nicht (mehr) vorlegen =(. Dennoch war die Tour, wie auch beim letzten Mal, ein Knaller, für mich dieses Mal nicht ganz so wie beim ersten Mal, da ich die Kuriositäten, wie die niedrige Brücke, ja schon kannte, aber trotzdem war's eine gelungene Stadtrundfahrt. Auf dem Foto könnt ihr übrigends Mareike auf dem Boden des Bootes liegen sehen, während wir unter dieser tiefen Brücke durch fahren.

Nach der Bootstour machten wir noch ein wenig mehr Sightseeing und eine kleine, leider weniger erfolgreiche Shoppingtour.

Samstag war nichts mehr vom Sonnenschein des vorherigen Tages zu sehen - im Gegenteil - es goss, was nur rauswollte. Und was macht man bei Regen in der Großstadt? Richtig! Man geht ins Museum! So führte uns der Weg zunächst ins Världskulturmuseet (Weltkulturmuseum) und anschließend ins Design-Museum. Und da so ein Museumsbesuch ganz schön hungrig macht, musste natürlich eine Fika her. Dieses Mal im Café Husaren mit den größten kanelbullar der Stadt....mumms! Mittlerweile hatte der Himmel sich entleert und es war wieder trocken, sodass wir noch einen ausgiebigen Stadtspaziergang entlang der Linnégatan und ihren Nebenstraßen und durch den Slottsskogen machten. Dieser Spaziergang endete in einem richtig guten italienischen Restaurant =). Mit gut gefülltem Magen trafen wir uns schließlich mit Jenne, Anne (die beiden waren gerade zu Besuch) und Franzi. Unser gemeinsame Weg führte in eine Kneipe, in der das Bier mit 32 Kronen vergleichsweise günstig war. Doch ziemlich geschafft vom Tag machten wir uns relativ bald auf den Weg nach Hause.

Sonntag war Nödinge-Tag. Wir ließen es ruhig angehen - schliefen etwas länger, frühstückten ausgiebig, machten einen großen Spaziergang um den See, backten Kladdkaka (schwedischer Schoko-Klitsch-Kuchen - unbeschreiblich gut!), tranken Tee, guckten einen Film und aßen Taccos.... so sollte ein Sonntag immer sein!

Montag war es dann schon wieder vorbei...... die Zeit ist mal wieder gerannt.... Am Vormittag hieß es für Mareike: Heimreise.... aber was bleibt sind Erinnerungen an ein sehr schönes Wochenende! Ein dickes Dankeschön dafür!!!!!

Der Rest der Woche sah folgendermaßen aus: Dienstag: arbeiten, wie gewöhnlich, meine letzte Personalversammlung der ganzen Mitarbeiter, Mittwoch: Abschlussfest der einen Kindergruppe, wichtige Entscheidung zu treffen: Soll ich mein Referendariat in Husum antreten (von S-H hatte ich am Samstag einen Referendariatsplatz in Husum bekommen) oder doch ins Studienseminar Aurich gehen (von dort kam am Mittwoch eine Zusage). Meine Wahl fiel schlussendlich auf Husum und ich bin richtig glücklich mit der Entscheidung. Seitdem ich weiß, wie es weitergeht, fällt es mir wesentlich leichter über den Abschied hier nachzudenken, denn ich weiß nun, dass ein weiterer toller Lebensabschnitt auf mich wartet! Donnerstag: Besichtigung der Freizeitanlage, auf der wir unser großes Sommerlager verbringen werden.....uj, wie schön es dort ist....direkt an einem Naturschutzgebiet gelegen, 10 Minuten Fußweg zum Strand, großes Gelände.....wenn nun noch das Wetter mitspielt, wird das ein Bomben-Lager!!!!!!

Das wars erstmal von mir soweit! Es grüßt euch ganz herzlich eine glückliche Frauke, die bald in Husum wohnen wird!

Samstag, 8. Mai 2010

Dagens Nyheter

Konfirmanden vor dem Gottesdienst
Franzi, Susi und ich

Angrillen!

Vitsippor (Starrkärr, 03. Mai 2010, man beachte die immer noch blätterlosen Bäume, aber so langsam wird es ;))

Unglaublich, wie viel in letzter Zeit passiert ist.
Am 28. April waren meine Kollegen und ich in Kungälv auf einem Treffen aller Gemeinden dieses "Kontrakts", wo geschätzte 75% aller Anwesenden grauhaarig, oder netter gesagt, seniorenblond waren und ich mich ziemlich jung gefühlt habe =). Dort hörten wir einen Vortrag von einem recht bekannten Autor über das Leben und Arbeiten in einer Gemeinde. Im Grunde war es recht interessant, aber für meinen Geschmack ein wenig zu lang.
Am Abend des selben Tages hatten wir das Redovisningsfest mit unseren Winterkonfirmanden. Die Konfirmanden in dieser Gruppe hatten ihr Erlerntes in kleinen Gruppen in Präsentationen verpackt, die diesen Abend in Anwesenheit der nächsten Verwandten aufgeführt wurden. Mal abgesehen davon, dass Konfirmanden, Faddrar und Leiter gemeinsam ein Lied gesungen haben, von dem die wenigsten von uns den Text kannten, war es eine gelungene Präsentation. Anschließend gab es ein Festmahl im Gemeindehaus und nebenbei nette Unterhaltung.
Am Freitag, den 30. April, gab es für mich in diesem Jahr keinen Maibaum, dafür aber eine Parade. Die Chalmers Hoschschule in Göteborg veranstaltet an diesem Tag (Valborg = Walpurgisnacht) eine Parade ("Cortège"). Dort ziehen die Studenten mit LKW durch die Stadt. Jeder LKW hat ein Motto, bzw. ein Thema, das im vergangenen Jahr durch die Medien gegangen ist. Passend dazu wird die Ladefläche gestaltet und darauf agiert. Themen in diesem Jahr waren z.B. die legale Wolfjagd in diesem Winter, das neue Bezahlsystem von Västtraffik (öffentliche Verkehrsmittelgesellschaft), der Hype um Vampire (Twilight), zu wenig KiTa-Plätze, ... . Leider hat es pünktlich kurz vor dem Start angefangen, wie aus Eimern zu schütten. Eigentlich waren Franzi und ich mit einigen schwedischen Volontären dort, die sich aber nach den ersten 4 Wagen (davor hatten wir ca. 1,5 Stunden auf die Parade gewartet) entschlossen, nach Hause zu gehen. Komisch.... Aber irgendwie wollen die sowieso nicht so richtig etwas mit uns Deutschen zu tun haben, und ganz ehrlich, ich auch nicht mit denen. Von der Chemie passt das überhaupt nicht. Nachdem man einander gefragt hat, wie es geht, fehlt der Gesprächsstoff. Keine Ahnung warum. Die einzige schwedische Volontärin, mit der wir viel zu tun haben, ist Sofie, die auch an diesem Abend noch geblieben ist. Nach der Parade sind wir 3 dann noch etwas essen und danach ein Bierchen trinken gegangen, was bei einem Preis von 55 Kronen (ca. 5,50€) für ein Bier keinesfalls ausarten kann :). Trotz des miesen Wetters war es ein gelungener Abend.
Ach, genau, an Valborg hatte unser König Karl Gustav Geburtstag und ist 64 Jahre alt geworden. Wie sich das so gehört, war an diesem Tag natürlich Flaggtag, sodass überall die schwedische Fahne gehisst wurde. So auch an jedem einzelnen Bus.
Am Sonntag, den 2. Mai hatten unsere Konfis schließlich Konfirmation. Nach 2 sehr regenreichen Tagen schien pünktlich an diesem Sonntag die Sonne mit voller Kraft von einem strahlend blauen Himmel - perfekt! Der Gottesdienst dauerte 1,5 Stunden, was weniger war, als ich erwartet hatte. Im Gottesdienst habe ich vor ausverkauftem Haus (ca. 300 Personen) ein Gebet gelesen und mit Johan die Konfirmationsurkunden verteilt. Ganz neu für mich war, dass die Konfirmanden vor dem Altar auf dem Altarring niederknien mussten, der Pastor die Hand auf den Kopf des Konfirmanden legt, Johan, eine der Kirchenältesten und ich eine Hand auf die Schulter legen, der Pastor laut für den jeweiligen Konfirmanden betet und wir anderen still. Heftig! Nach dem Gottesdienst, der doch etwas anders ist als ein Konfirmationsgottesdienst in der ev-ref Kirche in Weener, stellten die Konfirmanden und wir Leiter, die gemeinsam als erstes die Kirche verlassen haben, uns in einer Reihe auf, um uns geduldig und immer nett lächelnd von den Gästen fotografieren zu lassen :).
Am Nachmittag habe ich mich mit Susi und Franzi in der Stadt getroffen und gemeinsam haben wir im Slottsskogen gegrillt - Angrillen am 2. Mai :). Dazu ein gutes deutsches Bierchen, dass Franzis Eltern mitgebracht hatten. Ein chilliger Nachmittag in der Sonne.
Montag (3. Mai) am späten Nachmittag wurde ich von meiner Kollegin Solveig abgeholt, um bei ihr zu Übernachten und am Abend hoffentlich Elche zu beobachten. Nach einer Fika und der Sichtung eines Rehes (immerhin!) gingen wir gemeinsam zur Kirche in Starrkärr, um an einer Wanderung mit einer der dortigen Gruppen teilzunehmen. Wir gingen durch "Prästalund" einem Laubwaldstück unweit der Kirche. Unglaublich schön! Denn im Moment wachsen hier im Wald überall "Vitsippor". Das sind kleine, bodendeckende Blumen mit weißen Blüten. Aber diese Blümchen stehen nicht nur mal hier und mal dort, sondern legen sich über den gesamten Waldboden, sodass es von weitem aussieht wie eine Schneedecke. Wahnsinn!
Nach der Wanderung ging es wieder zurück zu Solveig, vorbei an einem weiteren Reh. Bei ihr zuhause haben wir dann gegrillt und lecker gegessen, dabei haben ihr Mann und ich auf dem Feld vorm Haus einen Fuchs und einen Rehbock gesehen (auch nicht schlecht). Nach dem Essen begaben wir uns dann mit wärmenden Decken, Tee und Ferngläsern bewaffnet auf einen winzig kleinen Balkon, von dem aus man einen super Überblick über Wiesen und Waldrand hat. Doch leider hat sich an diesem Abend kein Elch blicken lassen =(. Um 10 Uhr war es dann so dunkel, dass es schwer wurde, auf Distanz etwas zu erkennen, sodass wir resignierten und ins Haus zurück gingen. Schade!
Am nächsten Tag fuhr ich mit einigen Kollegen auf einen lägergård (Haus und Gelände für Freizeiten), um uns die dortigen Voraussetzungen anzusehen und unser Juniorlager zu planen, was dort in einigen Wochen stattfinden wird. Und ich kann sagen, ich freu mich schon jetzt drauf. Das Gelände ist einfach so wunderbar gelegen. Direkt am See mit eigenem kleinen Strand. Und vom Gemeinschaftsraum hat mein durch ein Panoramafenster eine traumhafte Aussicht auf den See und den dahinter liegenden Wald.
Wieder zurück in Nol, hatten wir große Mitarbeiterversammlung, bei der Pernilla und ich dieses Mal für die Andacht zuständig waren. Am Nachmittag dann noch unsere Juniorgruppe und ab nach Hause - entspannen =)
Mittwoch war ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag, an dem nichts Spannendes passiert ist, zumindest nicht in der Kirche. Nach der Arbeit saß ich zuhause und habe schwedische Grammatik gepaukt, denn ich habe mich zu einem Schwedischtest an der Uni für nächste Woche angemeldet. Für gewöhnlich habe ich mein Arbeitshandy abends aus, mindestens jedoch lautlos. Doch nicht an diesem Abend, fragt mich nicht, warum. Jedenfalls war es so circa 20 nach 8, als mein Arbeitshandy klingelte und Solveig dran war. "Frauke, bei uns stehen gerade 2 Elche vor dem Haus, was meinst du, soll ich dich holen?" KLAR!!!! Also, hat Solveig sich ins Auto geschwungen und ist zu mir gefahren. Zwischenzeitlich hatte ihr Mann angerufen und berichtet, dass die Elche noch dastehen würden. So schnell wie möglich sind wir also nach Starrkärr gefahren, kommen um die Ecke gefahren und kein Elch mehr zu sehen. "Dort standen die gerade, als ich gefahren bin" =( Doch 3m weiter haben wir sie entdeckt......da standen 2 Elche auf der Wiese direkt vor dem Haus. Eine Kuh und ein einjähriges Kalb..... Mit dem Auto standen wir ca. 20 m von ihnen entfernt und die haben sich kein bischen an uns gestört. Dann sind wir zum Haus gefahren und vom Wohnzimmerfenster konnte ich diese wunderbaren Tiere in aller Ruhe beobachten. Nach ca. 20 Minuten habe ich mich entschieden, nach draussen auf die Terrasse zu gehen, um evtl bessere Fotos machen zu können. Leider habe ich mich zu weit vorgewagt und die beiden sind in den Wald verschwunden. Aber trotzdem: ENDLICH ELCHE!!!!! Ein weiterer Traum ist in Erfüllung gegangen!
Donnerstag war ein recht ruhiger Tag, beginnend mit der Planung des Sommerlagers, dann lange nichts, da unsere Konfis ja nun konfirmiert sind und um 5 ging es mit der Jugendgruppe nach Göteborg. Dazu muss ich anmerken, dass an einem gewöhnlichen Donnerstag in Nols Kirche zwischen 30 und 40 Jugendliche zur Jugendgruppe kommen. Steht aber etwas besonderes auf dem Plan, wie an diesem Donnerstag, so kommen ganze 5. Nun gut. In Göteborg sind wir auf den Glockenturm der Haga Kyrka geklettert und haben die Glocke besichtigt und sind anschließend griechisch essen gewesen. Sehr amüsant, denn schwedisch griechisch ist ganz anders als deutsch griechisch :) Mein Hähnchenspieß zum Beispiel war mit einer Mangosoße angerichtet. Gyros und diesen roten Reis kennen die Schweden gar nicht .... komische Welt! Was ist denn bitte griechisch griechisch?
Gestern hatte ich einen freien Tag, an dem ich vormittags gelernt habe und am Nachmittag zu meiner Kollegin Ing-Britt, bei der ich eingeladen war, nach Alafors gefahren bin. Natürlich gab es erst einmal eine Fika bei ihr zu Hause und danach sind wir am See entlang spazieren gegangen. Dort im Wald gibt es nicht nur "Vitsippor", sondern auch "Blåsippor", also die gleichen Blümchen in blau. Herrliche Natur. Außerdem habe ich dort einen von Bibern gefällten Baum von ganz schön beachtlicher Größe gesehen. Welch wunderbare Tierwelt es hier gibt!!!!! Bei Gelegenheit werde ich noch einmal nach Alafors fahren und von da aus durch den Wald zurück nach Nödinge laufen. Das ist bestimmt schön!
Am Abend bin ich dann wieder mal in die Stadt gefahren, da ich bei Elin, die hier mit den Sommerkonfirmanden arbeitet, mit einigen Jugendlichen zum Mädels-Abend eingeladen war. Es gab leckere Taccos und lustige Gespräche.
Nun habe ich noch 7 Arbeitswochen. Das fühlt sich ganz schön komisch an. Auf der einen Seite freue ich mich schon wieder riesig auf Deutschland, meine Familie und meine Freunde und bin gespannt, wo es mich ab August hinverschlägt. Auf der anderen Seite werde ich total traurig, wenn ich daran denke, Schweden und die ganzen Menschen hier bald verlassen zu müssen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich hier noch nicht fertig bin. Aber wer weiß, was das Leben noch bringt.... die Welt ist viel zu groß, schön und spannend, um das ganze Leben in Ostfriesland zu verbringen. Und auch nach Schweden werde ich bestimmt zurück kommen. Wann, wohin, wie und wie lange, das steht aber noch in den Sternen. Erstmal heißt es ab August "Referendariat", der Ernst des Lebens beginnt...... danach kann man weitersehen......

Mittwoch, 5. Mai 2010

ELCHE ELCHE ELCHE ELCHE ELCHE

Mittwoch, 5. Mai 2010 - endlich Elche beobachten in freier Wildbahn - traumhaft!!!!!

Ein ausführlicher Bericht folgt die Tage :) (Die Bilder sind leider in falscher Reihenfolge, ich änder das bei Gelegenheit!)

Montag, 26. April 2010

Tausend tolle Sachen, die gibt es überall zu seh'n

Tataaaaa, nun ist seit meinem letzten Eintrag schon wieder einige Zeit vergangen, also wird es Zeit, meinen Blog mal wieder mit Erlebnissen zu füttern. Schließlich ist wieder eine ganze Menge passiert.
Am Sonntag, nachdem Mama und Papa wieder weg waren, bin ich zusammen mit Franzi, Susi und ihrem Freund nach Styrsö gefahren, von wo aus wir über eine Brücke nach Donsö gegangen sind. Dies sind 2 der vielen Inseln im südlichen Schärengarten Göteborgs. Bei strahlendem Sonnenschein haben wir einen wunderbaren Frühlingstag genossen, an dem ich eine Menge Sommersprossen bekommen habe =).
Unter der Woche ist nicht viel Spannendes passiert, außer, dass ich ganz spontan und fast ohne Vorbereitung eine Konfi-Stunde gemacht habe, mit meiner Kindergruppe jetzt ein Puppentheater zu Jona bastel und einübe, beim Frisör war, der mir die Haare etwas zu kurz geschnitten hat, mich zu einem Sprachtest angemeldet hab und wir eine kircheninterne Art Fortbildung hatten.
Letzte Woche Montag habe ich den Nachmittag in der Sonne verbracht, und zwar nicht irgendwo, sondern auf den Felsen am See - typisch Schweden eben.
Am Dienstag hatten wir vormittags ein Volontärtreffen in Göteborg, was ok, aber leider auch nicht besser war. Dort haben wir einen Vortrag zum Thema Israel-Palestina gehört, der zwar interessant war, aber irgendwie hatte ich etwas anderes erwartet. Nun gut. Nach dem Treffen bin ich noch mit Sofie und Franzi in der Stadt essen gewesen, was den Vormittag bedeutend aufgewertet hat.
Donnerstag stand dann ein Fototermin an. Vorher mussten jedoch unsere Konfis ihre Konfirmationsgewänder anprobieren, die von der Kirche gestellt werden. Anschließend hieß es dann "bitte lächeln" und schon war das Gruppenfoto (auf dem ich auch zu sehen bin ;) ) im Kasten. Nach der Konfirmandeneinheit wurde der Tag erst richtig gut. Da der Fototermin in Starrkärr war und wir (Jugendleiter, Johan und ich) nicht alle in Johans Auto passten, sollte Solveig, die in Starrkärr arbeitet und gerade auf dem Weg nach Hause war, uns schnell nach Nol zur Kirche bringen. Wie meine lieben Jugendleiter nun mal so sind, fragten sie Solveig, ob sie uns nicht mal ihr Haus zeigen könnte, da sie ja in Starrkärr wohnt und das praktisch direkt um die Ecke wäre. Also sind wir auf zu Solveig. Dort fast angekommen waren wir alle begeistert von der Lage des Hauses und Solveig stimmte uns zu und ergänzte, dass es wunderbar wäre, wenn abends die Elche vor dem Haus langliefen.... ELCHE VOR DEM HAUS! Da war ich hin und weg =), worauf Solveig mich sofort eingeladen hat, mal bei ihr zu übernachten und Elche zu gucken..... Nächste Woche Montag ist es dann soweit. Drückt mir alle die Daumen, dass die Elche auch an diesem Abend vor dem Haus langspazieren!!!!!!! Bin schon so aufgeregt.....vielleicht krieg ich meinen Elch ja doch noch zu Gesicht - und zwar so richtig und nicht nur vom Zug aus.....Ach, wie ich mich schon freue!!!!!
Freitag früh klingelte mein Wecker praktisch mitten in der Nacht. Da im Moment ziemlich viele Staus auf der Straße nach Göteborg sind, musste ich ja etwas mehr Zeit einplanen. Warum? Na, weil ich nach Malmö zu Jenne wollte und einen frühen Zug gebucht hatte, um auch wirklich was vom Tag in der drittgrößten Stadt Schwedens zu haben. Also, auf auf große Fahrt. Je weiter man in den Süden kam, konnte man, mal abgesehen von der Landschaft, einen großen Unterschied feststellen - dort waren viele Bäume schon grün und es sah mit der Sonne wirklich frühlingshaft aus. Hier in der Göteborger Gegend hingegen lässt das Grün noch schön auf sich warten - aber immerhin die Frosizien beginnen nun zu blühen. Das aber nur am Rande. In Malmö machte ich mich ein wenig auf Entdeckungstour (schließlich hatte ich mich ja in meinem Reiseführer ein wenig informiert), bevor ich mich so um 12.30 Uhr mit Jenne traf. Natürlich hieß es dann erst einmal FIKA, dann noch ein wenig Stadt begucken und ab zu Jenne ins Ghetto - denn Jenne wohnt in einem Problembezirk Malmös - und anschließend machten wir noch einen langen Spaziergang zum Outlet einer Bastelartikelkette. Typisch schwedisch war den Abend "fredagsmys", also frei übersetzt Freitags-Gemütlichkeit, mit lustigen Internet-Filmchen angesagt. Am nächsten Tag fuhr ich nach Lund, sah mir ein wenig die Stadt an und machte mich dann auf den Weg zu Katharina, einer ehemaligen Pädagogin meiner Gemeinde. Denn mein Mentor und einige Jugendlichen aus der Kirche statteten ihr einen Überraschungsbesuch ab. Zunächst gab es natürlich eine Fika, dann hat ihr Mann uns das christliche Studentenwohnheim und die Kirche, in denen er arbeitet, gezeigt und gemeinsam machten wir uns auf eine Sightseeingtour durch Lund. Lund ist eine wirklich schöne Stadt, an diesem Tag durch die Sonne und die vielen Menschen wahrscheinlich noch schöner als sonst. Hätte ich noch nicht studiert, könnte ich mir gut vorstellen, dort zu studieren (mal abgesehen davon, dass ich dann nicht Lehrerin (zumindest in Deutschland) werden könnte ;) ). Das Highlight für mich war der Kollektomat im Dom. Ein Kollektomat sieht aus wie ein gewöhnlicher Bankautomat, nur das man dort nicht Geld abhebt, sondern bezahlt. Auf einem Touchscreen kann man wählen, wofür man spenden will, z.B. für die Orgel, dann zieht man seine Bankkarte durch, gibt den Pincode ein und schließlich bestimmt man die Summe, die man als Kollekte geben will. Schon witzig. Aber da hier fast jeder mit Karte bezahlt und kaum jemand Bargeld dabei hat (ja, auch ich hab mich angepasst), ist das gar keine so dumme Idee. In ein paar Jahren wird es das sicherlich auch in anderen, kleineren Kirchen geben.
Wieder in Malmö angekommen, traf ich mich mit Jenne und gemeinsam machten wir uns auf den Weg ans Meer, vorbei am Turning Torso, einem vom Grund bis zum Dach um 90° gedrehten Hochhaus, holten uns ein Eis und genossen mit Blick auf die Öresund-Brücke die Sonne (die zum ersten leichten Sonnenbrand und noch mehr Sommersprossen führte). Am Abend machten wir mit einer Freundin von Jenne Raclette, tranken den ein oder anderen Sekt und stürzten uns dann ins Malmöer Nachtleben. Doch aus der Disco, die in einer ehemaligen Kirche liegt, drang komische Musik, in der "Stammdisco" von Jenne und ihrer Freundin war gähnende Leere, sodass wir in eine kleine, aber dafür kostenlose Disco gingen. Zwar kannte ich die Musik dort kaum, aber trotzdem war sie gut tanzbar und der Abend ein gelungener.
Sonntag schliefen wir natürlich erstmal aus und gingen dann in Jennes Gemeinde, die glücklicherweise direkt gegenüber von ihrem Haus liegt. Dort fand ein Aktivitetsnachmittag statt, mit gemeinsamem Singen, Fika, Basteln und Gottesdienst. Total spannend, mal in eine andere Gemeinde reinzuschnuppern, die Arbeit dort zu sehen und somit Unterschiede festzustellen. Ein sehr netter Nachmittag! Eine nette Gemeinde, aber meine ist toller =), was aber wahrscheinlich jeder von seiner Gemeinde sagen würde. Nach der Arbeit gönnten wir uns noch eine leckere Pizza und dann machte ich mich auf den Heimweg. Da mein Zug Verspätung hatte - ja, das ist hier auch nicht anders als in Deutschland - war ich erst um 20 vor 12 zuhause. Aber nun gut.
An dieser Stelle nochmal ein fettes Danke an dich, meine liebe Jenne! War richtig duffte bei dir! "Danke an die Handynummer" (*hahaha*, das müsst ihr nicht verstehen, kleiner Insider ;) )
Heute war nun der erste Tag, an dem die Luft so richtig warm, und damit meine ich 19°C, war. Wir hatten zwar schon oft sonniges Wetter und die Sonne hat wirklich schon Kraft, allerdings war die Luft dabei immer noch richtig kalt. Nun aber war es heute auch ohne Sonne frühlingshaft warm. Der Frühling kommt mehr und mehr =)